Klassengesellschaft

29. Juli 2011

Die letzten Tage habe ich von einem Kollegen erfahren, dass er mit nur 140 Arbeitsstunden im Monat abgespeist wird, was einen Monatslohn von unter 900 EURO bedeuten würde.

Gleichzeitig habe ich auch in den Nachrichten gehört, dass in den Zeitungsredaktionen bald ein Streik wegen drohender Kürzungen beim 13. Monatsgehalt und eine Kürzung beim Einstiegsgehalt von knapp 3000 EURO(!) ausgerufen werden könnte. Von der gleichen Gewerkschaft, die in meiner Branche den Supertarifvertrag unterschrieben hat, der viele Kollegen mit unter 1000 EURO Monatslohn bedenkt und der auch für mich und meine Kollegen weder ein 13. Gehalt noch sowas wie Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld vorsieht. Die knapp 3000 EURO für Berufanfänger bei der Zeitung sind einen Streik wert, aber die unter dem Existenzminimum liegenden Löhne in der Sicherheitsbranche sind den werten Kollegen von „ver.di“ ziemlich gleich!

Offensichtlich sind Niedriglöhner auch für die Gewerkschaft nur Arbeitnehmer zweiter Klasse. Seit ich im Jahr 2000, auf Anraten des Betriebsrates übrigens, meinen gutbezahlten Job im Bergbau gegen eine Abfindung und Umschulung aufgegeben habe kenne ich die Arbeitswelt nur noch aus der Sicht eines unterbezahlten Arbeitnehmers zweiter Klasse, da nützen mir nur nebenbei bemerkt auch meine ganzen beruflichen Qualifikationen nichts. Und egal in welchem Betrieb ich als Leiharbeiter oder später als Sicherheitsfachkraft eingesetzt war: überall konnte ich die riesigen Lohnunterschiede zwischen den Kollegen aus dem Betrieb und mir und meinen Kollegen von der Unternehmerfirma sehen. Da arbeitete der Schlosser von der Stammbelegschaft des Betriebes für 20 EURO die Stunde während mein Kollege, der selbst als Schlosser mindestens genauso qualifiziert war, für die gleichen Arbeiten mit unter 10 EURO die Stunde bezahlt wurde. Auch in anderen Bereichen waren Lohnunterschiede von 100% (!) gar nicht selten. Mir fiel aber noch nie auf, dass die Gewerkschaften im alltäglichen Arbeitsleben irgendwie was gegen diese unterschiedliche Bezahlung unternommen hätten. Auch von den Betriebsräten, die es in einigen Sicherheitsunternehmen gibt ist mir nicht bekannt, dass sie sich ernsthaft für Verbesserungen der Arbeitsbedingungen eingesetzt hätten. So gibt es heute so miese Arbeitsverträge, mit dem Segen von Gewerkschaft und Betriebsräten, die dem Arbeitnehmer keinerlei Lohnsicherheit bieten, so dass man nie weiß was im nächsten Monat auf dem Lohnzettel stehen wird!

Aber im öffentlichen Dienst oder bei Zeitungen sowie anderen Bereichen mit guter Bezahlung wird schnell mit Streik gedroht um fast 3000 EURO Einstiegsgehalt oder Stundenlöhne von über 20 EURO sowie 13. oder 14. Monatsgehalt durchzusetzen. Sich mal mehr für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen im Sicherheitsgewerbe einzusetzen ist den feinen Kollegen aus dem Gewerkschaftsapparat wohl nicht so wichtig. Da stört man sich auch nicht daran, dass der schlechtverdienende Kollege in der Kantine mehr bezahlen und jeden Monat um seinen spärlichen Lohn bangen muss.

„Zwei von denen rausschmeißen damit einer von uns bleiben kann…“

Stattdessen setzen sich Betriebsräte in großen Firmen eher dafür ein, den Fremdfirmenmitarbeiter aus dem Betrieb zu kegeln und somit arbeitslos zu machen um die hochbezahlten Arbeitsplätze der Stammbelegschaft zu schützen. Das zeigt was viele Gewerkschaftsfunktionäre mit „Solidarität“ wirklich meinen, nämlich die Interessensvertretung der gutbezahlten privilegierten Arbeitnehmer. „Solidarität“ mit Niedrigverdienern könnte ja auch mal bedeuten sich mehr für eine Anhebung der Löhne im Niedriglohnbereich einzusetzen oder Manteltarifverträge mit besseren Arbeitsbedingungen festzuschreiben anstatt Streiks für Luxuslöhne zu führen.

Zum selben Thema —> „Ich bin auch nur ausgeliehen…“

Eigentlich hätten wir alle es längst wissen müssen: wenn unsere „Volksvertreter“ mal eben über Nacht 500 Milliarden EURO unserer Steuergelder für asoziale Spekulantenbanker zur Verfügung stellen kann das nur ein Hinweis darauf sein wer in Wirklichkeit dieses Land regiert!

Doch um diesen Verdacht noch weiter zu erhärten kommt auch noch heraus, dass ausgerechnet die rechte Hand des Bundesfinanzminister Steinbrück (SPD), Jörg Asmussen, auch persönlich eng mit der Börse verbunden ist (siehe Manager Magazin). Er ist mit der Chefin der Börse in Berlin verheiratet. Deswegen darf er jetzt auch offiziell nicht mehr uneingeschränkt als Finanzkontrolleur arbeiten. Schlecht für einen Staatssekretär, der eigentlich für die Finanzaufsicht zuständig ist!

Vielleicht erklärt das ja auch das Desaster der Bundesfinanzaufsicht, die jahrelang gar nicht gemerkt hat wie riskant unsere Banker mit unserem Geld im globalen Finanzcasino gezockt haben!!!

Aber auch der Umstand, dass jetzt diese unfähigen Banker die milliardenschweren Folgen ihres verantwortunglosen Tuns bei uns dummen Steuerzahlern abladen dürfen zeigt deutlich für wen die politische „Elite“ in Berlin arbeitet!

Und während die Mehrheit der Parlamentarierer im Reichstag kein Problem damit hat wenn 100 Milliarden EURO in die „Hypo Real Estate“ gepumpt werden und über 18 Milliarden EURO in die Commerzbank damit die Gewinne der Kapitaleigner gesichert werden, dürfen die Putzfrauen für ca. 3,56 EURO die Stunde für diese Herrschaften im Parlament saubermachen (siehe „Spiegel„).

Und dass da Bundestagsabgeordnete wie ein gewisser Walter Riester (der mit der Rente!), Friedrich Merz und andere jede Menge Geld von der Finanzwirtschaft bekommen sowie SPD und CDU von den Großbanken mit großzügigen Parteispenden bedacht werden rundet das Bild nur ab!!!

Arbeit und Recht!

Mein Anwalt hat mir heute so richtig aus der Seele gesprochen als wir uns die Erwiderung meines „werten“ Arbeitgebers auf meine Forderungen ansahen!

Und mein Anwalt ist ein seit Jahrzehnten erfahrener Arbeitsrechtsexperte! Aber die Zustände auf dem Arbeitsmarkt lassen ihn wohl trotzdem nicht kalt. Gerade die Unsitte mancher Arbeitgeber ständig zu Ungunsten ihrer Beschäftigten „Fehler“ in den Lohnabrechnungen zu machen scheint in den letzten Jahren zugenommen zu haben wie auch die befristeten Arbeitsverträge mit vielen halbseidenen Klauseln.

Aber so ist das eben heute, und die Politik, und damit vor allem die verlogenen aSozialdemokraten, haben es ja so gewollt als sie die asoziale „Agenda 2010“-Politik unter Schröder durchgesetzt haben. Dass sie unter Schröder und Müntefering absichtlich die Arbeitnehmerrechte geschwächt haben möchten die Kapitaldiener der SPD heute vergessen machen.

Aber was mich besonders ärgert ist der Umstand, dass es Betriebsräte gibt die das miese Spiel der Chefs mitspielen und mithelfen die Arbeitnehmer um ihre Rechte zu betrügen. Und diese Leute sind auch noch in der Gewerkschaft!

Kleingeld ist nötig!

Jetzt ist es raus: da die Kapitalpropaganda trotz umfangreicher Hilfe von Staat und Massenmedien nicht genug Dumme findet die ihre Euros für wenig Rendite dem Kapital für Jahrzehnte in Form von „Riester“-Anlagen zur Verfügung stellen muss aus der vielbeschworenen „Eigenverantwortung“ nun ein Zwangsabgabesystem gemacht werden!

Der auf allen Kanälen präsente Professor Sinn plädierte im „Heute-Journal“ ganz unverhohlen für Zwangsabgaben an die Finanzwirtschaft! Die „Riester“-Pflicht soll dafür sorgen, dass wir alle unser Geld in eine Anlageform stecken, die dem Kapital auf Jahrzehnte unser Geld zur Verfügung stellt und nur mäßige Rendite für uns bringt. Dafür können dann unsere Banken und Versicherungen aber wieder frische Milliarden für windige Spekulationen a la US-Immobilienkredite verbraten!

Richtig ärgerlich aber ist die Behauptung des Kapitalprofessors aus München die da besagt, dass wer nicht „riestert“ ein „Trittbrettfahrer“ sei! Im Klartext wir sind dem Kapital auch noch unser letztes Geld schuldig. Denn die „Riester“-Rente wird schon jetzt erheblich mit unserem Steuergeld finanziert. Aber das reicht den Strategen in der Finanzwirtschaft immer noch nicht aus. Sie wollen uns alle zwingen die für uns ungünstigen jahrzehntelangen „Riester“-Verträge abzuschließen! Obwohl selbst anlegen auf Festzins oder Bundesschatzbriefe auf mittlere Sicht sogar mehr Rendite abwirft. Bei gleichzeitiger Verfügung über das eigene Geld! Ganz im Gegensatz zu „Riester“!

Nur zu dumm auch, dass der gleiche Professor (Un)Sinn gerne den Mindestlohn verdammt und sich stets für Hungerlöhne einsetzt. Woher die Hungerlöhner dann auch noch Geld für „Riester“-Verträge haben sollen verschweigt er natürlich!

Dazu auch ein guter Artikel in den „NachDenkSeiten“:

aus http://www.nachdenkseiten.de/?p=3211

9. Mai 2008 um 9:59 Uhr
Professor Sinn für Riester-Pflicht. Wie ist es möglich, dass ein solcher Blödsinn Eingang und Verbreitung in unseren Medien findet?
Verantwortlich: Albrecht Müller | Druckversion | Beitrag versenden | < zurück

Am 8.5. erschien in den „Ruhr Nachrichten“ die Forderung von Professur Sinn nach Verpflichtung zur Riester-Rente. Die sie nicht nutzen seien Trittbrettfahrer. Diese Meldung wurde in mehreren Medien verbreitet, u. a. in ZDF heute, bei ntv, im Focus und in der Welt. Links siehe unten. – Sinns Forderung ist in mehrerer Hinsicht bodenlos. Die Riester-Rente ist eine Privatvorsorge. Diese wurde uns mit dem hehren Anspruch, die Eigenverantwortung wahrzunehmen, verkauft. Jetzt soll Eigenverantwortung zur Pflicht gemacht werden. Absurd. – Auch die Beschimpfung jener, die keinen Riester-Vertrag abgeschlossen haben, als Trittbrettfahrer ist wirklich, verzeihen Sie, bescheuert. Albrecht Müller.

Jene, die meist aus Geldmangel oder aus rationaler Überlegung – zum Beispiel, weil sie nicht einsehen, dass sie der Versicherungswirtschaft das Geld in den Rachen werfen sollen – keine Riester-Verträge abgeschlossen haben, subventionieren zur Zeit mit ihrer Lohnsteuer, Mehrwertsteuer und Mineralölsteuer die Subventionen des Staates/der Steuerzahler für die Privatvorsorge über Riester-Rente und Rürup-Rente….

SPD-Propaganda für Arbeitnehmer

Das war wieder ein gelungenes Familienfest im Landschaftspark Nord! Trotz der dummen Wahlkampfpropaganda eines Rainer Bischof, der schon mal den Kommunalwahlkampf einläutete und bei allen Klagen über die gestiegene Armut verschwieg, dass er selbst als SPD-Mandatsträger mitverantwortlich ist für die asoziale Gesetzgebung, die gerade in dieser Stadt für viele Menschen den sozialen Abstieg bedeutet!

Aber dazu schreibe ich morgen mehr, da ich gleich zur Arbeit muss. Als einfacher Hungerlöhner muss ich auch heute ein bischen Kohle verdienen.

Wichtig ist dass ich viele Kollegen traf und mit ihnen ins Gespräch kam. Und sie meinten alle, dass die SPD-Funktionäre sich eigentlich schämen sollten. Auch der „Brandtneu“-Kandidat!

Kleingeld

Letzte Woche habe ich mal interessehalber beim Amt für Grundsicherung (früher auch als Sozialamt bekannt) mal nachgefragt ob meine Mutter mit ihrer mickrigen Rente nicht auch einen Anspruch auf Grundsicherung hat!

Doch die Rente meiner Mutter gilt schon als zu hoch. Denn 523 EURO Monatsrente sind nach der asozialen Gesetzgebung in diesem Land schon zuviel Geld! Der Sachbeabeiter rechnete einen Grundsicherungsbedarf von sage und schreibe 422 EURO aus und meinte auch noch allen Ernstes das dies großzügig(!) gerechnet sei! Immerhin weiß ich jetzt, dass die sogenannte „Grundsicherung im Alter“ nichts anderes als „HARTZ IV“ für Rentner ist. Denn weil meine Mutter bei mir zuhause wohnt wird der Mietbedarf auf alle Bewohner verteilt. Selbst mein zweieinhalbjähriger Sohn bekommt da seinen Mietanteil zugerechnet. Das sieht doch ganz nach der berühmt berüchtigten „Bedarfsgemeinschaft“ aus!

Dass meine kranke Mutter gar nicht alleine wohnen kann ist unerheblich. „Da müssen Sie mit der Krankenkasse reden!“ meinte der freundliche Sachbearbeiter. Und mit ehrlichem Bedauern sagte er dann noch dass die Politik diese Regeln gemacht hätte und dass es ja gewollt sei, dass die Familien sich stärker um ihre Angehörigen kümmern um den Staat nicht zu belasten. Nur zu dumm, dass ich selbst mit meinem Hungerlohnjob kaum über die Runden komme und Probleme habe meine Familie durchzubringen.

Wenn ich daran denke wie die aSozialdemokraten vor wenigen Jahren die Einführung dieser „Grundsicherung“ für Rentner als großen sozialpolitischen Fortschritt gefeiert haben wird mir übel. Ich schäme mich heute dafür auch wegen der diversen Rentenkürzungen 18 Jahre lang in einer solchen elenden Partei wie der SPD Mitglied gewesen zu sein!

aSozialdemokraten

Die Arbeit ruft!

Ich weiß ja nicht ob es da einen Zusammenhang gibt: aber gestern habe ich erfahren, dass jetzt auf einmal nach dem ganzen Ärger mit den fehlerhaften Lohnabrechnungen Krankmeldungen eingegangen sind und deswegen der Dienstplan komplett überarbeitet werden muss!

Da werde ich heute mal draufgucken und den stellvertretenden Objektleiter darauf hinweisen, dass ich der Firma eine Frist bis Freitag gesetzt habe meine Lohnabrechnung zu korrigieren! Ab Samstag könnte ich dann schon fristlos kündigen wegen Lohnbetrugs falls die Fehler nicht bereinigt werden. Dann ist die Dienstplanung ab Samstag wieder hinfällig!

Und der Objektleiter ist nun auch noch überraschend unter dramatischen Umständen ausgefallen: eine Notoperation wegen eines Bypasses hat ihm das Leben gerettet! Aber er wird jetzt wohl längere Zeit nicht mehr dienstfähig sein!

Wie schnell sowas gehen kann! Am Freitag hatte er noch ganz fit auf mich gewirkt.

Die Arbeit ruft!

Ich brauche so dringend Geld, dass ich dafür nun auch meinen Sonntag 12 Stunden auf der Arbeit verbringe! Die Firma kommt mir nach meinen heftigen Beschwerden über die niedrige Lohnzahlung nach Vermittlung des Betriebsrates zwar finanziell entgegen und verspricht jetzt auch ausreichend Arbeitsstunden, aber trotzdem muss ich daran denken, dass spätestens im Juni schon wieder der alte Ärger losgehen wird! Zudem habe ich diese Versprechen auch schon vor zwei Monaten gehört!

Vielen Kollegen geht es ähnlich, und einer soll sogar schon absichtlich die fällige Sicherheitsprüfung vergeigt haben um eine Kündigung zu provozieren weil er sich auch über die niedrigen Lohnzahlungen der letzten Monate geärgert hat. Denn unsere werte Firma weigert sich die Mitarbeiter zu kündigen und hält die Kollegen billig unterhalb des Sozialhilfeniveaus in Reserve.

Telefonisch habe ich heute die Kollegen vom Tor über meinen Auftritt am Freitag beim Chef im Büro informiert und ihnen geraten das Gleiche zu tun! Denn wie heißt es so schön: „Nur das schreiende Baby bekommt die Milch!“ (türkisches Sprichwort). Der Kollege am Tor stimmte mir da auch zu, hatte aber gleichzeitig Angst davor mit den Chef einen Streit zu riskieren. Erst als ich ihm sagte, dass bis Juni jeder Mann gebraucht wird und die Firma bis dahin garantiert niemanden rausschmeißen kann wurde er mutiger. Denn jetzt fehlen schon Leute, die gekündigt haben oder dafür gesorgt haben, dass sie nicht eingesetzt werden können!

Bis Juni können wir also auch Contra geben und mit Kündigung drohen. So lange dauern die Sondereinsätze im Werksgelände. Und bis dahin versuche ich soviel Kohle wie möglich zu verdienen während ich gleichzeitig einen neuen Job suche und meine Lohnklage vorbereite. Die heutige Arbeitswelt ist schon fast zum Kriegsschauplatz geworden!

Hier verdient das Kapital!

Es gibt wenig Geld und wenig Arbeit für zuviele Leute im Werkschutz!

Heute habe ich erfahren, dass es vielen Kollegen schlecht geht weil auch deren Lohnzahlung jeglicher Beschreibung spottet! Heute wollte ich mir ja wegen meiner missratenen Lohnabrechnung meinen Chef vorknöpfen. Allerdings habe ich heute auch erfahren, dass er eigentlich auch ziemlich hilflos ist in dieser schwierigen Situation! Denn unser Auftraggeber, ein großer milliardenschwerer Weltkonzern, stellt fast täglich die Personalplanung um und bestellt einfach von ein auf den anderen Tag die Leute wieder ab, die erst kurz zuvor verlangt worden waren. Erst sollten drei Werkschützer am Tor sein dann nur zwei! Dann sollten zwei einen bestimmten Betriebsteil überwachen um heute nur noch mit einem Mann vor Ort zu sein.

Wegen dieser ständigen Änderungen ist unsere Firma gezwungen die Kollegen auf Reserve zu halten. Dank eines beschissenen Tarifvertrags von „ver.di“ (Schande über diese Gewerkschaft!) bekommen die Kollegen diese Zeit in der sie nicht zum Dienst gerufen werden nicht bezahlt!

Stattdessen werden sie dann zur ARGE geschickt wenn der kümmerliche Lohn dann zum Leben nicht ausreicht. Wenn der Weltkonzern dann doch wieder mehr Leute braucht werden sie wieder urplötzlich von einen auf den anderen Moment zur Arbeit gerufen.

Eine stille Reserve, vom Steuerzahler über „HARTZ IV“ (aufstockende Hilfe zum Lebensunterhalt) finanziert damit ein milliardenschwerer Konzern Kosten sparen und mehr Gewinn machen kann!

Und für diese staatlich finanzierte Arbeitnehmer-Reservebank stellt unsere Firma mehr Leute ein als eigentlich gebraucht werden. Nur, dass dann die betroffenen Kollegen in die Armut abstürzen trotz Arbeitsplatz. Ein richtig perverses System zum Nutzen des Kapitals mit Hilfe der aSozialdemokraten etabliert. Aber so kann man ja auch die offiziellen Arbeitslosenzahlen senken!

Als Arbeitnehmer ist man diesem System richtig ausgeliefert. Und so langsam wird mir klar, dass wir für die Gewerkschaft nur Arbeitnehmer 2. Klasse sind. Unsere Tarifverträge sind mies und als Hungerlöhner spricht man uns auch nicht an. Mein Eindruck ist, dass Gewerkschaften sich nur für die Stammbelegschaften mit relativ hohen Löhnen einsetzen. Da sind die Preise in der Kantine nur ein kleines Beispiel für!

Ich denke inzwischen nur noch an Kündigung. Heute werde ich aber nochmal Krach im Firmenbüro schlagen um Geld zu fordern und mit einer Anzeige wegen Lohnbetrug drohen!

Mein Weg in die Armut!

11. Februar 2008

Haus der Armut

Heute wird es ernst: entweder mein Arbeitgeber korrigiert meine Lohnabrechnung deutlich oder ich muss mit Kündigung drohen! Und „Hartz IV“ darf ich dann auch zum ersten Mal in meinem Leben beantragen!

In den Lokalzeitungen stand was von einem erfolgreichen Abbau der Arbeitslosigkeit in Duisburg und den großen Erfolgen der Duisburger ARGE mit ihrem neuen Leiter Maul. Bei näherem Hinsehen fällt mir aber nur auf, dass die Zahl der Menschen, die „HARTZ IV“-Leistungen brauchen um zu überleben so hoch wie nie ist, bald gehöre ich wohl auch dazu. Und die Zahl der Ein-Euro-Jobber ist weitaus höher als der Rückgang bei den Langzeitarbeitslosen. Also wenn das der „Aufschwung“ sein soll mit diesen ganzen von der öffentlichen Hand teuer finanzierten Armutsjobs, dann will ich lieber nicht daran denken wie es wird wenn die sich jetzt schon ankündigende Weltwirtschaftskrise irgendwann im Laufe des Jahres voll durchschlägt. Dann werden wahrscheinlich noch so viele Maßnahmen die Armutswelle nicht bewältigen können!

Als kleiner Arbeitnehmer und Hungerlöhner kann ich da auch nur versuchen so schnell wie möglich einen anderen Job zu finden und notfalls auch ins Ausland zu gehen. Denn in Deutschland scheint es keine Zukunft für Arbeitnehmer mehr zu geben! Jedenfalls sprechen die Stellenbörsen eine deutliche Sprache!

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