Ramazan ayımız mübarek olsun

Es ist Sommer, die Sonne scheint und dieses Jahr liegt der islamische Fastenmonat Ramazan genau in den Sommerferien, also jetzt!

Das Fasten fällt bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen nicht gerade leicht, aber trotzdem tun es viele Muslime. In Zeiten der Diskussion um Beschneidungsverbote und islamfeindlichen Tendenzen in der deutschen Mehrheitsgesellschaft ist es auch wichtig an eigenen Traditionen und religiösen Gebräuchen festzuhalten um die eigene Identität zu schützen.

Als Vorsitzender der DAL wünsche ich daher allen Muslimen einen gesegneten Fastenmonat und ein anschließendes fröhliches Zuckerfest ab dem 19. August wo die Entbehrungen dann belohnt werden.

Benny im Kostüm zur Feier seiner Beschneidung

Benny im Kostüm zur Feier seiner Beschneidung

Seit ein deutsches Gericht entschieden hat, dass Beschneidungen bei männlichen Kindern wie sie im Judentum und Islam zum religiösen Selbstverständnis gehören strafbar sind stellt sich wieder die Frage ob die deutsche Mehrheitsgesellschaft alle nicht-christlichen Glaubensgemeinschaften in diesem Lande an ihrem religösen Leben hindern möchte.

Wahrscheinlich begreifen die meisten Menschen in diesem Lande nicht wirklich wie wichtig für die religiöse Identität die Beschneidung der männlichen Kinder sowohl im Judentum als auch im Islam ist. Wer das verbieten will muss eigentlich auch Judentum und Islam in Deutschland verbieten wollen denn die Beschneidung der Söhne ist in beiden Religionen die Voraussetzung um überhaupt zur Glaubensgemeinschaft dazugehören zu können. In einer zunehmend religionskritischen Gesellschaft wird das leider nur von wenigen verstanden.

Verständlich, dass sich einmütig nun der Zentralrat der Juden wie muslimische Dachverbände gegen diesen Angriff auf ihren Glauben zur Wehr setzen und sich entsetzt fragen ob sie an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden sollen. Seit Jahrtausenden werden männliche Kinder beschnitten, das Gebot lässt sich sogar im Alten Testament der Bibel nachlesen. Seit fast 2000 Jahren leben Juden in Deutschland und beschneiden ihre Söhne gemäß den Geboten ihres Glaubens, das gleiche gilt für Muslime, die seit einigen Jahrzehnten hier zuhause sind. Jetzt auf einmal findet ein Gericht das strafbar, und viele Kommentatoren und Leserbriefschreiber finden das auch noch richtig. Hier sehen wohl einige wieder die Gelegenheit andere Glaubensgemeinschaften zurückzusetzen.

Hetze von "ProNRW"

Hetze von „ProNRW“

Es war wohl unvermeidlich: die Angstprediger von „ProNRW“ haben wieder die Auseinandersetzung gesucht und mussten ihre Hetze gegen Muslime ausgerechnet vor der Marxloher Merkez-Moschee hinausposaunen

Natürlich war viel Polizei da und sperrte Teile der Warbruckstraße um Gegendemonstranten und „ProNRW“-Aktivisten auseinanderzuhalten. Der Moscheegemeindevorsitzende war völlig genervt von dem Trubel und holte die Jugendlichen aus seiner Gemeinde von der Demo um jede Konfrontation zu vermeiden. Ein älterer „ProNRW“-Aktivist versuchte auch noch auf das Gelände der Moschee zu kommen, wurde aber zum Glück rechtzeitig von der Polizei abgefangen.

Danach kam dann das übliche Ritual: Sperrgitter auf der Straße, Polizistinnen und Polizisten mit ernster Miene dahinter, Volksverhetzer und Gegendemonstranten auf der jeweils anderen Seite der Sperren. Die 30 Volksverhetzer freuten sich auch noch sichtlich, dass wegen ihnen über 100 Gegendemonstranten kamen, die mit viel Leidenschaft auf die dümmlichen Parolen der „ProNRW“-Frontleute reagierten. Zum Glück blieb die Auseinandersetzung rein verbal.

Trotzdem ist es absolut ärgerlich, dass inzwischen bei jeder Wahl die Hetzer von „ProNRW“ vor der Moschee stehen um vorsätzlich Auseinandersetzungen zu provozieren. Der Oberbürgermeisterkandidat Uckermann und seine Getreuen glauben wohl so besonders viel Stimmen zu holen indem sie alle Migranten kriminalisieren wenn sie muslimischen Glaubens sind und die Angst vor Moscheen in der Bevölkerung weiter anheizen. Und bei jeder dieser Aktionen wird eine nicht geringe Menge Steuergeld für Polizeihundertschaften ausgegeben um die Hetzer vor der Wut der Gegendemonstranten zu schützen. Wie oft wird sich dieses Schauspiel noch wiederholen?

Angstkampagne

Angstkampagne

Im Integrationsrat wie auch gestern in meiner Fraktion wurde hitzig darüber diskutiert ob sich die Plakate und die Angstkampagne von „ProNRW“ gegen Muslime verbieten lassen!

Die Angstkampagne gegen den Islam und gegen Moscheen, die derzeit wiedereinmal auf unseren Straßen stattfindet sorgt für viel Verärgerung gerade bei jungen Muslimen, die schon seit längerer Zeit den Eindruck haben sie wären alleine wegen ihrer Herkunft und ihrer Religionszugehörigkeit Menschen zweiter Klasse in der Wahrnehmung der Mehrheitsgesellschaft. Durch die islamfeindliche Wahlkampfkampagne von Gruppierungen wie „ProNRW“ und diverser Propagandablogs wie „PI News“ wird dieser Eindruck auch noch verschärft. Wieso ist es nicht möglich die Hetze einer extremen Splittergruppierung wie „ProNRW“ gegen eine ganze Religionsgemeinschaft und ihre Gläubigen zu verbieten? Wie weit geht die Meinungsfreiheit? Ist es erlaubt Angst, Ablehnung und Hass gegen andere Menschen zu propagieren nur weil sie einer bestimmten Glaubensgemeinschaft angehören? Ab wann hört die Meinungsfreiheit auf und beginnt die Volksverhetzung? Es sind schwierige Fragen, die in einer multireligiösen modernen Gesellschaft von heute auf ihre Beantwortung warten. Ich bin mir selbst nicht sicher wie die Lösung im Kampf gegen die geistigen Brandstifter und Angstmacher von „ProNRW“ aussehen kann, aber als jemand der gerne selbst auch hin und wieder provokant schreibt bin ich gegenüber Verboten sehr misstrauisch zumal die Erfahrung lehrt, dass das Verbotene für viele Menschen ja noch reizvoller ist und so noch mehr Beachtung findet.

Auf der Homepage der DiTiB fand ich eine Presseerklärung, die meiner Meinung nach die bessere Lösung aufzeigt wie mit den antiislamischen Angstpredigern von „ProNRW“ umzugehen ist:

Stimmungslage der Muslime in emotionalem Spannungsverhältnis

Köln, 07.05.2012: DITIB hat mit allen betroffenen DITIB-Moscheen beschlossen, den scheindemokratischen Demonstrationen, den Übergriffen und jeder provozierenden Aktion, die vor und in Richtung unserer Moscheen oder in Richtung unseres Propheten veranstaltet werden, fern zu bleiben. Und all jene rechten Scheindemokraten in ihrer Einsamkeit und Ignoranz allein zu lassen, die nichts von der globalen Welt, dem zivilisierten Leben, der toleranten Herangehensweise, der Bedeutung und dem Wert einer integrativen, verantwortungsbewussten Gesellschaft verstehen. Ruhe zu wahren, Größe und Reife zu zeigen ist die angebrachte Reaktion. Das Notwendige überlassen wir den zuständigen Behörden und Autoritäten und überantworten die Bewertung dieser Entwicklungen dem Gewissen der breiten Öffentlichkeit.

Die derzeitige Stimmungslage unter den Muslimen in Deutschland wird durch die aktuellen Entwicklungen in ein emotionales Spannungsverhältnis gesetzt. Auf der einen Seite verzeichnen wir zunehmend tätliche Übergriffe auf Moscheen, auf der anderen Seite materielle wie immaterielle und ideologische Übergriffe im Rahmen politischer Wahlpropaganda. Die Versuche, gesellschaftliche Unruhen zu stiften, indem darüber hinaus Offenbarungsbücher oder Propheten diffamiert werden, erschließt sich einem Menschen – egal welcher Religionsgemeinschaft oder welchem Kulturkreis er auch entstammen mag – nicht. Die Diffamierung des Islam durch die Karikaturen, die nichts anderes als Spaltung der Gesellschaft bedeuten, ist für die Entwicklung demokratischer Prinzipien und des gesellschaftlichen Friedens in Deutschland besorgniserregend. Auf die bedenkliche Dynamik und Zuspitzung in diesem sozio-politisch relevanten Verlauf hatten wir bereits im Vorfeld hingewiesen….

Quelle: http://www.ditib.de/detail1.php?id=300&lang=de

Die Rechtspopulisten von „ProNRW“ sind derzeit in aller Munde, und genau das wollen sie auch. Alle Diskussionen wie Gegendemonstrationen und erst recht die Prügeleien mit Salafisten wirken derzeit wie Wahlkampfhilfe für die islamfeindlichen Angstmacher von „ProNRW“. Vielleicht ist es am besten diese Leute zu missachten und keines Blickes zu würdigen. Ohne Aufmerksamkeit und ohne mediale Berichterstattung bleiben sie nur eine Splittergruppierung, die außer Angst und Hass nichts anzubieten hat.

Auf Menschen zugehen

8. Mai 2012

Webseite Michael Rubinstein

Webseite Michael Rubinstein

Heute mittag hatte ich ein erstes Gespräch mit Herrn Rubinstein in der Jüdischen Gemeinde am Innenhafen, und es war ein sehr positives Gespräch!

Zunächstmal verspätete ich mich leider, dann hieß es durch die Sicherheitsschleuse ins Gebäude zu kommen. Die jüdische Gemeinde ist leider gezwungen besondere Sicherheitsregeln zu beachten, auch steht ständig die Polizei vor dem Gebäude. Im Kontrast dazu war das Gespräch mit Herrn Rubinstein durchaus freundlich und angenehm. Dabei verriet er mir auch, dass er gerne in türkische Restaurants geht und das Essen wie die offene gastfreundliche Atmosphäre dort zu schätzen weiß. Da muslimische und jüdische Speiseregeln sich sehr ähnlich sind gibt es auch Mitglieder in seiner Gemeinde, die beim türkischen Metzger oder Cateringservice ihren Bedarf an Essenswaren und Dienstleistungen für Partys wie private Feiern decken. Überhaupt kamen wir darüber ein, dass aus religiöser Sicht sich Judentum und Islam näher sind als mit dem Christentum, das wichtige Regeln des Alten Testaments einfach missachtet.

Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh

Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh

Auch betont Herr Rubinstein, dass er seit langem sehr gute Beziehungen zu Moscheegemeinden pflegt und von dort auch viel Zustimmung für seine Kandidatur erfahren hat. Da ich das bisher so nicht wahrhnehmen konnte habe ich nochmal nachgefragt wer denn seine Unterstützer aus dem Moscheebereich seien worauf er auf die Merkez-Moschee in Marxloh verwies und ihren Vorsitzenden Muhammet Al, der auch schon seine Unterstützung für die OB-Kandidatur von Herrn Rubinstein signalisiert haben soll. Das klingt in der Tat vielversprechend wenn die größte Moscheegemeinde der Stadt ihre Unterstützung anbietet!

Gebetsraum der Marxloher Merkez-Moschee

Gebetsraum der Marxloher Merkez-Moschee

Das Themengebiet „Integration“ betrachtet Herr Rubinstein denn auch folgerichtig als sehr wichtiges Zukunftsthema für die Stadt wo er als neuer Oberbürgermeister besondere Schwerpunkte setzen möchte, schließlich sind an die 30% der Duisburger Bürger mit Migrationshintergrund, wie auch er selbst. Auch musste die Jüdische Gemeinde in den letzten Jahren viele Zuwanderer aus Osteuropa in ihr Gemeindeleben integrieren. Beim Reingehen ins Gebäude hörte ich auch tatsächlich wie sich Gemeindemitglieder auf russisch unterhielten.

Jüdische Gemeinde am Duisburger Innenhafen

Jüdische Gemeinde am Duisburger Innenhafen

Herr Rubinstein hat daher auch großes Verständnis dafür, dass Migranten sich nicht einfach assimilieren lassen wollen und auf ihren kulturellen Wurzeln sowie der besonderen Beziehung zur alten Heimat weiterhin bestehen. Er bot mir im Gespräch dann auch an gerne in die Vereine der Migranten zu kommen um sich vorzustellen und den Dialog mit den Duisburger Bürgern jeder Herkunft zu führen. Ich fragte ihn ob er auch die konservativen und vor allem die türkisch-patriotischen Heimatvereine besuchen wolle was er mit einem „selbstverständlich“ beantwortete. Er findet es ganz normal wenn es neben linken Vereinen auch rechte und konservative wie religiöse Vereinigungen bei den Migranten gibt.

Auch mit denen ist er bereit zu reden und sich der Diskussion zu stellen, schließlich will er der Oberbürgermeister aller Duisburger Bürger sein. Das findet er auch am alten Oberbürgermeister Sauerland gut, bei dessen Abwahl er immerhin mitgeholfen hat, dass sich dieser auch aktiv um die Belange der Duisburger Bürger mit Migrationshintergrund bemüht hat. Da ich als Abwahlgegner und Unterstützer des alten Oberbürgermeisters bekannt bin habe ich natürlich eine etwas andere Sicht als Herr Rubinstein was das Abwahlverfahren gegen Adolf Sauerland angeht. Immerhin waren wir uns aber darin einig, dass es falsch ist alle Verantwortung für das Loveparade-Desaster nur beim ehemaligen Oberbürgermeister zu suchen. Denn es gab viele Entscheidungsträger, die bei der Geschichte involviert waren.

Ebenso hat mir natürlich gefallen, dass Herr Rubinstein klar Position gegen Kürzungen bei der Sprachförderung bezogen hat, bei Kindern und Jugendlich wie auch der Bildung darf nicht gespart werden. Das wird es mit ihm als Oberbürgermeister nicht geben! Zuletzt betonte er, dass es für eine Stadt wie Duisburg selbstverständlich sein müsse in den höchsten Verwaltungsebenen Migranten zu beschäftigen. Die Stadt muss in ihrer Verwaltung auch die Bevölkerungszusammensetzung widerspiegeln, daran muss endlich ernsthaft gearbeitet werden, nur Ankündigungen und schöne Willensbekundungen sind da zuwenig.

Am Ende unseres über eine Stunde geführten Gespräches habe ich Herrn Rubinstein zugesichert sein Angebot sich persönlich in unseren befreundeten Vereinen vorzustellen im Vorstand der DAL diskutieren zu lassen. Ich war heute so positiv von ihm beeindruckt, dass ich meinen Vorstandskollegen auch empfehlen werde ihn ebenso zu unseren Vereinen einzuladen wie die Herren Lensdorf (CDU), Link (SPD) und Kley von der Bürger Union.

Für die Menschen in Duisburg aktiv

Für die Menschen in Duisburg aktiv

Es kam wie es kommen musste: in Duisburg gibt es nun definitiv keine Zielvereinbarung zwischen Integrationsrat und Rat der Stadt Duisburg zu integrationspolitischen Aufgaben.

Nachdem SPD/Linke und Grüne in der letzten Sitzung des Rates der Stadt mit ihrer Mehrheit weitreichende Änderungen am vorliegenden Entwurf der Zielvereinbarung durchsetzten, die de facto eine Assimilierung der Migranten und die Aufgabe ihrer Sprache und Kultur festschreiben sollten haben fast alle Migrantenvertreter gestern im Integrationsrat der veränderten Form der Zielvereinbarung ihre Zustimmung verweigert!

SPD und Grüne versuchten noch mit fadenscheinigen Argumenten formalistischer Natur die Abstimmung zu verhindern als sie sahen, dass außer ihren Verbündeten von der „Diyanet-Liste“ keiner mit ihnen zusammen dafür ist die Muttersprachen von Migrantenkindern zur „zweiten Fremdsprache“ und „optional“ außerhalb des Hauptunterrichts zu degradieren. Auch sollte der Integrationsrat in der Zielvereinbarung indirekt der Kürzung seiner ohnehin schon knappen finanziellen Mittel zustimmen. Ich selbst habe den Antrag gestellt diese Zielvereinbarung gleich komplett abzulehnen, da wir die letzten zwei Jahre keine Einigung mit der migrantenfeindlichen linken Mehrheit im Rat der Stadt hinkriegen konnten und SPD/Linke wie Grüne mehrfach deutlich zeigten, dass sie die gewählten Vertreter der Duisburger Bürger mit Migrationshintergrund nicht als Partner akzeptieren wollen sondern auf klare Bevormundung wie Gängelei setzen. Das Thema „Zielvereinbarung“ ist jetzt daher wohl erledigt wenn nicht noch ein mittleres Wunder passiert und die linken Ideologen zur Vernunft kommen.

Andere Themen waren gestern die seit langem erheblichen Wartezeiten in der Ausländerbehörde Hamborn wo Bürger teilweise fast 5 Monate auf einen Termin warten müssen um ihre Aufenthaltserlaubnisse in den neuen Pass zu übertragen. Die Zustände in Hamborn sind seit vielen Jahren ein Dauerthema im Integrationsrat. Jetzt hat sich die Situation nochmal verschärft weil die Türkei nur noch neue Pässe ausgibt anstatt die alten wie früher zu verlängern und zu allem Überfluss die Bundesregierung auch noch einen neuen elektronischen Aufenthaltstitel eingeführt hat, der ziemlich aufwendig in der Bearbeitung sein soll.

Ein anderes wichtiges Thema war die immer noch geringe Anzahl an Auszubildenden bei der Stadt mit Migrationshintergrund. Deswegen gab es lange Diskussionen um die Prüfungen bei denen fast 80% der Bewerber durchfielen. Auch die Ur-Deutschen wohlgemerkt. Bei den Migranten aber war die Quote noch höher, und die wenigen die es durch die schriftliche Prüfung schafften fielen dann durch die mündliche durch. Irgendwie auffällig!

Am Ende kamen dann noch die Hetzplakate von „ProNRW“ zur Sprache, die ein Integrationsratskollege gerne verbieten lassen würde, was aber natürlich nicht so einfach geht, die Stadt hat jedenfalls keine rechtlichen Möglichkeiten gegen die islamfeindlichen Parolen der Rechtspopulisten vorzugehen, und so beschlossen wir eine Resolution gegen die Provokateure von rechts, die mit ihrer unverantwortlichen Aktion auch noch den radikalen Islamisten in die Hände spielen.

Die gestrige Sitzung des Integrationsrates war unterm Strich weder erfolgreich noch völlig vergebens, aber ziemlich ernüchternd was die Handlungsmöglichkeiten in unserer Stadt angeht wie auch die Einsichtsfähigkeit der politischen Mehrheit im Rat der Stadt. Ich hoffe nur, diejenigen, die bald wieder Duisburg komplett beherrschen werden kommen mal langsam zur Vernunft und bequemen sich auch mit Andersdenkenden zu reden um Kompromisse zu finden. Die Probleme der Stadt verlangen danach! 

Staatslimousinen in Marxloh

Bildquelle: wfrauhut@googlemail.com

Am letzten Montag, dem 30. April 2012 waren die Islamhasser von „ProNRW“ wieder mal nach Marxloh gekommen um in der Nähe der Merkez-Moschee ihre Hetze gegen Muslime öffentlichkeitswirksam betreiben zu können.

Wie in solchen Fällen üblich, und wie auch schon vor zwei Jahren der Fall, riefen alle üblichen Verdächtigen, also Stadt, DGB-Gewerkschaften, Grüne, Linke, SPD und Konsorten zum Gegenprotest auf um die Rechtspopulisten von der Moschee fernzuhalten. Ich selbst hatte die Mitglieder und Unterstützer der DAL zum spontanen Moscheebesuch an dem Tag aufgerufen.
Das kleine Häuflein der „ProNRW“-Anhänger, angeblich waren es kaum mehr als 10 Personen, musste ca. 50 Meter von der Moschee entfernt halt machen während ca. 100 Gegendemonstranten von den obengenannten Organisationen vor der Moschee ihre Kundgebung abhielten. Auf der Demo waren ich und noch ein Mitstreiter von der DAL auch dabei. Denn selbsredend lehnen wir natürlich die Hetze von „ProNRW“ ab.

Nur als wir die ganzen bekannten Parteien und Gruppen plus örtlicher Honoratioren und das Drumherum sahen kamen schon leichte Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Aktion auf, soweit ich mich umsah konnte ich selbst fast nur Partei- oder Gewerkschaftsfunktionäre wie auch Bundestagsabgeordnete und den Landesinnenminister sehen. Auch einige OB-Kandidaten nutzten die Gelegenheit sich sehen zu lassen. Das Ganze natürlich garniert mit viel Polizei, Medien und Personenschützern des LKA (wahrscheinlich für den Innenminister Jäger) nebst drei gepanzerten Limousinen.

Reden gegen "ProNRW"

Reden gegen „ProNRW“

Vor dem Eingang zum Begegnungszentrum der Marxloher Moschee redeten dann der Bürgermeister der Stadt Duisburg, Benno Lensdorf, der übrigens eine gute Rede hielt, und die Vertreter von Kirche, Moschee, DGB sowie eine Schülerin. Der DGB-Vorsitzende, der auch gleichzeitig SPD-Landtagsabgeordneter ist hielt dann auch noch eine kleine Lobhudelei auf seinen Parteifreund, den Landesinnenminister Jäger. Der Eindruck auf einer verdeckten Wahlkampfveranstaltung für SPD und Grüne zu sein entstand dabei auch. Die Linke störte die Harmonie auf der Rednertribüne mit ihrer separaten Beschallung von hinten indem sie dazu aufrief „die Rechten zu begrüßen“, die wohl gerade eingetroffen waren.

Vorne kam die beste Rede von einer jungen Schülerin, die mit dem frischem Elan der Jugend dazu aufrief jeden Menschen einfach so zu akzeptieren wie er ist. Diese Rede brachte sie so überzeugend rüber, dass sie zu Recht den meisten Beifall bekam. Nur, dass eben auch der Beifall natürlich nur wieder von den Aktivisten und versammelten Funktionsträgern des öffentlichen Lebens kam. Kaum ein einfacher Bürger aus der Nachbarschaft hatte sich zu der Demo verirrt. Kein Mensch wurde an dem Tag überzeugt gegen rechtes Gedankengut aufzutreten, der es nicht ohnehin schon war. Und was ich noch schlimmer und bedenklicher finde: durch das ganze öffentliche Brimborium haben haben die Hetzer von „ProNRW“ genau die öffentliche Aufmerksamkeit erhalten, die sie auch wollten. Wir haben ohne es zu wollen vielleicht sogar Werbung für sie betrieben. Dazu noch ziemlich teure, denn der Spaß mit den Sicherheitsbeamten und den Staatslimousinen wird sicher nicht billig gewesen sein.

Als der Landesinnenminister dann am Ende der Veranstaltung in eine der drei gepanzerten Dienstwagen stieg meinte mein Kollege nur „was das wohl heute gekostet hat?“.

Ich frage mich selbst aber auch andere schon seit geraumer Zeit ob es nicht besser wäre Gruppierungen wie „ProNRW“ einfach zu ignorieren? Wenn am Montag dem 30. April 2012 keine Gegendemo in Marxloh gewesen wäre hätte vielleicht kein Mensch das kleine Häuflein der Rechtspopulisten bemerkt. Keine Schlagzeilen, keine Meldungen in Radio und Fernsehen, „ProNRW“ würde in der Wahrnehmung der Bürger gar nicht existieren. So aber redet jetzt wieder jeder über diese Splittergruppierung, die von der Angst vor dem Islam lebt und den Vorurteilen, die viele Menschen über Muslime haben.

Bücherrecycling

Bücherrecycling — die moderne Form der Bücherverbrennung?


Bildquelle: http://www.berlinbiennale.de/blog/news/%E2%80%9Edeutschland-schafft-es-ab%E2%80%9C-%E2%80%93-buchsammelaktion-17483

Thilo Sarrazin, langjähriger SPD-Politiker, Ex-Bundesbanker und autodidaktischer Spezialist für fast alle sozialen Fragen der Zuwanderung, hat mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ für viel Ärger und Aufsehen gesorgt. Ich selbst kann diesen Typen und sein sozialdarwinistisches wie rassistisches Weltbild überhaupt nicht ausstehen!

Was mich aber am meisten erschreckt ist der Umstand, dass ein Sarrazin mit seinen antisozialen Thesen und zum Teil auch rassistischem Weltbild, in dem Menschen orientalischer Herkunft nur als Gemüsehändler zu gebrauchen sind, bei großen Teilen der deutschen Bevölkerung auf Zustimmung stößt. Ein Politiker, der glaubt, dass die Herkunft der Menschen ihren Wert und ihre Fähigkeiten bestimmt ist in meinen Augen ganz klar ein Rassist. Aber leider spricht er auch tatsächlich vorhandene Probleme und Misstände in Deutschland an wie die unübersehbaren Verwahrlosungstendenzen in Teilen der Gesellschaft oder die massiven Bildungsprobleme bei nicht wenigen jungen Menschen mit Migrationshintergrund. Nur benutzt er diese Probleme um Menschen aufgrund ihrer Herkunft und ihrer sozialen Stellung herabzusetzen und die Angst bei der Mehrheitsbevölkerung vor Migranten zu schüren.

Wie soll man mit solch gefährlichen Thesen umgehen, zumal wenn sich zwischen den ganzen rassistisch angehauchten Gedanken auch richtige Feststellungen und Lösungsvorschläge finden. Mehr Betreuung, mehr KITAs und mehr Bildungshilfen für Kinder kann ich nicht ablehnen nur weil sie auch ein Sarrazin fordert.

Als demokratisch gesinnter Mensch bin ich für freie Diskussion und Meinungsfreiheit. „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst“ formulierte schon vor 250 Jahren der Philosoph und Vorkämpfer für die moderne Aufklärung, Voltaire. Weil ich Meinungsfreiheit auch für ein hohes Gut halte und Zensur nur dazu führt, dass das Verbotene für viele noch interessanter wird denke ich sollten wir einem Sarrazin in einer offenen kontroversen Diskussion seine fadenscheinigen „Argumente“ und den ganzen Unsinn den er damit begründet um die Ohren hauen ohne aber auch die wirklichen Probleme zu vergessen oder klein zu reden. In den wenigen Fernsehdiskussionen in denen Sarrazin sich seinen Kritikern stellen musste sah er jedenfalls nicht gut aus als seine Thesen wie auch seine merkwürdigen Statistiken mal genauer unter die Lupe genommen wurden.

Leider gibt es aber auch Leute, die glauben, dass sie das was sie für falsch halten nicht in einer Diskussion widerlegen sollten sondern glauben sie könnten einfach alles was nicht sein darf und was als böse, rechts oder rassistisch gilt verbieten und der öffentlichen Wahrnehmung per Beschluss entziehen, so als wäre es möglich der Bevölkerung Vernunft und gute Gesinnung vorzuschreiben. Diese gutgemeinte Bevormundung führt dann zu Aktionen, die fatal an Zensurmaßnahmen in totalitären Regimen erinnern. In Berlin veranstaltet der tschechiche Künstler Martin Zet im Rahmen der staatlich finanzierten 7. Berliner Biennale eine Sammelaktion von „mindestens“ 60.000 „Deutschland schafft sich ab“-Buchexemplaren um sie so aus dem Verkehr zu ziehen und für einen „guten Zweck zu recyclen“ nachdem sie zuvor in einer Kunstinstallation ausgestellt wurden.

Im Blog der Berliner Biennale (http://www.berlinbiennale.de/blog//) meint dann auch ein Kommentator, dass so eine „Kunstaktion“ zuletzt von Adolf Hitler durchgeführt worden sei. Andere Kommentatoren hauen in die gleiche Kerbe, und auch ich würde so eine Aktion niemals gutheißen, auch wenn ich Sarrazins Thesen ablehne!

Davon mal ab, dass sich ein Typ wie Sarrazin durch solche Aktionen als Märtyrer fühlen kann, die Vorurteile und rassistischen Denkmuster in weiten Teilen der Bevölkerung verschwinden nicht durch solche künstlerisch verbrämten Zensurmaßnahmen.

Opferfest

Heute beginnt wieder das Opferfest, im Türkischen auch „Kurban Bayramı“ genannt, dessen Anlass sich auch im Alten Testament der Bibel findet. Dieser islamische Feiertag soll uns den hohen Wert des menschlichen Lebens klarmachen und ich selbst betrachte es auch als Verpflichtung den Mitmenschen zu helfen…

…jedenfalls verstehe ich so die Verpflichtung anderen Menschen, aber auch Verwandten, das Fleisch vom Opfertier zu geben denen es materiell schlechter geht wenn man selbst genug hat. Das Opferfest ist also auch ein soziales und familiäres Fest zugleich das den Zusammenhalt in Familie und Gesellschaft stärkt. Jedenfalls werden ich und meine Familie viele Grüße von der Verwandschaft übermittelt bekommen, möglicherweise bringt der eine oder andere Nachbar etwas Fleisch vorbei, obwohl ich mich nicht als arm bezeichnen würde (aber leider auch nicht als reich)!

Ich grüße jedenfalls von hier und jetzt aus alle Mitmenschen, ob Muslim oder andersgläubig, und hoffe auf friedliche Tage im Kreise der Familie!

Heute ist der Ramazan vorbei und das Zuckerfest beginnt. Gestern hatte die DAL noch zum letzten gemeinsamen Fastenbrechen nach Rheinhausen eingeladen!

Als DAL-Vorsitzender durfte ich die rund 60 Gäste aus Politik und befreundeten Organisationen in unserem Rheinhauser Verein begrüßen, und in lockerer Atmosphäre wurde dann zusammen nach dem Ezan gegessen und anregende Gespräche geführt. Der OB konnte zwar wegen des Geburtstages seiner Mutter gestern nicht kommen, dafür war er aber auch schon in den letzten Tagen bei anderen befreundeten Vereinen zum Fastenbrechen zu Gast. Mein Eindruck ist der, dass immer mehr Vertreter des gesellschaftlichen Lebens an solchen Veranstaltungen der Moschee- und Kulturvereine teilnehmen.
Das Fastenbrechen im Ramazan wird über kurz oder lang auch in diesem Lande zu einem festen Brauchtum werden!

Heute früh, also in wenigen Stunden geht das Morgengebet los, zu meiner Schande werde ich es als notorischer Langschläfer und langjähriger Nachtschichtler wohl verpassen. Dafür wird Benny morgen sicher früh aufstehen und mit anderen Kindern zusammen die Nachbarschaft nach Bonbons und Geldgeschenken abgrasen!

Bis Donnerstag wird das Zuckerfest, auf türkisch als „Seker Bayram“ bekannt, andauern und jeder, der in der Moschee oder in Geschäften und Einrichtungen, die Muslimen gehören vorbeischaut könnte Süßigkeiten angeboten kriegen. Die Kinder fühlen sich so wie andere zu Weihnachten weil Eltern und Verwandte ihnen Geschenke machen. Für drei Tage ist jetzt Schlemmerzeit als Ausgleich für einen Monat der Entbehrungen.

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