Ungeachtet von Völkerrecht und internationalen Protesten hat die israelische Marine heute wieder gezeigt wie gut sie sich auf Piraterie versteht!

Das irische Schiff „Rachel Corrie“, das Hilfsgüter und Medikamente für den Gaza-Streifen geladen hatte wurde ebenfalls völkerrechtswidrig unter Androhung von militärischer Gewalt in internationalen Gewässern von israelischen Kriegsschiffen gestoppt und geentert!

Die Besatzung leistete keinen Widerstand wohlweislich, dass sonst die Marinesoldaten wahrscheinlich scharf geschossen hätten!

Ich frage mich nur was unsere Regierung, Europa und die USA nun tun werden wenn offensichtlich ist, dass Israel permanent Völkerrecht bricht und sich eindeutig der Piraterie schuldig macht?!


Webseite: http://www.bbm.gov.tr/Forms/p_main.aspx

Trotz der von israelischen Soldaten getöteten türkischen Zivilisten scheint der türkische Ministerpräsident wieder auf Friedenskurs zu gehen und nur mit friedlichen Mitteln gegen die israelische Gewaltpolitik agieren zu wollen!

Hier die gestrige Rede Erdogans zu den Vorfällen:


„Heute will ich mich nicht nur an mein Volk, sondern an die gesamte Menschheit wenden. Ich möchte mein Verlangen an das Gewissen der Menschheit zu appellieren heute offen mit Ihnen teilen.

Gestern in den dunkelsten Stunden der Nacht geschahen zwei Anschläge. Der erste Anschlag galt unserer Armeeeinheit in Iskenderun und wurde von Terroristen begangen. Bei diesem feigen Anschlag starben 6 Soldaten und 7 wurden verletzt.

Die Schiffe, die Mitgefühl und Solidarität beförderten haben ihr Ziel nicht erreicht. Gestern morgen griffen Einheiten der israelischen Streitkräfte die Schiffe, welche sich auf dem Weg nach Gaza befanden an. Sie vergossen das Blut unschuldiger Menschen.

Dies ist ein Anschlag auf internationales Recht.

Das blutige Massaker der Israelis auf den Hilfskonvoi nach Gaza erfordert jegliche Art der Verurteilung. Dieser Angriff gilt direkt dem internationalen Recht, dem Mitgefühl der Menschen und dem Weltfrieden.

Ich spreche über „das Mitgefühl der Menschen“ weil sich auf dem Schiff Menschen aus 32 Nationen befanden, deren einziges Ziel es war, den unter der Blockade leidenden Menschen zu helfen. Vor dem Ablegen wurde die gesamte Ladung der Weltöffentlichkeit gegenüber deklariert. Als Zeugen befanden sich 60 internationale und einheimische Reporter an Bord.

Es ist eindeutig, dass der Angriff in internationalen Gewässern geschah, dass er den bedürftigen Menschen galt, dass er 600 Helfern und 6 Schiffen, die jenen helfen, deren Häuser zerstört wurden, galt und dass dieser bewaffnete Angriff der Grundsätzen der Vereinten Nationen galt.

Die Schiffe wurden trotz weißer Fahnen angegriffen

An Bord der Schiffe befand sich niemand außer Zivilsten und Hilfspersonal. Die Schiffe hissten weiße Fahnen. Trotz alledem wurden die Schiffe angegriffen. Während dieses Vorfalls befanden wir uns auf unserer Südamerika Reise. Aufgrund des empörenden Anschlages in Hatay und des illegalen Angriffes haben wir unser Program abgebrochen und haben uns in die Türkei begeben.

Die notwendigen Schritte haben wir in der Türkei mit unseren Freunden gemeinsam eingeleitet. Gestern ging Bülent Arinc im Kreise der zuständigen Behörden dieses Thema an. Unser Außenministerium und unsere Streitkräfte verfolgen die Entwicklungen.

Die Republik Türkei nutzt alle Optionen des internationalen Rechts und der Diplomatie und wird dies auch weiterhin tun.

Der Angriff wurde verurteilt

Ich habe auch die internationale Gemeinschaft kontaktiert. Wir haben uns über alle Möglichkeiten in diesem Rahmen in vollem Umfang beraten. Die Türkei folgt internationalem Recht und rief ihren Botschafter aus Tel Aviv zurück. Drei gemeinsame Militärübungen wurden abgesagt. Unser Außenminister reiste nach New York und rief den UN Sicherheitsrat zusammen. Der Sicherheitsrat das das vorgehen verurteilt.

Unsere Jugendnationalmannschaft, welche sich in Israel befand, sagte das Spiel gegen Israel ab. Der UN Sicherheitsrate wurde zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen. Wir fordern die Arabische Union und die Europäische Union auf, ihre Pflicht zu erfüllen.

Wir können unsere eigenen Wunden selbst versorgen

Israel bot uns an, die Verletzten auszufliegen. Allerdings haben wir die Kraft uns um unsere Verwundeten selbst abzuholen und haben das Angebot abgelehnt.

Wir fordern die Herausgabe der beschlagnahmten Schiffe. Die Verletzten werden in der Türkei behandelt werden.

Wir fordern die Israelis auf, die Nachrichtensperre und die Behinderung der Berichterstattung für die Weltöffentlichkeit, die seit der ersten Sekunde des Angriffes andauert, aufzugeben.

Das Embargo gegen den Gaza Streifen muss aufgehoben werden

Wir betonen nochmals, dass das menschenunwürdige Embargo gegen den Gaza Streifen seitens Israel sofort aufgehoben werden muss. Die Hilfslieferungen an die Menschen in Gaza dürfen nicht mehr behindert werden! Wie sie wissen arbeiten wir zusammen mit Spanien an dem Projekt „Allianz der Völker“. Ziel ist es den verschiedenen Kulturen verschiedener Völker einen Weg für das gemeinsame friedliche Leben auszuarbeiten.

Mit Bedauern muss ich sagen, dass die gestrigen Vorfälle ein Rückschritt für dieses Projekt sind. Es wird als große Schande in die Geschichte eingehen.

Das Abschlachten Unschuldiger Menschen und das Behandeln von Zivilisten als Terroristen ist ein Betrug an der Menschlichkeit und eine niederträchtige Frechheit.

Auch im Krieg und im Frieden gibt es Regeln

Wir wissen, dass es sowohl im Krieg als auch im Frieden Gesetze gibt. Man attackiert keine Kinder, Frauen, alten Leute, Zivilisten, Geistliche und jene, welche die weiße Fahne hissen.

Diejenigen, die dies nicht einmal im Frieden achten missbrauchen nicht nur die Gesetze sondern treten sie mit Füßen und hören auf Menschen zu sein.

Sogar Banditen und Piraten halten sich an bestimmte moralische Vorgaben. Für jene, welche keine Empfindsamkeit kennen, wären sogar diese Begriffe als Kompliment aufzufassen.

Der Weltfrieden hat eine große Wunde davongetragen. Der rücksichtslose, moral- und gesetzeslose Angriff Israels muss unter allen Umständen bestraft werden.

Anstatt von jenen, die das Lügen zur Staatspolitik erklärt haben und die ohne zu Erröten Verbrechen begehen eine Aufklärung zu verlangen muss die internationale Gemeinschaft dies selbt untersuchen und rechtliche Schritte einleiten.

So wertvoll unsere Freundschaft ist, so stark ist auch unsere Feindschaft

Die Türkei ist kein neu entstandener wurzelloser Staat. Wir sind auch keine Bananenrepublik. Niemand sollte die Geduld der Türkei auf die Probe stellen. So wertvoll unsere Freundschaft ist, so erbarmungsloser ist auch unsere Feindschaft. Allein die Freundschaft der Türkei zu verlieren, ist bereits ein großer Schlag.

Wir waren stets Freunde Israels und der Juden. Die Israelis, welche diese Tat verurteilen, wissen was für ein großer Fehler es war. Sie verstehen sehr wohl, dass dies ein schwerer Angriff auf unsere Freundschaft war.

Es geht darum, dass die vorhandene Regierung Recht und Gesetze nicht achten, Gewalt ausüben und Blut vergießen und den Frieden bedrohen.

Heute ist ein neuer Tag, eine neue Zeitwende. Es ist offensichtlich, dass nichts so werden wird, wie es einmal war.

Keine Aufklärung ohne Rechenschaft

Ein Staat der massenhaft mordet, massenhaft Massaker begeht, der aggressiv ist, kann ohne Bedauern zu äußern und Rechenschaft abzugeben keine Aufklärung bieten.

Jedes einzelne Schiff war ein Schiff der Barmherzigkeit. Allein das Eingreifen in ein Ziviles Schiff, das Entführen der Passagiere ist 72 Seemeilen jenseits des eigenen Hoheitsgebietes in internationalen Gewässern ein Verbrechen. Daher ist der bewaffnete Angriff auf diese Zivilisten, das Blutvergießen und das Massaker nichts anderes als Staatsterrorismus!

Sie leugnen es. Sie behaupten, mann hätte auf sie geschossen. Wir haben endgültig genug von euren Lügen! Seid endlich ehrlich! Die beschlagnahmten Schiffe sind mitsamt Besatzung und Passagieren auf der Stelle freizulassen. Keiner hat das Recht zu behaupten die Freiwilligen, die Europäischen Abgeordneten, die 60 Reporter wären aus einem anderen Grund als zur humanitären Hilfe dort. Dieser Angriff zeigt einmal mehr die jahrelange menschenverachtende Grausamkeit gegenüber den Palestinensern auf.

Sie wissen zu gut, wie man tötet

Ich habe es schon vorher gesagt (Anm. Übersetzer: gemeint ist Davos). Ich habe gesagt, sie können gut töten. Sie haben einmal mehr der Welt gezeigt, wie gut sie im Morden und im Massaker verrichten sind. Selbst die verletzten auf den Tragen werden mit Handschellen gefesselt. Wie kann man sowas erklären? Es ist nun nicht mehr möglich, der Welt zu erklären, wie wenig diese Menschen die Menschlichkeit achten. Es reicht nicht mehr aus, die Taten zu verurteilen. Ergebnisse müssen endlich folgen! Die Welt muss wissen das am Ende nicht die Gewalt, sondern das Gesetz siegt!

Dies ist unser aller Problem

Israel kann mit keinerlei Begründung diese blutvergießende Politik rechtfertigen. Israel kann mit keinem Vorwand und keiner Begründung seine Hände rein waschen. Die Probleme, die dieser Angriff mit sich gebracht hat, sind die Probleme der gesamten Welt.

Wer auch immer seine Augen vor diesem blutigen Angriff verschließt, muss wissen, dass er zum Mittäter wird. Einmal mehr wurde klar, dass es nicht darum geht, sich gegen Terror zu schützen, sondern ein Gebiet und seine Bevölkerung vollständig zu vernichten.

Sie sollen die Türkei nicht mit anderen gleichstellen

Erst testet ihr an der Bevölkerung eure Phosphorbomben, bombardiert Krankenhäuser und Moscheen und sogar das Büro der Vereinten Nationen und als ob das nicht reicht schneidet ihr die Menschen dort auch noch vom Nötigsten ab!

Ihr werdet mit eurer menschenverachtenden Grausamkeit nicht einmal vor denen Halt machen, welche den Menschen Medizin, Nahrung und Baustoffe bringen wollen. Auch wenn alle die Augen vor dieser Ungerechtigkeit verschließen und, ich sage es offen heraus, dieses hinterhältig unterstützen , so soll Israel die Türkei nicht mit anderen Staaten gleichstellen.

Sie sollten keinesfalls so einen Fehler begehen. Die Folgen wären gravierend. Israel wählt mit seinem Mord auf Hoher See und seinen blutigen Taten der Welt gegenüber die Einsamkeit und Isolation.

Wir werden nicht wegschauen

Auch wenn jeder schweigt, wegschaut und den Rücken kehrt: Wir, die Türkei werden Gaza nicht unseren Rücken kehren und wegschauen!

Unser Volk muss stark sein. Wir werden unsere Märtyrer im Herzen tragen, unsere Verwundeten gemeinsam versorgen. Mit Zufriedenheit beobachten wir, dass unser Volk das Thema mit großer Sensibilität verfolgt. Es wird der Tag kommen, an dem der Großmut und das Mitleid der Menschen Gaza erreichen werden.

Meine Worte gelten jenen, die diese gesetzlosen Angriffe unterstützen

So sehr ihr auch hinter der Illegalität steht, umso stärker stehen wir hinter der Legalität. Je mehr ihr hinter blutigen Operationen steht, desto stärker stehen wir hinter Frieden und Gerechtigkeit!

Je mehr ihr gegen die Zivilisten im Gaza Streifen seid, desto stärker stehen wir hinter ihnen!“

Die Übersetzung stammt von http://mideastcenter.blogspot.com/2010/06/erdogan-mit-historischer-rede.html. Der Autor nennt sich Farooq

Krieg wegen Israel?

31. Mai 2010


Screenshot: welt.de

Das israelische Militär hat in aller Frühe heute zugeschlagen und die in internationalen Gewässer befindliche Hilfsflotte gestürmt. Dabei sind nach Medienberichten 19 Menschen zu Tode gekommen und zahlreiche verletzt worden!

Unter den gestürmten Schiffen war auch der türkischer Frachter „Mavi Marmara“ (Blaue Marmarasee). Die Türkei droht jetzt mit „harter Vergeltung“, was auch im schlimmsten Falle Krieg bedeuten kann! Auf den türkischen Straßen wird laut nach Revanche gerufen und vor der israelischen Botschaft in Ankara sammeln sich massenhaft Demonstranten.

Völlig unabhängig von der Schuldfrage, die sich ohne ernsthafte Untersuchung nicht klären lässt, kann man wohl sagen, dass sich die Israelis mit dieser blutigen Militäraktion selbst geschadet haben!

Unter welchen Umständen es zu den Toten kam muss noch geklärt werden. Israelische Medien behaupten, dass einige Schiffsinsassen bewaffnet gewesen wären und die Elitesoldaten angegriffen hätten.

Was mich nur wundert ist warum die Israelis keine Beweise für diese Behauptung liefern und jeden Kontakt zu den Inhaftierten verhindern.

Immerhin befinden sich darunter auch deutsche Bundestagsabgeordnete und ein schwedischer Schriftsteller (Henning Mankell!).

Wenn die Israelis Recht haben sollten frage ich mich wieso sie die Nachrichtenagenturen in ihrer Arbeit behindern???!!!

01.06.2010: Das Zensurverhalten lässt sich auch an manchen Israel-nahen Blogs erkennen, sowohl auf „Botschaft des Staates Israel“ als auch auf „Spirit of Entebbe“ werden israelkritische Kommentare gar nicht erst zugelassen. Mein dezenter Hinweis auf die Illegalität der israelischen Militäraktion in internationalen Gewässern(!) und die gestiegene Kriegsgefahr wird natürlich gar nicht erst veröffentlicht.

Die Gefangenen im israelischen Militärlager werden übrigens auch noch immer von der Außenwelt abgeschnitten und dürfen noch nicht einmal mit ihren Botschaften in Kontakt treten.

Hat da etwa jemand Angst, dass weitere Infos über den blutigen Einsatz der israelischen Elitesoldaten ans Licht kommen???!!!

Wenn ich daran denke, dass wegen solch einem Boykottaufruf selbst ein erklärter Antifaschist in Duisburg vor kurzem in die Antisemitenecke gerückt wurde zeigt dass doch auch die Unfähigkeit der deutschen Öffentlichkeit und ihrer großen Mainstream-Medien sachlich mit dem Nahost-Konflikt umzugehen und den Staat Israel auch kritisch zu bewerten.

Die kanadische Intellektuelle Naomi Klein hat keine Scheu den Staat Israel und seine Politik auch mit deutlichen Worten zu kritisieren und selbst sogar einen Boykott israelischer Waren zu fordern (was ich persönlich für falsch halte!):

Israel: Boycott, Divest, Sanction
By Naomi Klein – January 8th, 2009

It’s time. Long past time. The best strategy to end the increasingly bloody occupation is for Israel to become the target of the kind of global movement that put an end to apartheid in South Africa.

In July 2005 a huge coalition of Palestinian groups laid out plans to do just that. They called on „people of conscience all over the world to impose broad boycotts and implement divestment initiatives against Israel similar to those applied to South Africa in the apartheid era.“ The campaign Boycott, Divestment and Sanctions—BDS for short—was born.

Every day that Israel pounds Gaza brings more converts to the BDS cause, and talk of cease-fires is doing little to slow the momentum. Support is even emerging among Israeli Jews. In the midst of the assault roughly 500 Israelis, dozens of them well-known artists and scholars, sent a letter to foreign ambassadors stationed in Israel. It calls for „the adoption of immediate restrictive measures and sanctions“ and draws a clear parallel with the antiapartheid struggle. „The boycott on South Africa was effective, but Israel is handled with kid gloves.… This international backing must stop.“

Yet even in the face of these clear calls, many of us still can’t go there. The reasons are complex, emotional and understandable. And they simply aren’t good enough. Economic sanctions are the most effective tools in the nonviolent arsenal. Surrendering them verges on active complicity. Here are the top four objections to the BDS strategy, followed by counterarguments.

1. Punitive measures will alienate rather than persuade Israelis. The world has tried what used to be called „constructive engagement.“ It has failed utterly. Since 2006 Israel has been steadily escalating its criminality: expanding settlements, launching an outrageous war against Lebanon and imposing collective punishment on Gaza through the brutal blockade. Despite this escalation, Israel has not faced punitive measures—quite the opposite. The weapons and $3 billion in annual aid that the US sends to Israel is only the beginning. Throughout this key period, Israel has enjoyed a dramatic improvement in its diplomatic, cultural and trade relations with a variety of other allies. For instance, in 2007 Israel became the first non–Latin American country to sign a free-trade deal with Mercosur. In the first nine months of 2008, Israeli exports to Canada went up 45 percent. A new trade deal with the European Union is set to double Israel’s exports of processed food. And on December 8, European ministers „upgraded“ the EU-Israel Association Agreement, a reward long sought by Jerusalem.*

It is in this context that Israeli leaders started their latest war: confident they would face no meaningful costs. It is remarkable that over seven days of wartime trading, the Tel Aviv Stock Exchange’s flagship index actually went up 10.7 percent. When carrots don’t work, sticks are needed….

………

3. Why single out Israel when the United States, Britain and other Western countries do the same things in Iraq and Afghanistan? Boycott is not a dogma; it is a tactic.(!!!) The reason the BDS strategy should be tried against Israel is practical: in a country so small and trade-dependent, it could actually work….

Der ganze Artikel unter http://www.naomiklein.org/articles/2009/01/israel-boycott-divest-sanction

P.S.: Da ich selbst kein guter Übersetzer bin habe ich den englischen Originaltext hier reingestellt. Wer Probleme mit der englischen Sprache hat kann auf den Übersetzerdienst „Babel Fish“ zurückgreifen. Die Übersetzung liest sich allerdings leider ziemlich holprig lässt aber den Sinn des Textes erkennen!


Homepage der Linken in Duisburg

Jetzt ist der Rücktritt von Hermann Dierkes als OB-Kandidat und Fraktionsvorsitzender der Duisburger Linken auch offiziell! Von WAZ, SPD und BLÖD-Zeitung wurde er zur Strecke gebracht!

Hier die Originalpresseerklärung:

Von: Pressedienst DIE LINKE. NRW [mailto:pressedienst@dielinke-nrw.de]
Gesendet: Donnerstag, 26. Februar 2009 15:48
An: pressedienst@dielinke-nrw.de
Betreff: Pressemitteilung: DIE LINKE. NRW bedauert den Rücktritt von Hermann Dierkes

DIE LINKE. Landesverband NRW, Corneliusstr. 108, 40215 Düsseldorf, Tel. 0211-358903

c/o Ralf Michalowsky, Pressesprecher DIE LINKE. NRW

Düsseldorf, 26. Februar 2009

Pressemitteilung

NRW – Linke bedauern den Rücktritt von Hermann Dierkes

In den vergangenen zwei Tagen wurde in der Presse – und auch in der Partei – Aussagen von Hermann Dierkes, Oberbürgermeisterkandidat für DIE LINKE in Duisburg zum Israel/ Palästina Konflikt diskutiert, in denen auch die Forderung nach einem Israel-Boykott auftauchten. Hermann Dierkes hatte sich dabei auf eine Position aus dem Weltsozialforum bezogen. Es gab auf die Zeitungsartikel und die Erklärungen dazu eine Fülle von Reaktionen aus der gesamten Republik, sowohl aus der Partei als auch von WählerInnen und natürlich auch von politischen GegnerInnen. Dazu gehörte solidarische Kritik ebenso wie Wut und Enttäuschung sowie auch Zuspruch und Unterstützung jeweils aus unterschiedlichen politischen Richtungen und mit unterschiedlichen Argumenten. Es gab aber auch zahllose Mails und Anrufe an Hermann, teilweise mit wüsten Beschimpfungen bis hin zu Morddrohungen. Heute hat er seinen Rücktritt erklärt.

In der Presse und auch aus der Partei heraus wurde Hermann aufgrund seiner Aussagen Antisemitismus unterstellt. Solche Schlüsse kann nur ziehen, wer politisch absolut verblendet ist und die Lebensleistung von Hermann Dierkes nicht kennt. Dierkes ist ein engagierter Kämpfer für den Frieden, für Opfer der NS-Zeit und das Lebensrecht aller Völker – in Duisburg gehört er zu den ersten, die einen Stolperstein zum Gedenken an die Opfer der NS-Zeit gesetzt hat.

Wir möchten in dieser Situation folgendes klarstellen:

Wir teilen die Auffassung vieler Menschen in- und außerhalb der Partei, dass die Unterstützung eines Boykotts gegen die israelische Regierung und Wirtschaft nicht nur vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte schwierig ist. Ein Boykott gegen Israel ist keine Position der LINKEN und soll es auch nicht werden. Ein Boykott muss in erster Linie der deutschen und internationalen Rüstungsindustrie gelten. Wir fordern einen sofortigen Stopp aller Waffenlieferungen an beide Konfliktparteien und einen sofortigen Stopp des Krieges gegen die Menschen in Gaza. Das Existenzrecht Israels ist für uns ebenso unantastbar, wie das Existenzrecht der Palästinenserinnen und Palästinenser.

Wir erleben mit der Presseberichterstattung gegen unsere Partei in diesem Fall erneut, was uns von Seiten der bürgerlichen Medien in den kommenden Monaten blühen wird. Ein Blick nach Hessen genügt, um zu wissen, dass die Medien vor allem den Zweck verfolgen, die Partei zu spalten, indem sie einzelne Sätze von Einzelpersonen ins Zwielicht rückt und damit die Partei unter Druck setzt. Wir erleben das nicht zum ersten Mal. Immer wieder werden dabei Personen der LINKEN und mit diesen die gesamte Partei zur Zielscheibe von Pressekampagnen, denen es nicht um die Menschen im Krieg oder um reaktionäre Tendenzen wie etwa den Antisemitismus geht, sondern darum, uns als politische Kraft mit allen Mitteln zu bekämpfen.

Wir können verstehen, dass Hermann von seiner Kandidatur zurücktritt, weil er dem Druck nicht standhalten kann: Aber wir bedauern seinen Rücktritt sehr und hoffen, dass er die Ruhe und die Kraft findet, weiterhin auch mit und in der Partei DIE LINKE für eine solidarische Welt zu kämpfen, in der die Menschenrechte für alle gelten und von allen geachtet werden!

Kontakte:

o Lamdessprecherin DIE LINKE. NRW: Katharina Schwabedissen, Mobil: 0176-80101671

o Landesprecher DIE LINKE. NRW: Wolfgang Zimmermann, Mobil: 0170-5623323

o Pressesprecher DIE LINKE. NRW: Ralf Michalowsky, Mobil: 01577-3298765

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Termine unserer Partei finden Sie hier: http://www.dielinke-nrw.de/1010.html

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Mit freundlichen Grüßen und der Bitte um Veröffentlichung

Ralf Michalowsky

Stellvertretender Landessprecher und Pressesprecher DIE LINKE. NRW

—– __@

— _`-,_

– (*)/ (*)

Ralf Michalowsky

Grüner Weg 19

45966 Gladbeck

Tel. 02043-56706

Handy: 01577-3298765

FAX und AB: 01212-5-103-47-038 (kommt per Mail bei mir an)

Mail: ralf@michalowsky.de

http://www.dielinke-nrw.de


Spätestens jetzt hat die Linke begriffen, dass die großen Medien in diesem Lande vom Kapital und seinen Parteien gesteuert werden und es dringend notwendig wird alternative bürgernahe Medien zu schaffen.

Von der WAZ abgeschossen!

26. Februar 2009

Gerade höre ich, dass Hermann Dierkes als OB-Kandidat der Duisburger Linken und auch als Fraktionsvorsitzender zurücktritt!

Das finde ich bedauerlich und für die Duisburger Linke wird das auch sicher noch negative Folgen haben wenn ihr profilierter Frontmann im Duisburger Rathaus wegen der der medialen Kampagne von WAZ, BLÖD-Zeitung und SPD zurücktritt.

Ich fand das zwar blödsinnig zum Boykott von israelischen Waren aufzurufen, aber deswegen zurücktreten???

Offenbar war der öffentliche Druck der bundesweiten Medienkampagne zu groß geworden. Und das SPD-Propagandaorgan „WAZ“ tat sich da besonders hervor mit mehreren Artikeln in denen dem überzeugten Antifaschisten Dierkes subtil unterstellt wurde er würde antisemitische Parolen verbreiten. Als ob jede Kritik an Israel gleich mit Antisemitismus gleichzusetzen sei!

Die Duisburger aSozialdemokraten nutzten die Gelegenheit um den linken OB-Kandidaten zu demontieren um so die Chancen für den Wiedereinzug eines BRANDTstifters ins Duisburger Rathaus zu erhöhen.

SPD und WAZ sind eben immer noch ein fast unschlagbares Duo um die öffentliche Meinung zu manipulieren.

Jeden Morgen bekomme ich auf der Arbeit einen ganzen Stapel neuer Zeitungen auf meinem Schreibtisch. Und über manche Schlagzeile wundere ich mich auch!

3 Schlagzeilen mit schlechtem Inhalt fielen mir sofort auf. Wobei mich die mit dem OB-Kandidaten der Duisburger Linken am meisten verwunderte: die Forderung nach einem Boykott israelischer Waren um eine bessere und friedlichere Politik im Nahen Osten zu bewirken schien mir fast surreal.

Man kann ja drüber streiten, ob solche Boykotte irgendeinen Sinn machen aber dass man auch gerade als Linker mit solchen Forderungen ziemlich in „die Sch..ße packen“ kann wird der Kollege Dierkes jetzt auch gemerkt haben.

So wie die Medien darauf abfahren und die WAZ als SPD-Propagandaorgan nun die Gelegenheit nutzt die linke Konkurrenz publizistisch abzufertigen ist doch erstaunlich. Mehrere Berichte mit Kommentar in der überregionalen Ausgabe zeigen schon die Wichtigkeit. Selbst die BLÖD-Zeitung freut sich über die Gelegenheit die Linke nun in die Antisemiten-Ecke zu stellen. Ich halte die Boykottaufforderung des Kollegen Dierkes auch für verfehlt, aber diese mediale Kampagne gegen die Duisburger Linke und ihren OB-Kandidaten wirkt auch übertrieben inszeniert.

Die zwei anderen Schlagzeilen werden da schnell übersehen obwohl sie eigentlich wichtiger und realer sind. Denn wenn Arbeitnehmer wegen 1,30 EURO fristlos gefeuert werden während asoziale Spekulanten Milliardenschäden ungestraft und mit lukrativen Boni obendrauf anrichten dürfen zeigt das die Verkommenheit des Kapitals. Aber der kleine Arbeitnehmer zählt eben nicht viel.

Nur die dritte schlechte Schlagzeile beschämte mich: ein türkischer Ehemann, dessen Macho-Ehre es wohl nicht zuließ, dass seine Frau sich von ihm getrennt hatte und der deswegen die gemeinsame Tochter entführte. Dass selbst heute im 21. Jahrhundert manche Männer nicht in der Lage sind vernünftiger mit Familienproblemen umzugehen ist wohl nur durch falsch verstandenes Ehrgefühl und großem Mangel an Bildung zu erklären. Ich hoffe, dass dieser Macho in der Türkei gefasst und empfindlich bestraft wird!

Ob ich mir morgen noch die Zeitungen näher ansehe überlege ich mir jetzt erstmal!

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