Kleingeld

Gerade habe ich in den Nachrichten gehört, dass die Zeitungsjournalisten streiken wollen um ihre Gehälter vor Kürzungen zu schützen!

Als Arbeitnehmer bin ich natürlich mit anderen Kollegen solidarisch wenn diese um ihren Lebensunterhalt kämpfen. Aber als ich hörte, dass Journalisten schon mit ihrem Einstiegsgehalt fast 3000 EURO Monatsgehalt haben und davon sogar 13,75 Monatsgehälter bekommen habe ich jedes Gefühl von Solidarität verloren und stattdessen die Einsicht gewonnen, dass manche Kollegen gar nicht wissen wie gut es ihnen geht und wie die Realität auf dem heutigen Arbeitsmarkt aussieht. Mein Kollege, der für ca. 1100 EURO(!) im Monat im WAZ-Verlagshaus an der Pforte arbeitet wäre froh wenn er auch nur die Hälfte des Geldes bekäme, dass Berufsanfänger in den Redaktionen des WAZ-Konzerns bekommen, von den schlechten Bedingungen in seinem Arbeitsvertrag mal gar nicht zu sprechen.

Die großartigen Kollegen von der Gewerkschaft ver.di, die sich so gerne in der Rolle des Revolutionärs gefallen sollten vielleicht mal darüber nachdenken ob sie nicht erst für diejenigen mehr tun, die nun wirklich für wenig Geld arbeiten müssen anstatt für die privilegierten Gutverdiener in den Verlagshäusern einen Streik auszurufen, die nebenbei bemerkt gerade bei der WAZ/NRZ vor allem mehr durch Parteipropaganda als durch guten Journalismus aufgefallen sind!

Die Sicherheitsleute werden von ver.di jedenfalls mit einem ziemlich armseligen Tarifvertrag bedacht in dem es weder ein 13. Monatsgehalt bzw. „Weihnachtsgeld“ gibt noch so etwas wie Urlaubsgeld!

Manchmal beneide ich die Niederländer: nicht nur dass die Häuser da schöner aussehen und der Kaffee deutlich billiger ist, nein auch die Journalisten dort können anscheinend viel kritischer sein als die hiesigen Hofberichterstatter unserer Massenmedien!


Irgendwie hätte ich mir gewünscht, dass das auch mal in der „Tagesschau“ oder dem „Heute-Journal“ gezeigt worden wäre!

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