Helau 2011

5. März 2011

Am heutigen Nelkensamstagszug in Hochheide konnte Benny zum ersten Mal im Clownskostüm mitfeiern und viele Süßigkeiten wie Plüschtiere einheimsen!


Karneval ist eben auch ein Fest für Kinder! Vielleicht ist mir das früher nicht so sehr aufgefallen, aber ich hatte diesmal den Eindruck, dass besonders viele Kinder in Kostümen unterwegs waren und wie Benny ständig voller Inbrunst „Helau“ riefen! Auch war der Zug diesmal etwas länger als letztes Mal und startete mit Verspätung. Der Stimmung hat das aber nicht geschadet!

Alle Welt gedachte gestern des Mauerfalls vor 20 Jahren in Berlin! Aber da war auch noch was anderes am 09. November: 1938 brannten in diesem Lande Synagogen und wurden Menschen ermordet weil sie jüdischen Glaubens waren.

Im Duisburger Rathaus gab es gestern abend aus diesem Anlass eine Gedenkveranstaltung, die auch sehr gut besucht war! Der Ratssaal war proppevoll, und selbst die Zuschauertribünen waren voll. Ein städtischer Mitarbeiter meinte ganz überrascht, dass das nicht erwartet worden war da doch heute alle den zwanzigsten Jahrestages des Mauerfalls feiern würden!

Wenn man mal von dem üblichen Gedenkritualen mit Reden und Vorlesungen von Schülern absieht war die Veranstaltung im Duisburger Rathaus sehr gelungen weil ein Publizist mit Namen Günther G. Ginzel in seiner Rede sehr interessante und nachdenkenswerte Aspekte zur Sprache brachte. Nicht nur, dass er vor einer erstarrten und zu ritualisierten Gedenkkultur warnte, er fragte auch warum das Gedenken an den Widerstand gegen die Naziherrschaft zu sehr den militärischen Widerstand um Stauffenberg und andere hohe Militärs der Wehrmacht glorifiziert und die wenigen einfachen Widerstandskämpfer wie einen Georg Elser völlig vernachlässigt. Als die Wehrmachtsoffiziere des 20. Juli 1944 ihren Anschlag auf Hitler wagten waren seine Familienmitglieder schon ermordet wie der jüdische Publizist Ginzel feststellte! Die Wehrmachtsoffiziere hätten für Hitler ein Weltreich erobert wenn es gut gegangen wäre! Erst als sich die Niederlage abzeichnete trauten sie sich zum Widerstand!

Deswegen appelierte er auch eindringlich an alle aktiv zu werden gegen Verfolgung und Diskriminierung! Er erinnerte ebenso daran, dass auch die Vertreter jüdischer Gemeinden sich in Köln für den Bau der Moschee stark gemacht haben weil sie auch die Rechte der Muslime auf einen würdigen Ort für ihre Glaubensausübung respektieren.

Ich muss sagen, dass mir die Rede von Herrn Ginzel imponierte weil er sich auch den üblichen Frontstellungen verweigerte  und zu einem Bekenntnis zu humanistischen Werten und einem respektvollen Zusammenleben unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen aufrief! In Zeiten der medialen Kultur- und Religionskriege waren das guttuende und zugleich aufklärerische Worte!

Jubelnd zum Wehrdienst

28. Mai 2009

Abschied zum Wehrdienst

Abschied zum Wehrdienst

Gestern war ich mit meinem Schwager auf dem Busbahnhof von Karabük zur Verabschiedung der jungen Wehrpflichtigen!

Und da herrschte eine unglaubliche fröhliche Volksfeststimmung mit Musik, Tanz und Jubelsprechchören! Das kann man sich als dem Militär kritisch eingestellter Mensch gar nicht vorstellen, dass junge Leute mit Begeisterung zur Armee gehen. Und viele dieser jungen Leute werden wahrscheinlich ihre 15 Monate in Südostanatolien ableisten müssen. Also mitten im Kampfgebiet der PKK! Gestern starben übrigens wieder junge Soldaten durch einen Bombenanschlag in Çukurca!!!

Auch einige Freunde meines Schwagers haben wir gestern verabschiedet. Hoffentlich kommen sie gesund und heil wieder zurück! Mein Schwager hat dann seinen Freunden auch noch Geld zugsteckt, eine alte Sitte, wie er mir erklärte damit die harte Zeit im Wehrdienst besser überstanden wird.

Ich bin immer noch erstaunt mit welcher Selbstverständlichkeit die türkische Jugend bereit ist mit Begeisterung ihr Land als Soldaten zu verteidigen. Und der türkische Wehrdienst ist alles andere als ein Zuckerschlecken! Aber die Armee ist in der Türkei eine Institution die über jeder Kritik steht, und die Bombenanschläge der letzten Zeit scheinen die Entschlossenheit der Menschen noch weiter gefestigt zu haben das Land gegen die PKK zu verteidigen!

Ich befürchte ja, dass dieser Krieg in Südostanatolien noch viele Jahre lang weitergehen wird und noch viele junge Menschen dort ihr Leben riskieren müssen!

Gerade höre ich in den Nachrichten des türkischen Senders TRT, dass die Anzahl der Opfer des Bombenanschlags auf acht gestiegen ist und die Armee als Antwort darauf PKK-Lager im Nord-Irak mit der Luftwaffe angegriffen hat.

Benny auf dem Arbeitsamt!

17. August 2008

Ich könnte jetzt ja schreiben man kann gar nicht früh genug mit der Arbeitssuche anfangen aber das wäre natürlich vollkommen übertrieben!

Nur fragte ich mich schon ob mein Sohn eines Tages bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben wird wie ich heute als er anfing mit dem Computer auf dem Arbeitsamt zu spielen. Denn in diesem Land hat sich ja laut Sozialforschern eine strukturelle Benachteiligung von Menschen mit wenig Einkommen herausgebildet. Und sowas wie sozialer Aufstieg soll auch noch kaum möglich sein. Laut Sozialstudien!

Arm geboren und arm geblieben sozusagen! Doch dagegen kämpfe ich trotzdem an und versuche meinem Kleinen eine möglichst gute Bildung und Erziehung zu geben. Denn schlau ist er, jedenfalls findet er immer einen Weg um Kekse und Schokolade aus dem oberen Fächern des Wohnzimmerschranks zu stehlen, und am Computer spielt er natürlich auch schon herum.

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass er später keine Benachteiligungen wegen Herkunft oder sozialer Stellung erdulden muss. Denn auch wenn es altmodisch und „sozialromantisch“ sein sollte denke ich doch, dass alle Kinder diesem Land gleich viel wert sein sollten!

Auch wenn die Wirklichkeit (siehe Erziehungsgeld) leider anders aussieht!

Ein Zaun für die Skaterbahn!

Was sah ich denn da heute morgen an der Skaterbahn: es wird eine Holzwand errichtet! Offenbar soll das die berühmt-berüchtigte „Lärmschutzwand“ sein.

Ein Zaun für die Skaterbahn!

Da hat die Kampagne der Linken im Bezirk doch was gebracht denn so schnell arbeitet die Verwaltung selten. Und da meine ich sogar den heimlichen Herrscher von Homberg, Grindberg, gesehen zu haben wie er die Arbeiten persönlich inspizierte!

Jetzt ist nur zu hoffen, dass die Skaterbahn auch wirklich wieder sehr früh geöffnet wird!

Ein Zaun für die Skaterbahn!

P.S.: Wahrscheinlich wird gerade ein Pressetermin für die örtlichen aSozialdemokraten vorbereitet damit sie sich in ihrer inoffiziellen Parteizeitung NRZ/WAZ bald wieder selbst bejubeln können.

Skaterbahn in Hochheide

Nun ist die Skaterbahn in Hochheide schon seit einigen Wochen dicht weil es dort zu laut sein soll. Das alles liegt wohl an fehlerhaften Lärmgutachten und nicht eingehaltenen Richtlinien beim Bau der Bahn!

Da reicht dann schon die Beschwerde eines Anwohners aus um die Verwaltung die Skaterbahn schließen zu lassen. Und die gleiche Verwaltung hat eben bei der Inbetriebnahme der Skaterbahn nicht darauf geachtet, dass auch die Lärmschutzrichtlinien eingehalten werden. Wieder also haben unsere örtlichen Apparatschiks aus dem Homberger Rathaus mal wieder versagt.

Skaterbahn in Hochheide

Im Blog des Bürgervereins Haesen und Gerdt wird das Thema seit einigen Wochen engagiert diskutiert und dabei fällt auf, dass außer dem Bezirksvertreter der Linken, Roland Busche, sich kein örtlicher Politiker aus dem Stadtteil dazu äußert. Symptomatisch für die Bürgerferne der meisten Parteien.

Immerhin gibt es vom linken „Homberger Signal“ morgen, dem 18. Juni, eine offene Sitzung zu dem Thema wo jeder Bürger sich beteiligen kann: um 19:00 Uhr im Hochheider Hof an der Rheinpreussenstraße/Ecke Moerser Straße geht es los. Dann finden sich hoffentlich Wege um die Bahn so schnell wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen!

Hier auch ein Auszug aus der neuesten Presseerklärung des linken Bündnisses dazu:

Skaterbahn in Hochheide
Linke fordern Beseitigung des Lärmelements um die Skaterbahn sofort zu öffnen

Damit die Skaterbahn umgehend geöffnet werden kann, fordert DIE LINKE die Entfernung des Elements, dass für die Überschreitung des Lärmrichtwertes verantwortlich ist.

„Die Entfernung dauert nur wenige Stunden, dann stimmt das Gutachten und der Lärm ist gleichzeitig im Normbereich“, so Bezirksvertreter Roland Busche.

Busche weiter: „Es hört sich etwas skurril an, aber wenn ein Element fehlt, dass nicht geprüft worden ist, dann ist das Gutachten in Ordnung. Für uns ist dies eine Möglichkeit den Interessen der Jugendlichen entgegenzukommen und die Lärmschutzgesetze einzuhalten.“

„Es mag ja sein, dass Genehmigungsvorschriften einige Zeit brauchen, es kann aber nicht sein, dass diese Vorschriften zur Dauerblockade dringend benötigter Einrichtungen führen“, so Ortsverbandssprecherin Margret Fink. „Wir fühlen uns in unserer Politik bestätigt, denn eine seriöse Planung hätte das Chaos um die Bahn verhindert und den Jugendlichen mitten im Sommer eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung ermöglicht, stattdessen ging es einigen Politikern eher darum in der Presse zu erscheinen, jetzt rächt sich diese Politik, und schadet unseren Kindern…..

der ganze Artikel—>

Die Augustastrasse in Homberg

Gerade habe ich durch einen Eintrag in meinem Kontaktformular auf www.der-gruen.de erfahren, dass es heute wieder Randale auf der Homberger Augustastraße gegeben haben soll!


Aus WWW Formular von:
XYZ (xxxxxxx@hotmail.com) am Montag, 18. Februar 2008 um 13:29:38 Uhr
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text: Wie ich erfahren habe wurde auf der Augusta. str. wieder randaliert und
zwar waren diesmal die kleinen Schaukästen Opfer einer Jugendgang (5 Leute
darunter auch Mädchen). Wie es mir geschildert wurde hat ein 18-20 jähriges
Mädchen dort randaliert, als eine Bürgerin „leichtsinniger weise“ mit einen
Polizei Anruf gedroht hat wurde diese Verbal zur ruhe gebracht „Halt deine
Fresse oder du bekommst auch eins in deine Fresse“. Ich selber war leider nicht
anwesend aber ich dachte sofort an ihren Blog vielleicht haben Sie ja schon mehr
in Erfahrung gebracht. Es stimmt mich sehr traurig das immer mehr Jugendliche in
Homberg soviel Hass in sich tragen aufgrund ihrer Hoffnungslosen Situation
irgendetwas im Leben zu erreichen.

MfG

XYZ

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Wer weiß mehr? Auf meinem Kontaktformular kann man mir Meldungen zuschicken über Ereignisse in Homberg, Hochheide, Haesen und Umgebung! Auf Wunsch wird das auch hier anonym veröffentlicht!

Jeden Tag Polizei!

Am alltäglichen Anblick der Einsatzwagen der Polizei und den Polizisten in Kampfmontur hat man sich schon gewöhnt. Und viele Bürger sind auch froh, dass den pöbelnden Jugendgruppen in der Hochheider Ladenstadt Einhalt geboten wird.

Nur kann das jetzt eine dauerhafte Lösung sein alleine mit Repression den Stadtteil zu befrieden?! Ich finde es auch beunruhigend wenn jetzt öfters Jugendliche und Polizei aneinanderrasseln wie heute abend, wo die Polizei wieder Platzverweise aussprach und mancher Jugendliche sich heftige Wortgefechte mit den Beamten lieferte („…was wollt ihr denn, ich habe doch gar nichts gemacht…„). Während mancher Bürger dann murmelt „…endlich wird mal was gegen die gemacht…„, „…jetzt kriegen sie das Pack mal an den Kragen…“ und ähnlich wenig freundliche Gedanken halblaut äußern.

Das, und die leider nicht selten rassistisch gefärbten Meinungen im Internetportal „derWesten“ lassen nichts Gutes für das künftige Zusammenleben im Stadtteil erwarten. Da bricht bei vielen Bürgern wohl der Frust über den Niedergang des Stadtteils Hochheide leider auch in pauschalen Schuldzuweisungen gegenüber Menschen ausländischer Herkunft oder pauschal gegen Muslime aus.

Dass Kriminalität nicht mit Herkunft oder Religionszugehörigkeit zu tun hat wird jetzt ausgeblendet weil leider viele zwielichtige Gestalten in Hochheide ausländischer Herkunft sind. Und mancher sieht da seine Vorurteile (gerne?) bestätigt.

Die herrschende Politik im Homberger Rathaus hat dieser Entwicklung lange tatenlos zugesehen und wurde durch die Silvesterkrawalle unsanft geweckt und will jetzt mit neuen Vorschlägen die jahrelange Untätigkeit vergessen machen. Aber wo bleiben neben mehr Polizei die sozialen Maßnahmen um die Jugend im Stadtteil wieder aufzubauen und ihr legale Perspektiven anzubieten? Von „paradiesischen Zuständen“ wird ein Jugendamtsleiter Krützberg jetzt wohl nicht mehr reden. Aber sind er und seine Behörde bereit mal endlich Streetworker in den Stadtteil zu schicken und mit anderen Behörden und Institutionen Maßnahmen zu entwickeln um die Jugend von der Straße zu holen?!

Diese Frage stelle ich mir, bin ich es alleine?

Hochheide

Wie friedlich und ruhig doch unser Hochheide sein kann! Das Einkaufen war heute angenehm ruhig und die martialisch auftretenden Jugendgruppen auf dem Marktplatz fehlten völlig.

Die einzigen, die heute Unruhe verbreiteten waren unsere „werten“ Provinzpolitiker aus dem Homberger Rathaus, die in der ihnen hörigen Lokalpresse allerlei neue Maßnahmen verkündeten und sich jetzt als „Law and Order“-Vertreter darstellen nachdem sie jahrelang die Probleme in Hochheide verharmlost haben.

Wie dem auch sei es herrscht erstmal Ruhe nach dem Sturm, oder vielleicht auch wieder vor dem Sturm? Denn die Hundertschaft der Polizei wird mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit bald wieder abgezogen werden. Und dann ist es mit der jetzigen massiven Präsenz erstmal vorbei. Dann streift wieder der Bezirksbeamte alleine durch die Gegend, wie vor ein paar Wochen wo ich ihn traf und er mir auf Nachfrage erklärte es gäbe leider nicht genug Leute für Fußstreifen. Mal sehen ob die Polizei nächste Woche wieder nur in Minibesetzung durch den Stadtteil streift.

Und da sind ja auch die Probleme, die keine Polizei der Welt lösen kann und die weiterhin fortbestehen: Armut, Verelendung, Leerstand und Bevölkerungsflucht werden jetzt wohl intensiver weitergehen. Immerhin ist jetzt auch von SPD und CDU auf einmal erkannt worden, dass hier soziale Maßnahmen im Stadtteil dringend benötigt werden. Wenn denn die Ankündigungen in der Lokalpresse auch wirklich ernst gemeint sind. Da hätte man vielleicht mal früher auf Bürger und auch die Linke hören sollen, die schon seit Jahren mehr Anstregungen für den Stadtteil fordern.

Hochheide, quo vadis?

Ich bin jetzt mal gespannt ob sich wirklich was ändert oder nach ein paar Wochen die Aufmerksamkeit unserer Provinzpolitiker wieder nachlässt und Hochheide weiter seinem Schicksal überlassen bleibt!

Kaputt

Auch am dritten Tag nach den Krawallen ist die Stimmung in Hochheide noch merklich gedrückt. Als ich die Blumenverkäuferin auf ihre zerbrochene Schaufensterscheibe anspreche meint sie nur sie wisse nicht wer das war und sei froh nicht dagewesen zu sein als das passierte!

Zwischen den Geschäften in der Ladenstadt sehe ich immer wieder kleine Gruppen von Bürgern sich miteinander leise unterhalten, und ich glaube es hat was mit den Ereignissen aus der Silvesternacht zu tun.

Es ist eine spürbar gedrückte Stimmung in der Ladenstadt vorhanden. Immerhin sind die Gruppen von Jugendlichen nicht mehr zu sehen, die sonst immer auf dem Markt rumlaufen oder vorm Telefonladen herum hängen. Die deutliche Polizeipräsenz hat hier also was bewirkt. Ständig fahren jetzt Steifen- und Einsatzwagen der Polizei durch die Gegend. Aber die Falschparker vor der Citibank scheint das nicht abzuschrecken!

Es herrscht scheinbar Ruhe! Nur in der Presse und im Onlineportal „derWesten“ kocht jetzt Volkeszorn über die Migranten. Und leider auch mit deutlich rassistischem Unterton in vielen Beiträgen. Auf die Provinzpolitiker wird da allerdings auch berechtigterweise geschimpft. Die melden sich jetzt auch in der parteihörigen Lokalpresse mit mehrtägiger Verspätung zu Wort und versprechen Dinge, die früher nicht möglich waren! Ist doch rührend wie die jetzt vergessen machen wollen wie sie früher die Verhältnisse im Stadtteil verharmlost haben!

Nach jahrelanger Ignoranz kommt nun Aktionismus denn schließlich ist in einem guten Jahr schon Kommunalwahl!

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