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Offizielles Gefahrensymbol

Gestern nachmittag wurde im Huckinger Steinhof im Duisburger Süden eine öffentliche Sondersitzung der Ausschüsse für Umwelt und Stadtentwicklung sowie der Bezirksvertretung Süd mit reger Bürgerbeteiligung abgehalten um die umstrittene CO-Pipeline der „Bayer Materia Science“ von Dormagen nach Uerdingen zu behandeln

Während der Bayer-Vertreter das Projekt verteidigte und die üblichen Standardargumente mit Arbeitsplätzen und wirtschaftlichen Nutzen sowie vielen Folgeaufträge für andere Unternehmen in der Region brachte waren die zahlreichen Bürger und die Bürgerinitiative „COntra Pipeline“ natürlich gegen das Projekt vor ihrer Haustür. Die Argumente beider Seiten klangen überzeugend, aber alleine die Vorstellung, dass ein hochgiftiges Gas wie Kohlenmonoxid (CO) mit 13,5 Bar Betriebsdruck in einer unterirdischen Pipeline durch Wohngebiete und nur wenige Meter an Schulen und Kindergärten vorbeigeleitet wird löst so große Ängste aus, dass der Bayer-Vertreter und die FDP-Mitglieder der Ausschüsse, die als einzige das Pipeline-Projekt verteidigten, einen sehr schweren Stand hatten während alle anderen Parteien und auch die Stadtverwaltung sowie die städtische Feuerwehr aus Sicherheitsgründen gegen die CO-Pipeline Stellung nahmen. Da half dann auch der Werbefilm von Bayer nicht, der einen Bagger zeigte wie der mit voller Wucht seine Schaufel auf die Pipeline schlägt und die Leitung dies ohne größere Macken übersteht.

Dass Bayer auch ausgerechnet an der Sicherheit spart und meint das hochgiftige Gas in der Nähe von Schulen und Kindergärten in seiner unterirdischen Pipeline vorbeileiten zu müssen hat mich auch erschreckt. Da werden einfach andere Rohre mit weniger Wanddicke eingesetzt als im ursprünglichen Plan vorgesehen und das Leckortungssystem „LEOS“ arbeitet laut Stadt angeblich nicht zuverlässig bei gasförmigen Stoffen was im schlimmsten Falle viele Menschenleben kosten könnte. Denn Kohlenmonoxid ist schon in kleinsten Mengen ab 50 ppm (parts per million) gesundheitsgefährdend, ab 200 ppm ist es tödlich. Da das Gas auch geruchs- und geschmacklos ist kommt dem Leckortungssystem, also dem Alarm bei einer Leckage eine lebensrettende Bedeutung zu. Daran zu sparen ist unverantwortlich. Hat ein milliardenschwerer Konzern wie Bayer das nötig?

Mit höchsten Sicherheitsstandards wäre so eine Pipeline vielleicht noch zu rechtfertigen um tausende gutbezahlte Arbeitsplätze zu sichern, aber so stimme ich einem Bezirksvertreter aus dem Duisburger Süden zu der meinte, dass die Menschen gelernt haben mit der Industrie zu leben, aber nicht für die Industrie sterben wollen.

Allerdings hat die Geschichte auch noch eine andere Seite, die die Parteien SPD, CDU und Grüne gerne vergessen machen wollen: im Landtag haben sie alle einstimmig vor einigen Jahren für ein Gesetz gestimmt, dass die CO-Pipeline ermöglichen sollte. Damals, es muss im Jahr 2006 gewesen sein, war laut FDP-Vertretern sogar der Noch-Stadtdirektor Dr. Greulich kein Gegner des Bayer-Projektes gewesen und hatte angeblich auch keine Bedenken gegen den jetzigen Trassenverlauf der CO-Pipeline. Das werde ich mal überprüfen!

Aktuelle Informationen von Bayer sowie den Gegnern des CO-Pipelineprojektes finden sich auf folgenden Webseiten:

http://www.pipeline.bayer.de/

http://www.contra-pipeline.de/

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Heute muss Benny zuhause bleiben! Denn der Kindergarten, in dem er sonst gerne mit anderen Kindern zusammen spielt, streikt heute!


Zum Glück bin ich ja tagsüber zuhause und kann ab mittag für ihn da sein wenn ich meinen Schlaf nachgeholt habe den ich für die Nachtschicht opfern musste. Nur wird es sicher auch andere Eltern geben, die ernste Probleme bekommen wenn ihre Kinder nicht zur Kita gehen können während sie arbeiten. Berufstätige Mütter und Väter werden heute also Schwierigkeiten haben wenn die Gewerkschaft Ver.di ihren Arbeitskampf für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen der Erzieher durchzieht. Eventuell sogar unbegrenzt. Dann würden die Probleme für die Eltern sich nächste Woche fortsetzen!

Ich bin sicher, dass die Beschäftigten in den Kitas überwiegend gute Arbeit leisten und dafür nicht leistungsgerecht bezahlt werden. Auf kleine wilde Anarchisten aufzupassen und sie pädagogisch wertvoll zu erziehen ist sicher nicht leicht. Da sind Löhne von 1500 EURO brutto im Monat eine bescheidene Bezahlung!

Wenn man bedenkt, dass in den letzten Monaten gigantische Milliardensummen für Spekulanten und ihre Banken verpulvert wurden und der Bundesfinanzminister deswegen nun zum größten Schuldenminister aller Zeiten wird sollte es doch selbstverständlich sein so wichtige Sachen wie Kitas auch ordentlich zu finanzieren!


Der Streik hat also durchaus seine Berechtigung, nur dass er leider auf dem Rücken der Kinder und Eltern ausgetragen wird, die auf die Dienste der Kitas angewiesen sind! Das ist leider den Kollegen von der Gewerkschaft aber nicht so wichtig, dass jetzt gerade Arbeitnehmerfamilien ein Problem haben werden zum Broterwerb aufzubrechen wenn die eigenen Kinder zuhause bleiben müssen!

Benny ist auf dem Weg!

16. April 2009

Seit einer Woche rast Benny mit seinem kleinen Fahrrad durch die Gegend. Es sind zwar noch Stützräder dran, aber die braucht er bald wohl nicht mehr!

In drei Monaten wird er vier Jahre alt und ist höchst agil, klettert aus Fenstern und spricht jetzt zwei Sprachen. Also müsste er alle Chancen haben um im seinen zukünftigen Leben Erfolg zu haben. Jeder Tag mit Benny ist das genaue Gegenteil von Ruhe und Gemütlichkeit. Aber ich möchte meinen Sohn keinen Tag missen, ich würde mir nur wünschen er würde nicht so einen Stress machen wenn es Zeit wird schlafen zu gehen.

Mal sehen wie er in zwei Jahren mit seiner nur schwer zu kontrollierenden Dynamik in unserem Schulsystem zurechtkommen wird. Beim „Delfin“-Test im Kindergarten hat er sich schlicht geweigert auf die Fragen zu antworten. Überhaupt zeigt er Fremden gegenüber eine große Scheu und wird sehr einsilbig. Das wird in der Schule vielleicht zum Nachteil für ihn. Denn längere Zeit ruhig sitzen zu bleiben und Fragen zu beantworten liegt ihm gar nicht.

Die Kindergärtnerin meinte allerdings, dass viele Kinder mit diesem „Delfin“-Sprachstandstest nicht zurechtkommen. Ist auch irgendwie blödsinnig Kinder, die nicht mal 4 Jahre alt sind einem Test mit Fragekatalog zu unterziehen. Deshalb bin ich bei allem Vaterstolz ein wenig skeptisch ob mein Sohn wirklich alle Chancen in dieser Gesellschaft haben wird und seine Talente auch im Bildungssystem erkannt und gefördert werden.

Ich und meine Frau überlegen schon ob wir ihn nicht besser auf entfernt gelegene Schulen schicken sollen, die weit entfernt vom Hochheider Dunstkreis liegen und einen guten Bildungsschnitt aufweisen. Aber dann sage ich mir auch, dass meine Ängste wohl übertrieben sind und Benny seinen Weg zum Glück finden wird. Hoffentlich!


Am Donnerstag war ich auf der Sondersitzung zum Konjunkturpaket in Duisburg. Im Citipalais tagten gleich mehrere Ausschüsse um schnell über die Verwendung des Geldes zu entscheiden. Denn die Euros müssen schnell ausgegeben werden! So verlangt es die Bundesregierung!

Am Anfang der Sitzung mit rund 200 anwesenden Kommunalpolitikern war aber erstmal nur das übliche Parteiengezänk. Grüne und SPD beharkten sich heftig gegenseitig und die SPD wollte auf jeden Fall einen Beschluss der Ausschüsse verhindern auch indem sie die Beschlussfähigkeit aller Ratsausschüsse prüfen ließ was dann auch einige Zeit in Anspruch nahm.

Zudem verhielten sich auch einige Kommunalpolitiker (wahrscheinlich von der SPD!) alles andere als vorbildlich und störten mit Zwischenrufen dermaßen den Sitzungsverlauf, dass der OB das Wort ergriff und dazu aufforderte der Öffentlichkeit nicht so ein erbärmliches Bild zu bieten.

Irgendwie drängt sich einem der Eindruck auf, dass selbst in einer so wichtigen Angelegenheit die Parteien im Duisburger Rathaus nicht in der Lage sind konstruktiv zusammenzuarbeiten. Im Laufe der Sitzung gingen dann auch viele wieder.

Dabei gibt es ja auch berechtigte Kritikpunkte, auf die wurde aber auch eingegangen und so mancher Unsinn auch gestoppt. Der OB versprach umfassende Infos über alle Maßnahmen.

Gut fande ich schon mal, dass der geplante neue Fahrbahnbelag auf der Moerser Straße in Hochheide nun doch nicht kommt. Denn in einer Tempo-30-Zone halte ich das für überflüssigen Luxus zumal die Straße in einem guten Zustand ist und die wenigen Raser dort nicht auch noch mit neuem Asphalt belohnt werden sollten.

Nun können alle Bürger nur hoffen, dass die 67 Millionen Euro schnell und verantwortungsbewusst ausgegeben werden und der Rat der Stadt am Montag möglichst einvernehmlich darüber beschließt damit die Betriebe in Duisburg schnell was davon haben und Schulen und Kindergärten bald auf Vordermann gebracht werden!

Benny langweilt sich…

5. März 2009

…aber es geht ihm jetzt besser! Seit letzten Freitag hatte er ja heftige Fieberanfälle, Übelkeit und Durchfall als ich ihn aus dem Kindergarten abholte!

Ich danke für die vielen Genesungswünsche, die hier und in einigen eMails mitgeteilt wurden. Traurig ist für ihn nur, dass er die letzten Tage zuhause bleiben musste um gesund zu werden. Das fällt einem kleinen wilden Jungen wie ihm nicht leicht. Aber heute werden wir mit ihm ein bischen rausgehen!

Dank PISA und einigen schlechten Nachrichten zum Thema Bildung und Chancengleichheit auch für Kinder aus sogenannten „bildungsfernen Schichten“, damit sind wohl alle einfachen Leute gemeint, ist jetzt unsere „Super-Merkel“ entschlossen das Bildungsniveau in Deutschland zu heben!

Aber ob damit auch wirklich alle schlauen Kinder nun besser gefördert werden?! Oder mal, anstatt Spekulanten mit gigantischen Milliardensummen zu belohnen, nun auch ein bischen mehr Geld für die Schulen zur Verfügung steht dürfte wohl auch fraglich sein.

Denn mit Unterrichtsausfall und maroden Schulgebäuden wird das Bildungsniveau wohl kaum steigen. Schon gar nicht wenn immer mehr Familien kaum noch Geld haben um die Schulbücher und andere diverse Kosten zu tragen. Und Studieren geht ja auch nur noch gegen Bares!

Also müssen ich und meine Frau trotz geringen Einkommens wohl versuchen für unseren Kleinen Geld zu sparen um ihm später eine gute Bildung zu ermöglichen! Denn von einem Staat, der jeden Monat schon 70 EURO(!) von uns für den Ganztagskindergarten mit Mittagessen verlangt ist trotz Bildungsgipfel nicht zu erwarten, dass alle Kinder nach ihren Fähigkeiten bewertet werden und nicht nach ihrer Herkunft und sozialem Stand.

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