„Besuch im Pfiffikushaus“ hieß der Test den sich mein kleiner Benny am frühen Morgen müde gähnend unterziehen musste!

Mit seinen vier Jahren durfte er dann auch zum ersten Mal in die Schule gehen. Aber der Test gefiel ihm nicht, und so antwortete er immer sehr zögerlich und sagte oft „weiß ich nicht„!

Die bunten Bilder sah er sich zwar genau an, wollte aber nicht sagen ob der gemalte Teddybär im Karton, vorm Karton oder hinterm Karton saß!

Dieser „DELFIN“-Test machte auf mich jedenfalls keinen überzeugenden Eindruck. Ich finde es ja richtig, dass es Sprachstandsfeststellungen gibt, aber mit solchen 15-Minuten-Schnelltests am frühen Morgen wenn die Kinder noch halbverschlafen sind kann das kaum funktionieren.

Der durchgeführte Test hat ergeben, dass obengenannte Kind benötigt derzeit keine zusätzliche Sprachförderung“ steht auf dem Ergebnisbogen, wie ich gerade lese. Aber was soll ich von dem Ergebnis halten? Eigentlich wäre doch eine zusätzliche Sprachförderung doch immer besser, auch wenn der Erzieher in der KITA meint, dass Benny ein Sprachtalent sei!

Benny war auf jeden Fall froh als er wieder aus der Schule raus konnte und wieder bei seinen Spielkameraden in der KITA war.

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Heute muss Benny zuhause bleiben! Denn der Kindergarten, in dem er sonst gerne mit anderen Kindern zusammen spielt, streikt heute!


Zum Glück bin ich ja tagsüber zuhause und kann ab mittag für ihn da sein wenn ich meinen Schlaf nachgeholt habe den ich für die Nachtschicht opfern musste. Nur wird es sicher auch andere Eltern geben, die ernste Probleme bekommen wenn ihre Kinder nicht zur Kita gehen können während sie arbeiten. Berufstätige Mütter und Väter werden heute also Schwierigkeiten haben wenn die Gewerkschaft Ver.di ihren Arbeitskampf für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen der Erzieher durchzieht. Eventuell sogar unbegrenzt. Dann würden die Probleme für die Eltern sich nächste Woche fortsetzen!

Ich bin sicher, dass die Beschäftigten in den Kitas überwiegend gute Arbeit leisten und dafür nicht leistungsgerecht bezahlt werden. Auf kleine wilde Anarchisten aufzupassen und sie pädagogisch wertvoll zu erziehen ist sicher nicht leicht. Da sind Löhne von 1500 EURO brutto im Monat eine bescheidene Bezahlung!

Wenn man bedenkt, dass in den letzten Monaten gigantische Milliardensummen für Spekulanten und ihre Banken verpulvert wurden und der Bundesfinanzminister deswegen nun zum größten Schuldenminister aller Zeiten wird sollte es doch selbstverständlich sein so wichtige Sachen wie Kitas auch ordentlich zu finanzieren!


Der Streik hat also durchaus seine Berechtigung, nur dass er leider auf dem Rücken der Kinder und Eltern ausgetragen wird, die auf die Dienste der Kitas angewiesen sind! Das ist leider den Kollegen von der Gewerkschaft aber nicht so wichtig, dass jetzt gerade Arbeitnehmerfamilien ein Problem haben werden zum Broterwerb aufzubrechen wenn die eigenen Kinder zuhause bleiben müssen!

Geld für Duisburg!

23. Februar 2009

Endlich mal eine gute Nachricht! Knapp 67 Millionen EURO bekommt unsere Stadt um die Konjunktur anzukurbeln. Davon muss sie aber auch 12,5% ab dem Jahr 2012 als Eigenanteil wieder zurückzahlen.

Immerhin ist das ein notwendiger Geldregen auf den sich jetzt gerade die kleinen Betriebe freuen dürften wenn es daran geht marode Schulgebäude und Kitas zu sanieren.

Natürlich finde ich das toll, dass Duisburg auch mal Geld aus Berlin bekommt angesichts der klammen Stadtkasse, zumal Bund und Land ja sonst immer gerne Gesetze zu lasten der Stadt beschließen.

Was mich aber an der ganzen Angelegenheit irritiert ist der Umstand, dass die konkrete Verteilung des Geldes irgendwie nebulös wirkt. Heute habe ich mal den Karneval vergessen und mir stattdessen die städtische Beschlussvorlage zur Verteilung des Geldkuchens angesehen.

Positiv ist schon mal, dass der Großteil der Mittel für Schulen und Kitas ausgegeben werden soll. Negativ finde ich das nun Luxussanierungen von Sportplätzen von nicht gerade armen Vereinen auch daraus finanziert werden dürften. Da bekommt das neue(!) PCC-Stadion in Homberg nun auch noch 440.000 EURO für eine neue Beleuchtungsanlage spendiert. Ich habe ja den Verdacht, dass hier die Beziehungen eines gewissen Herrn Grindberg von den örtlichen aSozialdemokraten ausschlaggebend waren. Jedenfalls erschließt sich mir nicht ein notwendiger Sanierungsbedarf.

Überhaupt sehe ich in der Beschlussvorlage keine Begründungen für die Ausgaben. Alle Angaben sind dürftig und ziemlich allgemein gehalten: „energetische Sanierung“ steht da häufig als einzige Beschreibung. Ein bischen mehr Angaben oder gar eine ordentlich formulierte Begründung für die Maßnahme wäre doch nicht schlecht gewesen. Hier geht es doch auch um unsere Steuergelder!

Und ich sehe es nicht ein, dass für Vereine jetzt nun Kunstrasenflächen damit finanziert werden nur weil sie gute Beziehungen zu SPD und CDU haben!

Gestern war ich auf dem Jahresempfang des Beirates für Zuwanderung und Integration der Stadt Duisburg in der neuen großen Moschee an der Warbruckstraße in Marxloh. Neben über 300 anderen Gästen!

Dabei natürlich viel politische Prominenz und ein mittleres Aufgebot an Medienvertretern. Aber neben diesen ganzen Amtsleitern, Ratsherren und dem Oberbürgermeister kamen auch viele „normale“ Bürger vorbei. Sogar Leute vom alevitischen Verein schauten vorbei sowie der Bundestagsabgeordnete der Linken, Hüseyin Aydin.

Die Moschee wird also über alle Lagergrenzen hinweg durchaus positiv angenommen. Und nachdem was mir ein Vorstandsmitglied des Moscheevereins erzählte kommen immer noch jede Woche ganze Reisebusladungen an neugierigen Besuchern aus aller Herren Länder vorbei. Wobei ich ja das Innere der Moschee wirklich für sehr gelungen halte während die Außenarchitektur auf mich eher langweilig wirkt.

Der Empfang gestern war auch für meinen Benny interessant, denn den habe ich auch mitgenommen damit er schon mal sieht, dass es nicht nur in der Türkei schöne Moscheen gibt. Leider hat er aber auch die Gelegenheit genutzt um dann beim Fototermin der politischen Mandatsträger vor die Kameras zu laufen und den Pressefotografen die Zunge rauszustrecken.

Aber ansonsten war das ein guter Abend, auch weil ich erfahren habe, dass nun an der Kita meines Sohnes doch nicht das Mittagessen für drei Tage ausfallen wird wie noch vor wenigen Tagen angekündigt! Manchmal macht es doch Sinn sich ganz oben zu beschweren! 😉

Dank PISA und einigen schlechten Nachrichten zum Thema Bildung und Chancengleichheit auch für Kinder aus sogenannten „bildungsfernen Schichten“, damit sind wohl alle einfachen Leute gemeint, ist jetzt unsere „Super-Merkel“ entschlossen das Bildungsniveau in Deutschland zu heben!

Aber ob damit auch wirklich alle schlauen Kinder nun besser gefördert werden?! Oder mal, anstatt Spekulanten mit gigantischen Milliardensummen zu belohnen, nun auch ein bischen mehr Geld für die Schulen zur Verfügung steht dürfte wohl auch fraglich sein.

Denn mit Unterrichtsausfall und maroden Schulgebäuden wird das Bildungsniveau wohl kaum steigen. Schon gar nicht wenn immer mehr Familien kaum noch Geld haben um die Schulbücher und andere diverse Kosten zu tragen. Und Studieren geht ja auch nur noch gegen Bares!

Also müssen ich und meine Frau trotz geringen Einkommens wohl versuchen für unseren Kleinen Geld zu sparen um ihm später eine gute Bildung zu ermöglichen! Denn von einem Staat, der jeden Monat schon 70 EURO(!) von uns für den Ganztagskindergarten mit Mittagessen verlangt ist trotz Bildungsgipfel nicht zu erwarten, dass alle Kinder nach ihren Fähigkeiten bewertet werden und nicht nach ihrer Herkunft und sozialem Stand.

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