Übers Wochenende ist mein kleiner Benny plötzlich erkrankt. Fieber, Durchfall und Erbrechen sowie heftige Bauchschmerzen haben ihn und damit auch mich und meine Frau gequält!

Heute war ich mit ihm bei der Kinderärztin. Sie hat ihn untersucht und mit gesagt was er essen sollte. Natürlich hat sie ihm auch Medikamente verschrieben. Als ich nachfragte ob sie auch schleimlösende Mittel verschreiben könnte meinte sie nur, dass sie das jetzt nicht dürfte da ihr Budget für dieses Quartal schon überschritten sei. Die Krankenkassen würden nicht mehr genehmigen. Völlig unabhängig davon wieviel kranke Kinder zu ihr kämen würde sie nicht mehr Geld zur Verfügung gestellt bekommen. Sie hätte schon jetzt Probleme wegen ihrer vielen Patienten.

Als ich ungläubig staunte erklärte sie mir, dass trotz Grippewelle mit entsprechend hohen Krankenzahlen, dass Budget für Medikamente nicht erhöht worden sei. Einem Mädchen, dass unter einer Allergie leidet hatte sie auch kurz zuvor noch geraten sich ihr Medikament erstmal selbst zu kaufen und im April wiederzukommen wenn das neue Quartal anfängt.

Dass eine Ärztin kranken Kindern notwendige Medikamente nicht verschreiben darf weil Krankenkassen sich weigern mehr zu zahlen selbst wenn es mehr Bedarf gibt zeigt schon wie tief unser Gesundheitssystem gesunken ist. Da wird eben auch an kranken Kindern gespart während gleichzeitig die Beiträge drastisch erhöht werden!

Was soll man von solch einem Gesundheitssystem noch halten? Welche Apparatschiks treffen die Entscheidung Kindern notwendige Medikamente vorzuenthalten indem sie Ärzte unter Druck setzen?

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Auf einen ruhigen Sonntag!

5. Oktober 2008

Eigentlich müsste ich mich ja aufregen wenn ich mir so ansehe was da von unserer politischen „Elite“ Tag für Tag verbrochen wird: da kassieren uns die Apparatschiks von den Krankenkassen bald noch kräftiger ab damit die Bürokratie in Form eines „Gesundheitsfonds“ mit mehr Geld aus unseren Einkommen gefüttert werden kann!

Das wird bei mir ordentlich mit ca 30 EURO jeden Monat mehr(!) zu Buche schlagen da ich derzeit noch günstig versichert bin.

So bezahlen wir alle mehr für ein immer schlechter werdendes Gesundheitssystem. Gleichzeitig verschenken unsere „fähigen“ Kapitaldiener in der Bundesregierung Milliarden an Steuergeldern für Spekulanten in den Bankenpalästen ohne deren üppige Gewinne aus der letzten Zeit anzurühren.

Wie schon gesagt, eigentlich müssten wir uns alle aufregen, aber was bringt es?! Deswegen freue ich mich auf diesen Sonntag mit meiner Familie und werde den freien Tag auch dazu nutzen das Grab meiner Mutter zu besuchen und mit meinem Sohn durch die Gegend zu schlendern!

Und nächstes Jahr können die Wähler dieser unfähigen Bande von bürgerfeindlichen Kapitaldienern in Berlin mit dem Stimmzettel eine ordentliche Abfuhr erteilen!

Feuerwehr auf der Augustastraße!

Seit knapp zwei Monaten ist nun meine Mutter wieder bei uns zuhause und hat im Krankenhaus nun auch schon zwei Operationen über sich ergehen lassen müssen!

Da sie nicht laufen kann und kaum in der Lage ist für sich selbst zu sorgen müssen ich und meine Frau sie pflegen. Alle notwendigen Anträge sind gestellt und alles geht seinen sozialstaatlichen Gang. Da die Rente knapp ist und mein Verdienst gerade mal zum Überleben reicht lässt sich der Gang zur Kranken- und Pflegekasse nicht vermeiden. Immerhin gibt es diese sozialstaatlichen Einrichtungen noch.

Doch offenbar ist mit dem Sozialstaat auch eine mächtige Bürokratie mit komplexen Regeln verbunden, die manchmal nur schwer zu verstehende Entscheidungen trifft. Da wird meiner zuckerkranken Mutter zum Beispiel die Übernahme der Kosten von Messstreifen für das Blutzuckermessgerät verweigert. Der Arzt sagt, dass er das von der Krankenkasse aus nicht verschreiben darf! Obwohl meine Mutter wegen Diabetes schon mehrere Zehen verloren hat! Ebenso werden mehrere Medikamente nur auf Privatrezept verschrieben. Und es sind wirklich medizinisch notwendige Medikamente.

Bei allem Verständnis für Sparsamkeit im Gesundheitswesen verstehe ich nicht wieso man einer 82-jährigen kranken Frau mit niedriger Rente abverlangt von ihrem wenigen Geld die Medikamente selbst zu zahlen!

Heute habe ich auch im Sanitätshaus auf der Augustastrasse erfahren, dass bestimmte Dinge wie ein Pflegebett nur genehmigt werden wenn es eine anerkannte Pflegestufe gibt. Die freundliche Dame dort erzählte mir, dass selbst einer 96-jährigen Kranken ein Pflegebett verweigert wurde weil es keine anerkannte Pflegestufe von der Pflegekasse gab! Solange also das Verfahren für die Pflege nicht abgeschlossen ist, was natürlich auch dauert, müssen kranke Menschen zuhause auf alten Betten liegen. Denn auf eigene Rechnung ein Pflegebett zu kaufen ist zumindestens für mich nicht vorstellbar. Dazu reicht mein Verdienst einfach nicht aus.

Aber es gibt auch positives zu berichten: Die künftige Befreiung von Zuzahlungen ist wohl kein Problem, ebenso die Genehmigung eines Pflegedienstes zur medizinischen Versorgung. Und immerhin ist diese Gesellschaft noch human genug für Alte zu sorgen und deren Gesundheitskosten zu übernehmen. Nur manche Sparaktionen der Krankenkasse sind einfach nicht begreifbar. Zumindestens bei alten Kranken sollte man sich nicht so kleinlich anstellen!

Übrigens sah ich auf dem Weg zum Sanitätshaus einen Feuerwehreinsatz auf der Homberger Augustastraße wo jemand aus der oberen Etage mit Hilfe einer Bühne aus seiner Wohnung geholt wurde.

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