Zeltstadt Walsum

Eine Unterkunft für Flüchtlinge

Bis kurz vor Schluss hatten wir heute im Integrationsrat eine sachliche und seriöse Diskussion zum akuten Thema Flüchtlingsunterbringung

Auch in Duisburg müssen wir mit vielen zusätzlichen Flüchtlingen rechnen, die menschenwürdig untergebracht werden sollen. Da besteht auch grundsätzliche Einigkeit über alle politischen Grenzen hinweg.
Aber die Umsetzung dieser Aufgabe ist jetzt natürlich noch viel schwerer geworden. Zudem tut die Stadtverwaltung sich auch schwer mit dem ehrenamtlichen Engagement vieler Bürger. Die Hilfsbreitschaft ist so überwältigend, dass der Oberbürgermeister heute versprochen hat hier innerhalb der Verwaltung für bessere Kommunikation wie Koordination zu sorgen. Denn Szenen wie am letzten Freitag in Walsum wo viele hilfsbereite Bürger abgewiesen wurden weil man nicht wusste wohin mit den vielen Kleiderspenden wollen doch alle in Zukunft möglichst vermeiden.

Mit der Einigkeit war es dann am Ende aber vorbei, ebenso mit der sachlichen Atmosphäre als ein linker Ratsherr meinte mich mit Rechtsradikalen vergleichen zu müssen weil ich darauf hinwies, dass rund 40 % der Flüchtlinge vom Balkan stammen und schlichtweg keine politisch Verfolgten sind und daher auch möglichst kurzfristig wieder zurückgeschickt werden sollten da inzwischen alle erkannt haben, dass wir unsere knappen Unterkünfte für wirklich Verfolgte benötigen. Menschen, die aus materiellen Gründen kommen können wir nicht auch noch in größerer Zahl versorgen. Diese Meinung soll aus mir jetzt einen Rechtsradikalen machen? Komisch nur, dass ein Gregor Gysi von der Linkenfraktion im Bundestag genau das gleiche vor kurzem festgestellt hat. Ebenso diverse andere Bundespolitiker anderer demokratischer Parteien.

Den Vogel schoss aber ein SPD-Ratsmitglied ab mit der Feststellung mein Vorschlag als Integrationsrat den direkten Kontakt zu den Flüchtlingen zu suchen und eine Unterkunft zu besuchen sei „eine unnötige Sightseeingtour“. Was für eine dämliche Polemik angesichts der großen Herausforderungen, die wir als politisch Verantwortliche bewältigen müssen.

Zum Glück scheint der Genosse aber auch innerhalb seiner Partei mit der Meinung alleine zu stehen. Es sollte doch eine Selbstverständlichkeit sein, dass auch der Integrationsrat sich selbst ein Bild von der Lage in den Flüchtlingsunterkünften macht und mit den Menschen ins Gespräch kommt. Denn an vernünftiger Kommunikation mangelt es leider noch in unserer Stadt.

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Völkerwanderung?

5. September 2015

Türkisches Fernsehen

Türkische Fernsehnachrichten vom 05.09.2015

Seit heute wissen wir es nun alle: die Armut und Not anderer Länder lässt sich nicht vor unserer Haustür aussperren

Tausende Flüchtlinge, darunter viele junge Familien mit Kleinkindern haben sich den Zutritt zu den reichen Ländern Europas erzwungen. Und die Europäische Union hat bis heute keine Ahnung wie sie mit der Flüchtlingskrise umgehen soll. Denn in der Türkei, in Griechenland und den Balkanstaaten bis hin zu Ungarn warten noch Zehntausende darauf nach Deutschland gelangen zu können. Offensichtlich sind alle Ordnungskräfte von Bodrum über Athen bis hin zu Budapest machtlos gegen diese Wanderungsbewegung gen Westen.

Wer die Bilder aus Griechenland sieht mit den katastrophalen Verhältnissen dort, die dazu führen, dass Menschen auf der Straße schlafen weil Unterkünfte kaum vorhanden sind oder total überfüllt kann verstehen, dass die Menschen dahin ziehen wollen wo es besser sein soll. Die kriminellen Schlepper versprechen den Menschen beste Lebensumstände um an ihnen gut zu verdienen und nicht wenige auf dem Weg ins vermeintliche gelobte Land sterben zu lassen. 

Die Schlepper sind meiner Meinung nach die schlimmsten Verbrecher in diesem Flüchtlingsdrama. Erst locken sie die Menschen mit falschen Versprechungen, und dann nehmen sie ihnen das Geld ab für lebensgefährliche Überfahrten bei denen nach Schätzungen schon 3000 Menschen den Tod gefunden haben sollen. Die europäische Abschottungspolitik spielt den Schlepperbanden auch in die Hände, je höher die Hürden desto höher die Preise für den Menschenschmuggel. 

Doch über legale Möglichkeiten der Zuwanderung und der Aufnahme über Aufnahmezentren in Nahost und Afrika wird nur vorsichtig geredet. Intelligente Wege den Zustrom zu kanalisieren anstatt immer höhere Zäune zu bauen werden vorerst(?) nicht bedacht. Natürlich können wir nicht alle Flüchtlinge aus Afrika und Asien hier bei uns aufnehmen, aber nur abwehren und dem Chaos in Griechenland, Italien oder Calais nahezu tatenlos zuzusehen machen uns zu Mitschuldigen wenn Menschen im Mittelmeer ersaufen weil sie keine andere Möglichkeit sehen ihre Lebensumstände zu verbessern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Familienvater ohne Not leichtfertig das Leben seiner Kinder aufs Spiel setzt um zu uns gelangen zu können. Europa, insbesondere auch die osteuropäischen Länder, könnte hier zeigen was das Wort „Wertegemeinschaft“ wirklich bedeutet.


Quelle: http://www.collateralmurder.com/

So sieht Krieg aus, es werden immer auch Unschuldige getötet. Und dank „Wikileaks“ erfahren wir auch davon!

Angesichts der Tatsache, dass der Informant, ein US-Militärangehöriger, der in Bagdad stationiert war und „Wikileaks“ brisante Informationen zuspielte nun in einem US-Militärgefängnis sitzt und ihm die Todesstrafe droht ist es besonders wichtig für Meinungs- und Informationsfreiheit einzutreten!


Webseite: http://www.bbm.gov.tr/Forms/p_main.aspx

Trotz der von israelischen Soldaten getöteten türkischen Zivilisten scheint der türkische Ministerpräsident wieder auf Friedenskurs zu gehen und nur mit friedlichen Mitteln gegen die israelische Gewaltpolitik agieren zu wollen!

Hier die gestrige Rede Erdogans zu den Vorfällen:


„Heute will ich mich nicht nur an mein Volk, sondern an die gesamte Menschheit wenden. Ich möchte mein Verlangen an das Gewissen der Menschheit zu appellieren heute offen mit Ihnen teilen.

Gestern in den dunkelsten Stunden der Nacht geschahen zwei Anschläge. Der erste Anschlag galt unserer Armeeeinheit in Iskenderun und wurde von Terroristen begangen. Bei diesem feigen Anschlag starben 6 Soldaten und 7 wurden verletzt.

Die Schiffe, die Mitgefühl und Solidarität beförderten haben ihr Ziel nicht erreicht. Gestern morgen griffen Einheiten der israelischen Streitkräfte die Schiffe, welche sich auf dem Weg nach Gaza befanden an. Sie vergossen das Blut unschuldiger Menschen.

Dies ist ein Anschlag auf internationales Recht.

Das blutige Massaker der Israelis auf den Hilfskonvoi nach Gaza erfordert jegliche Art der Verurteilung. Dieser Angriff gilt direkt dem internationalen Recht, dem Mitgefühl der Menschen und dem Weltfrieden.

Ich spreche über „das Mitgefühl der Menschen“ weil sich auf dem Schiff Menschen aus 32 Nationen befanden, deren einziges Ziel es war, den unter der Blockade leidenden Menschen zu helfen. Vor dem Ablegen wurde die gesamte Ladung der Weltöffentlichkeit gegenüber deklariert. Als Zeugen befanden sich 60 internationale und einheimische Reporter an Bord.

Es ist eindeutig, dass der Angriff in internationalen Gewässern geschah, dass er den bedürftigen Menschen galt, dass er 600 Helfern und 6 Schiffen, die jenen helfen, deren Häuser zerstört wurden, galt und dass dieser bewaffnete Angriff der Grundsätzen der Vereinten Nationen galt.

Die Schiffe wurden trotz weißer Fahnen angegriffen

An Bord der Schiffe befand sich niemand außer Zivilsten und Hilfspersonal. Die Schiffe hissten weiße Fahnen. Trotz alledem wurden die Schiffe angegriffen. Während dieses Vorfalls befanden wir uns auf unserer Südamerika Reise. Aufgrund des empörenden Anschlages in Hatay und des illegalen Angriffes haben wir unser Program abgebrochen und haben uns in die Türkei begeben.

Die notwendigen Schritte haben wir in der Türkei mit unseren Freunden gemeinsam eingeleitet. Gestern ging Bülent Arinc im Kreise der zuständigen Behörden dieses Thema an. Unser Außenministerium und unsere Streitkräfte verfolgen die Entwicklungen.

Die Republik Türkei nutzt alle Optionen des internationalen Rechts und der Diplomatie und wird dies auch weiterhin tun.

Der Angriff wurde verurteilt

Ich habe auch die internationale Gemeinschaft kontaktiert. Wir haben uns über alle Möglichkeiten in diesem Rahmen in vollem Umfang beraten. Die Türkei folgt internationalem Recht und rief ihren Botschafter aus Tel Aviv zurück. Drei gemeinsame Militärübungen wurden abgesagt. Unser Außenminister reiste nach New York und rief den UN Sicherheitsrat zusammen. Der Sicherheitsrat das das vorgehen verurteilt.

Unsere Jugendnationalmannschaft, welche sich in Israel befand, sagte das Spiel gegen Israel ab. Der UN Sicherheitsrate wurde zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen. Wir fordern die Arabische Union und die Europäische Union auf, ihre Pflicht zu erfüllen.

Wir können unsere eigenen Wunden selbst versorgen

Israel bot uns an, die Verletzten auszufliegen. Allerdings haben wir die Kraft uns um unsere Verwundeten selbst abzuholen und haben das Angebot abgelehnt.

Wir fordern die Herausgabe der beschlagnahmten Schiffe. Die Verletzten werden in der Türkei behandelt werden.

Wir fordern die Israelis auf, die Nachrichtensperre und die Behinderung der Berichterstattung für die Weltöffentlichkeit, die seit der ersten Sekunde des Angriffes andauert, aufzugeben.

Das Embargo gegen den Gaza Streifen muss aufgehoben werden

Wir betonen nochmals, dass das menschenunwürdige Embargo gegen den Gaza Streifen seitens Israel sofort aufgehoben werden muss. Die Hilfslieferungen an die Menschen in Gaza dürfen nicht mehr behindert werden! Wie sie wissen arbeiten wir zusammen mit Spanien an dem Projekt „Allianz der Völker“. Ziel ist es den verschiedenen Kulturen verschiedener Völker einen Weg für das gemeinsame friedliche Leben auszuarbeiten.

Mit Bedauern muss ich sagen, dass die gestrigen Vorfälle ein Rückschritt für dieses Projekt sind. Es wird als große Schande in die Geschichte eingehen.

Das Abschlachten Unschuldiger Menschen und das Behandeln von Zivilisten als Terroristen ist ein Betrug an der Menschlichkeit und eine niederträchtige Frechheit.

Auch im Krieg und im Frieden gibt es Regeln

Wir wissen, dass es sowohl im Krieg als auch im Frieden Gesetze gibt. Man attackiert keine Kinder, Frauen, alten Leute, Zivilisten, Geistliche und jene, welche die weiße Fahne hissen.

Diejenigen, die dies nicht einmal im Frieden achten missbrauchen nicht nur die Gesetze sondern treten sie mit Füßen und hören auf Menschen zu sein.

Sogar Banditen und Piraten halten sich an bestimmte moralische Vorgaben. Für jene, welche keine Empfindsamkeit kennen, wären sogar diese Begriffe als Kompliment aufzufassen.

Der Weltfrieden hat eine große Wunde davongetragen. Der rücksichtslose, moral- und gesetzeslose Angriff Israels muss unter allen Umständen bestraft werden.

Anstatt von jenen, die das Lügen zur Staatspolitik erklärt haben und die ohne zu Erröten Verbrechen begehen eine Aufklärung zu verlangen muss die internationale Gemeinschaft dies selbt untersuchen und rechtliche Schritte einleiten.

So wertvoll unsere Freundschaft ist, so stark ist auch unsere Feindschaft

Die Türkei ist kein neu entstandener wurzelloser Staat. Wir sind auch keine Bananenrepublik. Niemand sollte die Geduld der Türkei auf die Probe stellen. So wertvoll unsere Freundschaft ist, so erbarmungsloser ist auch unsere Feindschaft. Allein die Freundschaft der Türkei zu verlieren, ist bereits ein großer Schlag.

Wir waren stets Freunde Israels und der Juden. Die Israelis, welche diese Tat verurteilen, wissen was für ein großer Fehler es war. Sie verstehen sehr wohl, dass dies ein schwerer Angriff auf unsere Freundschaft war.

Es geht darum, dass die vorhandene Regierung Recht und Gesetze nicht achten, Gewalt ausüben und Blut vergießen und den Frieden bedrohen.

Heute ist ein neuer Tag, eine neue Zeitwende. Es ist offensichtlich, dass nichts so werden wird, wie es einmal war.

Keine Aufklärung ohne Rechenschaft

Ein Staat der massenhaft mordet, massenhaft Massaker begeht, der aggressiv ist, kann ohne Bedauern zu äußern und Rechenschaft abzugeben keine Aufklärung bieten.

Jedes einzelne Schiff war ein Schiff der Barmherzigkeit. Allein das Eingreifen in ein Ziviles Schiff, das Entführen der Passagiere ist 72 Seemeilen jenseits des eigenen Hoheitsgebietes in internationalen Gewässern ein Verbrechen. Daher ist der bewaffnete Angriff auf diese Zivilisten, das Blutvergießen und das Massaker nichts anderes als Staatsterrorismus!

Sie leugnen es. Sie behaupten, mann hätte auf sie geschossen. Wir haben endgültig genug von euren Lügen! Seid endlich ehrlich! Die beschlagnahmten Schiffe sind mitsamt Besatzung und Passagieren auf der Stelle freizulassen. Keiner hat das Recht zu behaupten die Freiwilligen, die Europäischen Abgeordneten, die 60 Reporter wären aus einem anderen Grund als zur humanitären Hilfe dort. Dieser Angriff zeigt einmal mehr die jahrelange menschenverachtende Grausamkeit gegenüber den Palestinensern auf.

Sie wissen zu gut, wie man tötet

Ich habe es schon vorher gesagt (Anm. Übersetzer: gemeint ist Davos). Ich habe gesagt, sie können gut töten. Sie haben einmal mehr der Welt gezeigt, wie gut sie im Morden und im Massaker verrichten sind. Selbst die verletzten auf den Tragen werden mit Handschellen gefesselt. Wie kann man sowas erklären? Es ist nun nicht mehr möglich, der Welt zu erklären, wie wenig diese Menschen die Menschlichkeit achten. Es reicht nicht mehr aus, die Taten zu verurteilen. Ergebnisse müssen endlich folgen! Die Welt muss wissen das am Ende nicht die Gewalt, sondern das Gesetz siegt!

Dies ist unser aller Problem

Israel kann mit keinerlei Begründung diese blutvergießende Politik rechtfertigen. Israel kann mit keinem Vorwand und keiner Begründung seine Hände rein waschen. Die Probleme, die dieser Angriff mit sich gebracht hat, sind die Probleme der gesamten Welt.

Wer auch immer seine Augen vor diesem blutigen Angriff verschließt, muss wissen, dass er zum Mittäter wird. Einmal mehr wurde klar, dass es nicht darum geht, sich gegen Terror zu schützen, sondern ein Gebiet und seine Bevölkerung vollständig zu vernichten.

Sie sollen die Türkei nicht mit anderen gleichstellen

Erst testet ihr an der Bevölkerung eure Phosphorbomben, bombardiert Krankenhäuser und Moscheen und sogar das Büro der Vereinten Nationen und als ob das nicht reicht schneidet ihr die Menschen dort auch noch vom Nötigsten ab!

Ihr werdet mit eurer menschenverachtenden Grausamkeit nicht einmal vor denen Halt machen, welche den Menschen Medizin, Nahrung und Baustoffe bringen wollen. Auch wenn alle die Augen vor dieser Ungerechtigkeit verschließen und, ich sage es offen heraus, dieses hinterhältig unterstützen , so soll Israel die Türkei nicht mit anderen Staaten gleichstellen.

Sie sollten keinesfalls so einen Fehler begehen. Die Folgen wären gravierend. Israel wählt mit seinem Mord auf Hoher See und seinen blutigen Taten der Welt gegenüber die Einsamkeit und Isolation.

Wir werden nicht wegschauen

Auch wenn jeder schweigt, wegschaut und den Rücken kehrt: Wir, die Türkei werden Gaza nicht unseren Rücken kehren und wegschauen!

Unser Volk muss stark sein. Wir werden unsere Märtyrer im Herzen tragen, unsere Verwundeten gemeinsam versorgen. Mit Zufriedenheit beobachten wir, dass unser Volk das Thema mit großer Sensibilität verfolgt. Es wird der Tag kommen, an dem der Großmut und das Mitleid der Menschen Gaza erreichen werden.

Meine Worte gelten jenen, die diese gesetzlosen Angriffe unterstützen

So sehr ihr auch hinter der Illegalität steht, umso stärker stehen wir hinter der Legalität. Je mehr ihr hinter blutigen Operationen steht, desto stärker stehen wir hinter Frieden und Gerechtigkeit!

Je mehr ihr gegen die Zivilisten im Gaza Streifen seid, desto stärker stehen wir hinter ihnen!“

Die Übersetzung stammt von http://mideastcenter.blogspot.com/2010/06/erdogan-mit-historischer-rede.html. Der Autor nennt sich Farooq

Krieg wegen Israel?

31. Mai 2010


Screenshot: welt.de

Das israelische Militär hat in aller Frühe heute zugeschlagen und die in internationalen Gewässer befindliche Hilfsflotte gestürmt. Dabei sind nach Medienberichten 19 Menschen zu Tode gekommen und zahlreiche verletzt worden!

Unter den gestürmten Schiffen war auch der türkischer Frachter „Mavi Marmara“ (Blaue Marmarasee). Die Türkei droht jetzt mit „harter Vergeltung“, was auch im schlimmsten Falle Krieg bedeuten kann! Auf den türkischen Straßen wird laut nach Revanche gerufen und vor der israelischen Botschaft in Ankara sammeln sich massenhaft Demonstranten.

Völlig unabhängig von der Schuldfrage, die sich ohne ernsthafte Untersuchung nicht klären lässt, kann man wohl sagen, dass sich die Israelis mit dieser blutigen Militäraktion selbst geschadet haben!

Unter welchen Umständen es zu den Toten kam muss noch geklärt werden. Israelische Medien behaupten, dass einige Schiffsinsassen bewaffnet gewesen wären und die Elitesoldaten angegriffen hätten.

Was mich nur wundert ist warum die Israelis keine Beweise für diese Behauptung liefern und jeden Kontakt zu den Inhaftierten verhindern.

Immerhin befinden sich darunter auch deutsche Bundestagsabgeordnete und ein schwedischer Schriftsteller (Henning Mankell!).

Wenn die Israelis Recht haben sollten frage ich mich wieso sie die Nachrichtenagenturen in ihrer Arbeit behindern???!!!

01.06.2010: Das Zensurverhalten lässt sich auch an manchen Israel-nahen Blogs erkennen, sowohl auf „Botschaft des Staates Israel“ als auch auf „Spirit of Entebbe“ werden israelkritische Kommentare gar nicht erst zugelassen. Mein dezenter Hinweis auf die Illegalität der israelischen Militäraktion in internationalen Gewässern(!) und die gestiegene Kriegsgefahr wird natürlich gar nicht erst veröffentlicht.

Die Gefangenen im israelischen Militärlager werden übrigens auch noch immer von der Außenwelt abgeschnitten und dürfen noch nicht einmal mit ihren Botschaften in Kontakt treten.

Hat da etwa jemand Angst, dass weitere Infos über den blutigen Einsatz der israelischen Elitesoldaten ans Licht kommen???!!!

Stunde der Wahrheit!

4. Dezember 2009

Gestern abend fuhr ich mit meinem politischen Mitstreiter zur Uni Duisburg um den Vortrag des neuen Mercator-Professors Peter Scholl-Latour zu hören!

Aber zuerstmal mussten wir einen Platz im völlig überfüllten Audimax ergattern. Obwohl wir eine halbe Stunde vorher da waren fand sich kein freies Plätzchen außer den reservierten Sitzreihen. Selbst in den Gängen kam man nur schwer durch. Der Name Scholl-Latour verfehlte seine Wirkung nicht!

Zum Glück konnten wir mit Hilfe eines älteren Teilnehmers dann doch noch freie Plätze finden. Nämlich die reservierten, auf denen sowieso niemand saß!

Pünktlich ging es dann auch los und der Rektor der Uni eröffnete mit einigen Worten die Veranstaltung. Nachdem der neue Mercator-Professor seine Urkunde und die Blumen bekommen hatte ging dann der Vortrag los. Und Scholl-Latour, der mit seinen 84 Jahren auch noch ganz fit war begann auf die von ihm bekannte lockere Art sich vorzustellen und darauf hinzuweisen, dass er ja auch ein Kind des Ruhrgebiets sei und immer wieder gerne hierhin zurückkehre. Die Verleihung der Mercator-Professur war für ihn auch eine große Ehre.

Sein Vortrag lautete „Siegen in Afghanistan?“ und das Fragezeichen war für Peter Scholl-Latour ganz wichtig! Denn er ließ überhaupt keinen Zweifel an seiner kritischen Haltung gegenüber dem in Europa und den USA weitverbreiteten Irrglauben man könne mit Waffengewalt und viel militärischem Drohpotential anderen Ländern seine Werte aufzwingen. Interessant waren auch die vielen kleinen Anekdoten, die Scholl-Latour aus seiner über 50-jährigen journalistischen Tätigkeit zum Besten gab. Da war viel Lebenserfahrung herauszuhören.

Als in allen Teilen der Welt herumgekommener Publizist warnte er auch davor zu glauben es gäbe nur unsere westlichen Werte, die wir nur zur Glückseligkeit aller Länder verbreiten müssten. Es gäbe eben auch islamische und konfuzianische Werte, die auf eine sehr lange Tradition zurückblickten. Das dürfe man nicht ignorieren!

Und mit den Kriegen in Irak und Afghanistan ging er auch hart ins Gericht. Das Konzept des „Nation Building“ sei nicht machbar und rufe natürlich auch die Widerstände bei fast allen Bevölkerungsschichten hervor. Veränderungen müssten von innen aus den betroffenen Gesellschaften selbst heraus kommen. Mit dem Einmarsch in fremde Länder würde nur Feindschaft und Widerstand hervorgerufen. Gerade in islamischen Ländern wie dem Irak und Afghanistan würde man als feindliche Besatzungsmacht wahrgenommen egal mit welch guten Absichten man käme!

Gerade in Afghanistan ließe sich das auch gut beobachten wo nun die Bundeswehr immer stärker unter Druck gerate und die ihr unterstellten Regionen schon gar nicht mehr kontrolliere! Die Ereignisse von Kundus würden nun die Stunde der Wahrheit einläuten und zeigen in welch verschärfter Situation die Soldaten sich befänden. Es sei auch völlig unrealistisch zu glauben man könne das Land auch mit noch soviel Militär wirklich kontrollieren. Er sei mit Geländewagen durch schwer zugängliche Bergregionen gefahren worden ohne militärischen Begleitschutz und habe auch stundenlang nicht einen einzigen Posten gesehen.

Die vielen Berge und Täler hätten schon einigen Großmächten eine Eroberung des Landes unmöglich gemacht. Die Russen würden jetzt auch mit einiger Schadenfreude zusehen wie die USA und ihre Verbündeten sich in eine ähnlich aussichtslose Lage hineinmanövriert hätten wie die alte Sowjetunion 30 Jahre zuvor!

Man könne nur noch zusehen wie man ohne großen Gesichtsverlust wieder aus dem Land herauskäme. Er schlug interessanterweise dazu vor Truppen aus anderen islamischen Ländern wie Marokko oder der Türkei die Rolle als Ordnungsmacht zu übertragen. Da diese als Glaubensbrüder eher von den Afghanen akzepiert würden.

Zum Schluss gab es dann auch noch eine kleine Fragerunde, die leider von manchen Studenten auch genutzt wurde um Verschwörungstheorien zu verbreiten und Koreferate zu halten.

Immerhin war danach noch ein Schwätzchen bei kostenlosem KöPi und Salzgebäck möglich. Am 26. Januar 2010 soll in Essen auch der nächste Vortrag mit dem Titel „Das Ende der weissen Vorherrschaft“ sein. Da werde ich auch hinfahren wenn mir nichts dazwischenkommt!

Jubelnd zum Wehrdienst

28. Mai 2009

Abschied zum Wehrdienst

Abschied zum Wehrdienst

Gestern war ich mit meinem Schwager auf dem Busbahnhof von Karabük zur Verabschiedung der jungen Wehrpflichtigen!

Und da herrschte eine unglaubliche fröhliche Volksfeststimmung mit Musik, Tanz und Jubelsprechchören! Das kann man sich als dem Militär kritisch eingestellter Mensch gar nicht vorstellen, dass junge Leute mit Begeisterung zur Armee gehen. Und viele dieser jungen Leute werden wahrscheinlich ihre 15 Monate in Südostanatolien ableisten müssen. Also mitten im Kampfgebiet der PKK! Gestern starben übrigens wieder junge Soldaten durch einen Bombenanschlag in Çukurca!!!

Auch einige Freunde meines Schwagers haben wir gestern verabschiedet. Hoffentlich kommen sie gesund und heil wieder zurück! Mein Schwager hat dann seinen Freunden auch noch Geld zugsteckt, eine alte Sitte, wie er mir erklärte damit die harte Zeit im Wehrdienst besser überstanden wird.

Ich bin immer noch erstaunt mit welcher Selbstverständlichkeit die türkische Jugend bereit ist mit Begeisterung ihr Land als Soldaten zu verteidigen. Und der türkische Wehrdienst ist alles andere als ein Zuckerschlecken! Aber die Armee ist in der Türkei eine Institution die über jeder Kritik steht, und die Bombenanschläge der letzten Zeit scheinen die Entschlossenheit der Menschen noch weiter gefestigt zu haben das Land gegen die PKK zu verteidigen!

Ich befürchte ja, dass dieser Krieg in Südostanatolien noch viele Jahre lang weitergehen wird und noch viele junge Menschen dort ihr Leben riskieren müssen!

Gerade höre ich in den Nachrichten des türkischen Senders TRT, dass die Anzahl der Opfer des Bombenanschlags auf acht gestiegen ist und die Armee als Antwort darauf PKK-Lager im Nord-Irak mit der Luftwaffe angegriffen hat.

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