Hier verdient das Kapital!

Es gibt wenig Geld und wenig Arbeit für zuviele Leute im Werkschutz!

Heute habe ich erfahren, dass es vielen Kollegen schlecht geht weil auch deren Lohnzahlung jeglicher Beschreibung spottet! Heute wollte ich mir ja wegen meiner missratenen Lohnabrechnung meinen Chef vorknöpfen. Allerdings habe ich heute auch erfahren, dass er eigentlich auch ziemlich hilflos ist in dieser schwierigen Situation! Denn unser Auftraggeber, ein großer milliardenschwerer Weltkonzern, stellt fast täglich die Personalplanung um und bestellt einfach von ein auf den anderen Tag die Leute wieder ab, die erst kurz zuvor verlangt worden waren. Erst sollten drei Werkschützer am Tor sein dann nur zwei! Dann sollten zwei einen bestimmten Betriebsteil überwachen um heute nur noch mit einem Mann vor Ort zu sein.

Wegen dieser ständigen Änderungen ist unsere Firma gezwungen die Kollegen auf Reserve zu halten. Dank eines beschissenen Tarifvertrags von „ver.di“ (Schande über diese Gewerkschaft!) bekommen die Kollegen diese Zeit in der sie nicht zum Dienst gerufen werden nicht bezahlt!

Stattdessen werden sie dann zur ARGE geschickt wenn der kümmerliche Lohn dann zum Leben nicht ausreicht. Wenn der Weltkonzern dann doch wieder mehr Leute braucht werden sie wieder urplötzlich von einen auf den anderen Moment zur Arbeit gerufen.

Eine stille Reserve, vom Steuerzahler über „HARTZ IV“ (aufstockende Hilfe zum Lebensunterhalt) finanziert damit ein milliardenschwerer Konzern Kosten sparen und mehr Gewinn machen kann!

Und für diese staatlich finanzierte Arbeitnehmer-Reservebank stellt unsere Firma mehr Leute ein als eigentlich gebraucht werden. Nur, dass dann die betroffenen Kollegen in die Armut abstürzen trotz Arbeitsplatz. Ein richtig perverses System zum Nutzen des Kapitals mit Hilfe der aSozialdemokraten etabliert. Aber so kann man ja auch die offiziellen Arbeitslosenzahlen senken!

Als Arbeitnehmer ist man diesem System richtig ausgeliefert. Und so langsam wird mir klar, dass wir für die Gewerkschaft nur Arbeitnehmer 2. Klasse sind. Unsere Tarifverträge sind mies und als Hungerlöhner spricht man uns auch nicht an. Mein Eindruck ist, dass Gewerkschaften sich nur für die Stammbelegschaften mit relativ hohen Löhnen einsetzen. Da sind die Preise in der Kantine nur ein kleines Beispiel für!

Ich denke inzwischen nur noch an Kündigung. Heute werde ich aber nochmal Krach im Firmenbüro schlagen um Geld zu fordern und mit einer Anzeige wegen Lohnbetrug drohen!

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Schluss damit!

Es reicht mir jetzt! Ab sofort suche ich einen neuen Job!

Zum zweiten Male bekomme ich eine fehlerhafte Abrechnung mit viel zuwenig Geld. Glauben die Chefs meiner Firma wirklich, dass ich mit 553 EURO im Monat über die Runden komme?!

Die Lohnabrechnung, die mir heute in den Briefkasten flatterte ist eine glatte Armutsbescheinigung! Ich habe den ganzen Tag nur noch schlechte Laune gehabt und würde meinem Chef am liebsten die Gurgel umdrehen! Meine Motivation ist auf einem absoluten Tiefpunkt und ich weiß nicht ob ich überhaupt noch was sehen würde wenn irgendwelche Leute auf die verrückte Idee kommen sollten das Tanklager auf dem Werksgelände in die Luft zu jagen. Ich kann einfach nicht mehr für diese Drecksfirma arbeiten, die mich schon wieder in die Armut abstürzen lässt! Es bleibt nur noch die Kündigung!

Da ich von Kollegen erfahren habe, dass der große Weltkonzern für den wir arbeiten spätestens im Juni wieder die Hälfte der Leute abbestellen wird ist es besser jetzt schon nach neuer Arbeit Ausschau zu halten, und meinem Chef mache ich morgen die Hölle heiß!

Auch andere Kollegen haben übrigens fehlerhafte Lohnabrechnungen bekommen: da wurden Urlaubstage „vergessen“ oder Feiertagszuschläge nicht berechnet. Die werden auch ordentlich Krach machen!

Kleine Erfolge!

11. Februar 2008

Hoffnung!

Man soll die Hoffnung eben doch nie aufgeben! Heute hat mir der Betriebsrat klar gesagt, dass die Lohnabrechnung fehlerhaft ist und korrigiert werden muss. Morgen wird es dazu in der Firma ein klärendes Gespräch geben!

Und da bereits im März wieder ein größerer Auftrag in Sicht ist kann mein Arbeitgeber es sich auch nicht leisten Werkschützer zu verlieren. Das müsste mir ein wenig helfen bei meinem Verlangen nach mehr Geld. Im Übrigen lasse ich jetzt wieder einige Bewerbungen raus um dann auch vehement wieder mit Kündigung drohen zu können! Denn die Unverschämtheit 372 Euro als Monatslohn auszuzahlen lasse ich der Firma auf keinen Fall durchgehen!

Glück hatte ich heute auch wieder beim Tanken an der Rheinhausener Jet-Tankstelle: 1 Liter Normalbenzin für 1,28 Euro während bei Shell zeitgleich 1,36 Euro dafür verlangt wurde! Da habe ich ja was gespart, und wieder einmal bestätigt bekommen, dass man den Multis besser aus dem Wege geht.

Keine Arbeit!

Macht es einen Unterschied aus ob man vom Arbeitgeber kein Geld kriegt oder ob das Arbeitsamt kein Geld gibt?! Wohl nicht allzuviel! Kein Geld ist kein Geld! Also kündige ich meinem Chef die Kündigung an da auch in nächster Zeit keine Besserung zu erwarten ist und ich mich nicht weiter hinhalten lassen möchte! Er muss mir entweder Arbeit anbieten oder meine Kündigung annehmen.

Mein Kündigungsschreiben habe ich sogar schon formuliert:

xy Corporation
xxxxxxstraße 23

Sofortige fristlose Kündigung

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich mit sofortiger Wirkung unser Arbeitsverhältnis wegen zu niedriger Lohnzahlung sowie nicht eingehaltener Versprechen! Dadurch ist unser Vertrauensverhältnis welches für ein Arbeitsverhältnis unerlässlich ist unwiderruflich zerstört!

Mit sehr großer Enttäuschung verlasse ich das Unternehmen, aber wer mich vorsätzlich in die Armut abstürzen lässt kann keine Loyalität von mir erwarten! Diese Firma ist das allerletzte!

Ohne Gruß

Und ich habe mir geschworen ein Riesentheater im Büro aufzuführen damit auch alle mitbekommen was los ist. Denn auch die anderen Kollegen sind gefrustet wegen unzureichender Arbeit und viel zu wenig Lohn. Der Firma ist das vollkommen egal weil sie ja weiß, dass niemand wagt zu kündigen. Denn die Sperre vom Amt fürchten natürlich alle.

Daher werde ich auch mein Auto abmelden und alle Versicherungen kündigen. Und die nächste Zeit muss ich aus meiner Kriegskasse überleben. Dafür muss dann eben meine Frau „HARTZ IV“ beantragen damit sie und unser Sohn durchkommen. Vielleicht habe ich ja auch Glück und finde schnell eine neue Stelle, man soll die Hoffnung ja nie aufgeben!

Aber richtig sauer bin ich auf die Gewerkschaft ver.di, die mit ihrem Tarifvertrag die menschenunwürdigen miesen Verhältnisse im Bewachungsgewerbe auch noch absegnet. Der Tarifvertrag ist eine Schande für jeden Gewerkschafter!

Heute hatte ich das „Vergnügen“ zum Arbeitsamt rennen zu dürfen um diesen Monat überhaupt noch sowas wie ein Einkommen zu haben. Da mein „armer“ Arbeitgeber mir keinen ausreichenden Lohn zahlen will muss ich jetzt die öffentliche Kasse anbetteln und Bedürftigkeit nachweisen!

Doch erstmal wurde ich nur abgewimmelt: in der Agentur für Arbeit erklärte man sich nicht für zuständig und verwies auf die ARGE, und bei der ARGE wurde heute niemand bedient, der nicht schon vorher einen Termin hatte. Da die Information auch nicht belegt war bin ich einfach unverschämterweise in die ARGE Rheinhausen reingegangen und habe eine Mitarbeiterin dort angesprochen. „Sie haben keinen Termin, kommen sie morgen wieder!“ bekam ich hastig entgegengehalten. Doch so lasse ich mich nicht einfach abspeisen und wies daraufhin, dass ich dringend Hilfe brauche und erst gestern nachmittag über meine Notlage informiert wurde! Das interessierte die junge hastige Mitarbeiterin überhaupt nicht und knallte mir vor der Nase die Tür zu! Eine ältere Kollegin war wenigstens noch so höflich darauf hinzuweisen, dass es heute leider nicht ginge ich aber morgen ab 07:30 Uhr mein Anliegen vorbringen könnte. Aber dass ich nicht mal Antragsunterlagen bekam fand ich trotzdem ärmlich und wenig kundenfreundlich!

Dann fuhr ich zum Arbeitsgericht um Klage einzureichen nicht ohne vorher meinen „werten“ Arbeitgeber anzurufen und ihn daran zu erinnern, dass er mich gefälligst sofort zu kündigen habe wenn er keine Arbeit und keinen Lohn für mich hat. Da müsse er aber erst mit dem Niederlasungsleiter reden meinte er nur. Und Nachmittags rief mich dann noch ein Arbeitsvermittler der Firma an der mich darum bat es nochmal bei der ARGE zu versuchen und dort wohl auch schon die Mitarbeiter näher kennt. Nur kündigen wollen mich die Chefs wohl immer noch nicht. Trotz Ankündigung einer Lohnklage!

Jetzt werde ich erstmal alle Abos und Versicherungen kündigen, denn das wenige Geld wird von nun an nur noch für das physische Überleben meiner Familie benötigt. Ich muss immer noch damit rechnen den Dezember mit 300 EURO zu überleben. Das werden wahrhaft magere Weihnachten!

Jetzt schreibe ich gleichmal mein erstes Kündigungsschreiben an das Propagandablatt für asoziale „Reform“politik namens Rheinische Post. Das ist schon lange überfällig!

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