Der grüne Turm

Grüne Zeichen

Heute haben die Duisburger Grünen ihre Kandidaten für die Kommunalwahl aufgestellt, und dabei wurde wohl ziemlich radikal mit der Noch-Fraktionsspitze abgerechnet und eine Koalition von Kurden und Aleviten hat die Duisburger Grünen nahezu vollständig unter ihre Kontrolle bekommen.

Angeblich sind in den letzten Tagen systematisch über 100 neue Mitglieder von kurdischen und alevitischen Familienclans in die grüne Partei eingeschleust worden mit dem Ziel die Partei den eigenen Interessen unterzuordnen und ihre Kandidaten auf der Ratsliste gut zu positionieren. Das ist natürlich formell nicht zu beanstanden, in der Demokratie dürfen sich auch Minderheiten politische Positionen erkämpfen. Aber mit gezielten Masseneintritten eine Partei für die eigenen Partikularinteressen zu besetzen ist schon fragwürdig. Schließlich wollen die Grünen ja nicht nur Lobby für bestimmte ethnische oder religiöse Gruppierungen sein sondern mit ihrer Programmatik möglichst alle Bevölkerungsschichten ansprechen.

Wenn aber jetzt Kandidaten und aktive Mandatsträger bei parteiinternen Vorwahlen nur aus ethnischen oder religiösen Gründen von einer neugeschaffenen kurdisch-alevitischen Mehrheit abgestraft werden sind die Grünen in Duisburg nur noch Handlanger für deren Partikularinteressen und auch für die Mehrheit der Bevölkerung sowie auch die Mehrheit der Migranten nicht mehr wählbar. Wenn kurdisch-alevitische Familienclans und deren Oberhäupter jetzt bei den Duisburger Grünen den Ton angeben ist diese Partei nur noch formell eine demokratische Partei und wahrscheinlich nur noch dazu da Posten in Verwaltung und städtischen Gesellschaften für die eigene Klientel auf Kosten der Steuerzahler zu beschaffen. Bei den heute durchgefallenen Kandidaten in der Mitgliederversammlung war die Enttäuschung ziemlich groß, da sie die letzten Jahre politisch ordentlich gearbeitet und die grüne Programmatik immer konsequent vertreten haben wissen sie jetzt, dass sie wegen ihrer Herkunft abgestraft wurden. Es tut mir leid um diese Kollegen. Das ist ein trauriges Zeichen, und ist auch das genaue Gegenteil von Integration und interkulturellem Zusammenleben wenn politisch aktive Menschen aus ethnischen Gründen von Mandaten ferngehalten werden. Zudem habe ich jetzt die Befürchtung, dass bald innenpolitische Auseinandersetzungen aus anderen Ländern und sowie ethnische Konflikte die örtliche Politik in unserer Stadt bald stärker beeinflussen werden. Ich hoffe ich irre mich.

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Als ich gestern abend im Radio Nachrichten hörte war ich richtig erschrocken von einer Schießerei in Rheinhausen vor einer Moschee zu hören!

Natürlich hatte ich Angst, dass es was mit den Freunden „meiner“ Moschee zu tun haben könnte. Zum Glück war das aber nicht der Fall. Die Freunde klärten mich auf, dass die Schießerei vor der Moschee auf der Annastraße, also 300 Meter gegenüber auf der anderen Seite des Hochemmericher Marktes stattfand, und es sich angeblich um eine Auseinandersetzung unter PKK-Leuten gehandelt haben soll.

Die Moschee auf der Annastraße soll auch nur zufällig zum Schauplatz geworden sein weil wohl Beteiligte der bewaffneten Auseinandersetzung versuchten in das Gebäude der Moschee einzudringen um dort Zuflucht zu suchen. Die Moscheeleitung steht übrigens der SPD nahe, und die PKK ist wohl eindeutig ein linksradikales Problem.

Nicht dass jetzt wieder ganz schlaue Leute versuchen die türkischen Kulturvereine damit in Verbindung zu bringen!

Duisburg Bulvari

Heute endet der dreitägige Besuch bei unseren Freunden in Gaziantep!

Seit 2005 hat die Stadt Duisburg mit der türkischen Stadt Gaziantep eine Städtepartnerschaft begründet! Und daraus hat sich eine interessante und freundschaftliche Zusammenarbeit entwickelt!

Duisburger Straße

Es hat auch schon einige Besuche und Gegenbesuche gegeben, die geholfen haben die Beziehungen zwischen den beiden Städten zu vertiefen. Jugendliche aus beiden Städten haben die jeweils andere Stadt kennengelernt und auch wirtschaftliche Kontakte sind erleichtert worden.

Gaziantep hatte zum Pistazienfest Vertreter aus allen Partnerstädten eingeladen und mit Ulan Bator in der Mongolei sogar eine neue Partnerschaft begründet. Und so durften ich und Vertreter anderer Ratsfraktionen zusammen mit Mongolen, Syrern, Franzosen und Niederländern bei zahlreichen Veranstaltungen der Stadt anwesend sein und lernen wie dynamisch Gaziantep in den letzten Jahren gewachsen ist. Der Zoo der Stadt ist übrigens der drittgrößte der Welt und hat Eintrittspreise von ca. 1,50 EURO pro Erwachsenen!

Überall in der Stadt wird gebaut, die imposanten Einkaufszentren sind überlaufen und das kulturelle Leben scheint auch zu blühen. Jedenfalls wirkten das Folklorefestival mit Ministerbesuch sowie das Nachtleben der Stadt recht beeindruckend. Leider haben die drei Tage kaum ausgereicht um die alte historische und zugleich moderne Stadt wirklich kennenzulernen.

Handwerkskunst aus Gaziantep

Neben den vielen offiziellen Anlässen hatten ich und die anderen Delegationsteilnehmer dann gestern noch Gelegenheit Pistazien und sehr ästhetisch wirkende Kupferwaren zu kaufen. Gaziantep ist ja auch wegen seiner Pistazien und den zahlreich daraus hergestellten Waren bekannt. Interessant ist auch die multikulturelle Tradition dieser alten und modernen Stadt: Muslime und aramäische Christen sowie Türken, Kurden und Araber leben hier seit Jahrhunderten zusammen. Die Stadtverwaltung hat sogar vor kurzem erst die Renovierung einer alten Kirche abgeschlossen.

Beschämt war ich als ich sah mit welchem Aufwand Gaziantep seine Partnerstädte würdigt: große Boulevards wurden nach den jeweiligen Partnern benannt was natürlich auch einen imposanten „Duisburg Bulvari“ auf der größten Hauptstrasse der Stadt zur Folge hat. Zusätzlich wurden auch noch die Wappen der Partnerstädte an anderer Stelle gut sichtbar aufgestellt.

Duisburg in Ostanatolien

In Duisburg wäre sowas wohl nur sehr schwer durchzusetzen. In Gaziantep haben sich dagegen sogar Geschäfte und Wohnanlagen nach Duisburg benannt.

Überall wurden wir in der Stadt sehr freundschaftlich aufgenommen und konnten viele Eindrücke gewinnen! Ich war zum ersten Mal in Gaziantep, aber sicher nicht zum letzten Male!

Jubelnd zum Wehrdienst

28. Mai 2009

Abschied zum Wehrdienst

Abschied zum Wehrdienst

Gestern war ich mit meinem Schwager auf dem Busbahnhof von Karabük zur Verabschiedung der jungen Wehrpflichtigen!

Und da herrschte eine unglaubliche fröhliche Volksfeststimmung mit Musik, Tanz und Jubelsprechchören! Das kann man sich als dem Militär kritisch eingestellter Mensch gar nicht vorstellen, dass junge Leute mit Begeisterung zur Armee gehen. Und viele dieser jungen Leute werden wahrscheinlich ihre 15 Monate in Südostanatolien ableisten müssen. Also mitten im Kampfgebiet der PKK! Gestern starben übrigens wieder junge Soldaten durch einen Bombenanschlag in Çukurca!!!

Auch einige Freunde meines Schwagers haben wir gestern verabschiedet. Hoffentlich kommen sie gesund und heil wieder zurück! Mein Schwager hat dann seinen Freunden auch noch Geld zugsteckt, eine alte Sitte, wie er mir erklärte damit die harte Zeit im Wehrdienst besser überstanden wird.

Ich bin immer noch erstaunt mit welcher Selbstverständlichkeit die türkische Jugend bereit ist mit Begeisterung ihr Land als Soldaten zu verteidigen. Und der türkische Wehrdienst ist alles andere als ein Zuckerschlecken! Aber die Armee ist in der Türkei eine Institution die über jeder Kritik steht, und die Bombenanschläge der letzten Zeit scheinen die Entschlossenheit der Menschen noch weiter gefestigt zu haben das Land gegen die PKK zu verteidigen!

Ich befürchte ja, dass dieser Krieg in Südostanatolien noch viele Jahre lang weitergehen wird und noch viele junge Menschen dort ihr Leben riskieren müssen!

Gerade höre ich in den Nachrichten des türkischen Senders TRT, dass die Anzahl der Opfer des Bombenanschlags auf acht gestiegen ist und die Armee als Antwort darauf PKK-Lager im Nord-Irak mit der Luftwaffe angegriffen hat.

Gerade habe ich im türkischen Satellitenfernsehen in den Nachrichten auf „Karadeniz TV“ gehört, dass die 8 türkischen Soldaten, die vor zwei Wochen von der PKK-Guerilia gefangengenommen wurden, wieder frei sind!

Egal unter welchen Umständen das nun geschehen ist, wichtig ist dass die jungen Männer wieder unbeschadet zu ihren Familien zurückkehren können!

Jetzt besteht vielleicht auch wieder verstärkt Hoffnung, dass auch nach der gestrigen internationalen „Irak-Konferenz“ in Istanbul die Atmosphäre sich entspannt und Verhandlungen möglich werden!

Im Interesse der Menschen, die nun schon seit 30 Jahren unter dem bewaffneten Konflikt in Südostanatolien leiden wäre es zu wünschen!

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