lopa_sperr_plan

Sperrlinienplan der Polizei (Quelle: NRW-Innenministerium)

Hat jemand wirklich geglaubt, dass eine strafrechtliche Aufklärung der Loveparade-Katastrophe vom 24. Juli 2010 stattfinden würde?

2010 bis Februar 2012 konnten es sich alle SPD-Funktionäre und ihre nützlichen Helfer leicht machen und den damaligen Oberbürgermeister Sauerland zum Schuldigen erklären und medial aburteilen um ihn aus dem Amt zu jagen damit wieder die SPD wie seit Jahrzehnten in Duisburg herrschen kann.

Antrag der SPD

SPD begrüßt die Durchführung der Loveparade!

Doch zuviele Zweifel an der These, die Stadt und ihr Oberbürgermeister seien an der Katastrophe schuld sind vorhanden. In einem langwierigen Prozess wären wahrscheinlich auch die offensichtlichen Einsatzfehler der Polizei zur Sprache gekommen genauso wie der parteiübergreifende Konsens samt Begeisterung, die Loveparade nach Duisburg geholt zu haben. Nahezu alle wollten die Loveparade und nahmen an den konkreten Planungen teil, aber nach der Katastrophe zeigten viele mit dem Finger auf Oberbürgermeister Sauerland und taten so als ob nur er alleine das Techno-Festival gewollt hätte.

Screenshot wz-online

Screenshot wz-online

Es wären in einem Prozess zuviele Dinge angesprochen worden, die den derzeitigen Herrschern im Rathaus und in der Landesregierung nicht ins Konzept passen würden. Seit die Polizei aus dem Kreis der Verdächtigen entlassen wurde haben viele schon vermutet, dass es keine ernsthaften Anstrengungen mehr geben wird einen Prozess durchzuführen. Ein Bekannter erklärte mir sogar schon vor 4 Jahren, dass das ganze Verfahren wahrscheinlich nicht eröffnet werden wird.

Polizeiwagen auf der Rampe (Quelle unbekannt, im Google-Cache gefunden)

Polizeiwagen auf der Rampe (Quelle unbekannt, im Google-Cache gefunden)

Bitter ist die ganze Angelegenheit für die Hinterbliebenen der Opfer, die jetzt vielleicht erkennen werden, dass sie und ihr Schmerz für ein politisches Machtspiel benutzt wurden und eine wahrhaftige Aufklärung der Loveparade-Katastrophe nie ernsthaft geplant war.

Frühere Artikel zum Thema:

https://hombergerstoerenfried.wordpress.com/2012/04/28/der-ahnungslose-minister-und-seine-freunde-von-der-waz/

https://hombergerstoerenfried.wordpress.com/2015/07/28/im-westen-nichts-neues-keine-aufklaerung/

https://hombergerstoerenfried.wordpress.com/2013/02/07/kommt-der-tag-der-gerechtigkeit-teil-2-kommunkationspannen-chaos-und-die-katastrophe/

https://hombergerstoerenfried.wordpress.com/2013/02/06/kommt-der-tag-der-gerechtigkeit/

https://hombergerstoerenfried.wordpress.com/2012/12/28/ruckblick-politische-verantwortung/

Gedenken

Gedenken

Auch nach 5 Jahren gilt bei der Aufarbeitung der Loveparade-Katastrophe immer noch der Grundsatz Vorverurteilung und die Pflege alter Feindbilder an stelle von wirklicher Aufklärung.

Offizielle Trauerfeier am 24.07.2015

Offizielle Trauerfeier am 24.07.2015

Keiner der Offiziellen, sondern eine Hinterbliebene forderte auf der offiziellen „Gedenkveranstaltung der Stadt Duisburg zum 5. Jahrestag des Loveparade-Unglücks“, dass alle Verantwortlichen für die Loveparade-Katastrophe zur Rechenschaft gezogen werden. Passenderweise war der Innenminister Ralf Jäger nicht auf der Gedenkveranstaltung am letzten Freitag dabei.

Hier ein paar Bilder der offiziellen Gedenkveranstaltung der Stadt zum 5. Jahrestag der Loveparade-Katastrophe. Für eine hohe Bildauflösung einfach draufklicken.

Mandala

Ein beeindruckendes Mandala zum Gedenken an die Opfer

Todestreppe

Der Ort der Katastrophe

Trauer

Trauer

Karl-Lehr-Tunnel

Karl-Lehr-Tunnel

Glaube, Liebe, Hoffnung

Glaube, Liebe, Hoffnung

Polizeiwagen auf der Zugangsrampe zum Güterbahnhof
Polizeiwagen auf der Zugangsrampe zum Güterbahnhof (Quelle: unbekannt, im Google-Cache gefunden)

Digitaler Polizeifunk lässt weiter auf sich warten    21.11.2003

Innenminister können sich nicht auf Finanzierung verständigen
Die Einführung des abhörsicheren digitalen Polizeifunk BOS lässt weiter auf sich warten. Die Innenminister von Bund und Ländern konnten sich auf ihrer Herbstkonferenz in Jena nicht auf ein Finanzierungskonzept für die zukunftsweisende Technologie verständigen. Bundesinnenminister Otto Schily sagte jedoch, er wolle die vorhandenen Hindernisse bei einem Gespräch mit Ländervertretern am Montag in Berlin aus dem Weg räumen.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Fritz Behrens (SPD) kündigte an, die Technologie „notfalls im Alleingang“ einzuführen. Es sei eine Pflicht, die Beamten „mit vernünftiger Funktechnik auszustatten“. Mehrere Länder, darunter Bayern, erwarten vom Bund größere finanzielle Unterstützung…
Quelle: http://www.teltarif.de/arch/2003/kw47/s12129.html

Ein Bericht aus dem Jahr 2003, also fast 10 Jahre alt zeigt, dass die Polizeibehörden schon lange versuchen den völlig veralteten und unzuverlässigen analogen Polizeifunk, der noch aus den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts stammt durch einen modernen digitalen Funk zu ersetzen. Was die Polizei seit 10 Jahren nicht hinkriegt ist übrigens bei Werkschutzabteilungen großer Industrieunternehmen schon seit einigen Jahren gang und gäbe.

Was hat das nun mit der Loveparade-Katastrophe zu tun? Am 24.07.2010 hatte die Polizei trotz aller jahrelangen Bemühungen immer noch keinen digitalen Funk zur Verfügung und musste mit jahrzehntealten analogen Funkgeräten die Kommunikation zwischen den einzelnen Einsatzgruppen und der Einsatzleitstelle sicherstellen. Zusätzlich hatten die Beamten auch Mobiltelefone zur Verfügung.

Als sich die Lage an den einzelnen Sperren auf dem Weg zum Veranstaltungsgelände der Loveparade verschärfte kam es zum Ausfall der Mobilfunknetze, da hunderttausende Teilnehmer mit ihren Mobiltelefonen die Kapazität der Netze überlasteten. Dummerweise hatte die Polizei, das ist heute sicher, es im Vorfeld versäumt sich die eigenen Mobiltelefone per Vorangschaltung funktionsfähig zu halten. Ob auch der Polizeifunk ausfiel ist immer noch umstritten aber anzunehmen, da Polizisten später berichteten sie hätten die Einsatzleitung nicht erreichen können und der nun im Fokus eines staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahrens stehende Einsatzleiter wegen eben dieser Mängel, vorsichtig ausgedrückt, am Ende gar keinen richtigen Überblick über die Lage auf dem Gelände hatte noch über Möglichkeiten verfügte die Einsatzkräfte am Tunnel und an den Sperren zu steuern. Das würde das Chaos erklären das zeitweise ausbrach und auch erklären warum ein Innenminister sich im Lagezentrum noch zu Erinnerungsfotos und Interviews hinreißen ließ in denen er die professionelle Vorbereitung der Einsatzkräfte lobte als die Katastrophe schon im Gange war, 39 Minuten bevor die ersten Toten gemeldet wurden. Warum war der Innenminister nicht über die dramatische Lage am Ende des Karl-Lehr-Tunnels informiert?

Auch dies zu klären wird Aufgabe des Gerichts sein, ich hoffe nur, dass am Ende nicht ein Beamter als Bauernopfer auserkoren wird und die Hintergründe des Versagens der Behörde ausgeblendet werden. Die Politik auf Landesebene muss sich in dem Zusammenhang auch fragen lassen wieso die Kommunikationsmittel der Polizei bei Großveranstaltungen wo es um die Sicherheit vieler zehn- oder sogar hunderttausende Menschen geht seit vielen Jahren völlig veraltet sind. War es wirklich unmöglich seit 2003 einen digitalen Funk einzuführen nur weil sich Bund und Länder wie Bahn über die Kosten für den Aufbau des Funknetzes jahrelang nicht einigen konnten?

Der Autor Klaus Happel hat in seinem Buch „Mann ohne Verantwortung“ (Transmedia Publishing, ISBN 9783942961110) die obigen Fragen gestellt und sich die Mühe gemacht auch die widersprüchlichen Aussagen des Innenministers unter die Lupe zu nehmen, der später kleinlaut Fehler seiner Polizeiführung einräumen musste ohne aber dafür die politische Verantwortung zu übernehmen.

Unten sind noch zwei Zitate aus einem Protokoll des Landtagsinnenausschusses zu sehen in denen Abgeordnete der linken Landtagsfraktion am 8. März 2012, die mit Sicherheit keinen Grund haben von Fehlern oder Versäumnissen des damaligen CDU-Oberbürgermeister von Duisburg abzulenken ganz deutlich auf Fehler der Polizeiführung hinweisen.

Auszug aus dem Protokoll des Innenausschusses des Landtags NRW vom 08.03.2012:

Ralf Michalowsky (LINKE) sieht den zum falschen Zeitpunkt erfolgten Schichtwechsel bei der Polizei als wesentliche Ursache für die Geschehnisse an. Dies stehe wohl inzwischen außer Zweifel, was auch Berichte der „WAZ“ über mehrere Remonstrationen
– Remonstrationen bildeten im Beamtenalltag eher die Ausnahme –, darunter die eines leitenden Beamten, bestätigten. Dieser Beamte habe so im Vorfeld eindringlich vor einem Schichtwechsel zu der vorgesehenen Zeit gewarnt. Er, Michalowsky, wüsste gerne, wie bei Remonstrationen das formale Verfahren aussehe, insbesondere, wer sie auf den Tisch bekomme und bis zu welcher Ebene sie liefen, und ob jemand aus dem Stab des Ministers informiert gewesen sei. Der Spitzenbeamte R. aus dem MIK habe die Remonstration offenbar nicht ernst genommen, was auf massive Fehler im Planungsbereich des Ministeriums hinweise. Ebenso spiele eine wichtige Rolle die fehlende Vorrangschaltung bei der Telekommunikation. – Hier wünsche er Auskunft über die Verantwortlichkeiten.

……

Anna Conrads (LINKE) nimmt für die Linke in Anspruch, ihre Fragen immer sachlich formuliert zu haben. Es gehe auch nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, dass die sich inzwischen in diversen Gutachten herauskristallisierenden und seinerzeit schon im Einleitungsvermerk der Staatsanwaltschaft ersichtlichen Verantwortlichkeiten sich auf Polizei und Veranstalter kaprizierten. Nachfragen in diesem Ausschuss allerdings könnten sich nur auf Verantwortlichkeiten des Landes beziehen. Beispielsweise heiße es in dem Gutachten laut „Rheinischer Post“: Als die Besucherströme einmal entfesselt gewesen seien, hätte nur noch die Polizei über genügend Einsatzkräfte verfügt, um die Massenpanik zu verhindern. – Ein Kritikpunkt richte sich genau darauf, nämlich auf eine zu geringe Zahl von Polizisten an der Rampe. Vor diesem Hintergrund erlange auch die Remonstration hohes Gewicht, denn der Schichtwechsel zu dem bestimmten Zeitpunkt könnte dieses Zu-Wenig an Polizei vor Ort zumindest mit ausgelöst haben. Im Übrigen wüsste sie gerne, ob auch die fehlende Vorrangschaltung bzw. die falsche Information von Vodafone, es gäbe ohnehin eine solche, auf die sich der Planungsstab und die Polizei verlassen hätten, möglicherweise ein Zuziehen weiterer Polizeibeamter verhindert habe.

Die Rampe zum alten Güterbahnhof an der Karl-Lehr-Straße in Duisburg-Neudorf

Die Rampe zum alten Güterbahnhof an der Karl-Lehr-Straße in Duisburg-Neudorf am 07.08.2010

Nach über zweieinhalb Jahren scheint nun festzustehen wann der Gerichtsprozess um die Loveparade-Katastrophe losgeht. Verschiedene Medien berichten von einer hektischen Suche nach einem geeignetem Ort für den Strafprozess, angeblich soll aus räumlichen Gründen die Messe Düsseldorf favorisiert werden.

Screenshot

Screenshot Videoaufnahmen von der Loveparade bei „YouTube“

Sicher ist, dass der Prozess große internationale Beachtung finden wird und es im Saal eng werden dürfte wenn neben vielen Gästen auch ganze Kompanien an internationalen Kamerateams das Geschehen hautnah verfolgen wollen. Es wird sicher spannend sein zu erleben wie die Staatsanwaltschaft die Katastrope vom 24.07.2010 rechtlich bewerten wird und wem sie strafrechtlich nach fast drei Jahren intensiver Sichtung aller Beweise die Schuld für den Tod von 21 Menschen und über 500 Verletzten zuweisen wird.

In den vergangenen Jahren war es in der veröffentlichten Meinung fast aller Medien üblich die Stadt Duisburg und ihren früheren Oberbürgermeister Sauerland als Hauptschuldige schon vorab zu verurteilen. Ob die Staatsanwaltschaft das auch so sehen wird ist eine spannende Frage. Tatsache ist nämlich auch, dass schon am Tage der Loveparade-Katastrophe Augenzeugen, die an der Techno-Party teilnahmen auch schwere Anschuldigungen gegen die Polizei erhoben.

Screenshot Kommentar über die Polizei auf der Loveparade

Screenshot Kommentar über die Polizei auf der Loveparade

Ebenso dürfte auch sicher sein, dass sich untern den Angeklagten auch ein leitender Polizeibeamter finden wird. Auch wenn natürlich die Unschuldsvermutung gilt so ist es für viele Experten sicher, dass auch schwere Einsatzfehler der Polizei am Tage der Loveparade mit zur Katastrophe führten oder sie sogar auslösten. Innenminister Jäger, der auch gleichzeitig Vorsitzender der Duisburger SPD ist, musste später auch kleinlaut einräumen, dass zeitweise die Kommunikation der Polizei zusammenbrach als die Situation besonders brenzlig wurde und die Beamten nicht wussten was sie tun sollten. Vorher hatte er immer vehement behauptet die Polizei hätte keine Fehler gemacht und alle Schuld auf Stadt und Veranstalter geschoben. Dabei gab es genug Augenzeugen, die das Verhalten der Polizei an den Absperrungen heftig kritisierten und beschrieben wie „völlig chaotisch“ die Einsatzkräfte vorgingen. Ein Zeuge mit Namen Sebastian Reismann gab dem Sender „n-tv“ ein Interview und schilderte darin wie Polizisten Verletzten angeblich lebensrettende Maßnahmen verweigerten und sogar auf eigene Faust ohne ärztliche Überprüfung für tot erklärten (http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=36gI7lHBdgk). Hoffentlich wird das auch im Prozess zur Sprache kommen.

Polizeiwagen auf der Zugangsrampe, Quelle: unbekannt
Polizeiwagen auf der Zugangsrampe zum Güterbahnhof (Quelle: unbekannt, im Google-Cache gefunden)

Der unabhängige Publizist Klaus Happel hat in seinem kürzlich erschienenden Buch „Mann ohne Verantwortung“ (Transmedia Publishing, ISBN 9783942961110) die zahlreichen Fehler der Polizei im Vorfeld und am Tage der Loveparade benannt sowie auf die Verantwortung des Innenministers dafür hingewiesen, insbesondere die Kommunikationspannen spielen eine wichtige Rolle: die Polizei hatte versäumt Vorrangschaltungen für ihre Diensthandys beim Mobilfunkbetreiber installieren zu lassen, auch gab es Probleme mit dem veralteten analogen Polizeifunk. Ergebnis war, dass die Einsatzleitung zeitweise nicht zu erreichen war und so ein koordiniertes Handeln der Einsatzkräfte an den verschiedenen Sperren behindert wurde, das dürfte auch Grund, wenn nicht sogar der entscheidende Grund dafür gewesen sein, dass die Polizei am best überwachten Teil des Veranstaltungsgeländes, nämlich der kleinen Treppe am Rande der Zugangsrampe den Tod von 21 Menschen nicht verhindern konnte, die dort unter den Augen der Polizei starben. Diese Menschen könnten vielleicht noch leben wenn nicht auch noch zum ungünstigsten Moment in der kritischen Phase der Veranstaltung Polizeihundertschaften ihren Schichtwechsel durchgeführt hätten und so zeitweise zuwenig Personal an den Sperren vorhanden war.

Sperrlinienplan der Polizei, Quelle: NRW-Innenministerium
Sperrlinienplan der Polizei (Quelle: NRW-Innenministerium)

All dies lag im Verantwortungsbereich des Innenministers, der einen Tag zuvor noch versprochen hatte „man wolle den bestmöglichen Schutz für die Menschen gewährleisten“, Konsequenzen zog er aber nicht aus den Fehlern seiner Behörde. Stattdessen tut er bis heute so als sei er für nichts verantwortlich. Die Medien lassen ihn interessanterweise auch fast vollkommen unbehelligt und berichten wenn überhaupt meist nur in kleinen Artikeln über Kritik am Innenminister. Kaum ein Journalist fragt mal nach warum die Polizei bei einem Großereignis wie der Loveparade nicht ausreichend ausgestattet ist um auch bei gestörten Handynetzen zu kommunizieren, wieso nach Jahrzehnten immer noch kein digitaler Polizeifunk verfügbar ist. Hätte der „Crowd-Manager“ in seinem Container am Karl-Lehr-Tunnel wenigstens ein Satellitentelefon zur Verfügung gehabt hätte er rechtzeitig Hilfe rufen können als es immer enger wurde. So aber wurden alle Chancen vertan die Katastrophe noch zu verhindern. Die Medien konzentrieren sich lieber auf die Stadt Duisburg und unterschlagen dabei häufig, dass auch das Sicherheitskonzept der Stadt zusammen mit der Polizei und anderen Beteiligten ausgearbeitet wurde. Also ist die Polizei, und damit auch der Innenminister, dafür mitverantwortlich. All dies ist bekannt, hoffentlich zeigt das Gericht genügend Mut alle(!) Beteiligten, die aktiv an der Vorbereitung und Durchführung der Loveparade mitgewirkt haben auf ihre strafrechtliche Verantwortung zu prüfen. Die Gerechtigkeit darf nicht zum Opfer von Partei- und Machtpolitik werden!

Unter folgenden Adressen finden sich weitere Informationen zum Thema:

http://www.youtube.com/watch?v=36gI7lHBdgk —> unzensierter Augenzeugenbericht mit scharfer Kritik an der Polizei

http://loveparadevideos.heroku.com/ —> ein Sammlung von Videos der Loveparade sortiert nach Standorten auf dem Gelände

Rot-ROT-Grün macht Duisburg kaputt!

Rot-ROT-Grün macht Duisburg kaputt!

Die Vergangenheit ist in Duisburg übermächtig: außer hirnrissigen Hindenburg-Anträgen und Postenvergaben nach altem Stil haben die falschen Moralapostel von SPD/Linke und Grüne nichts zu bieten!

Die Stadt hat trotz aller Beschönigungen der neuen SPD-Stadtspitze immer noch gewaltige Haushaltsprobleme, aber die linken Weltverbesserer haben nicht eine einzige Sparidee zu bieten. Stattdessen wurden gestern im Rat der Stadt Duisburg festgestellt, dass der tote Hindenburg gar kein Ehrenbürger der Stadt mehr ist weil er eben schon lange gestorben ist und damit auch die Ehrenbürgerschaft. Das mussten die historischen Moralapostel von SPD/Linke und Grünen natürlich per Antrag bekräftigen, die Stadt hat ja auch keine anderen Probleme. Demnächst werde ich auch per Antrag festellen lassen, dass Wolken am Himmel sind und der Rhein durch das Stadtgebiet fließt.

Zum Haushalt hat die Verwaltung übrigens auch keinen einzigen Sparvorschlag gemacht um die Millionen einzusparen, die an Mehrkosten auf die Stadt zugekommen sind. Wenn ich daran denke wie die SPD früher bei Adolf Sauerland ständig gemoppert hat weil sie meinte die Verwaltung müsste bessere Sparvorschläge vorlegen während sie jetzt mit einem SPD-Oberbürgermeister Link gar nichts vorschlägt wird klar wie verlogen und heuchlerisch die Duisburger SPD mit ihren linken Verbündeten ist.

Als Stadtdirektor würde übrigens der dienstälteste Dezernent im Rathaus, nämlich Reinhold Spaniel bestimmt. Der Mann war schon unter Krings in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts Sozialdezernent, das nennt sich in Duisburg „Neuanfang“. 😦

Und bei der Gedenkstätte für die Loveparade-Opfer auf dem Krieger-Gelände wurden die Bürger mit einem billigen wie nichtssagendem Pseudo-Antrag abgespeist indem die Hoffnung auf weitere Gespräche formuliert wurde, wohlwissend dass die Baupläne von Krieger längst entscheidungsreif sind und der Unternehmer sogar einen Rechtsanspruch auf die Genehmigung hat. Da versucht ein Oberbürgermeister mit seinen Genossen im Rat der Stadt die Bürger für blöd zu verkaufen. Politik ist eben auch ein Showgeschäft. Wie lange lassen sich die Bürger das wohl noch bieten???

Antrag der SPD

SPD begrüßt die Durchführung der Loveparade!

 

Manchmal lohnt es sich alte Ratsbeschlüsse anzusehen: gerade jetzt wo Jahresrückblicke angesagt sind und dabei schnell auch schon mal missliebige Details untergehen können

Sören Link und die Loveparade

Sören Link findet die Loveparade „super geil“

Als ich den alten SPD-Antrag fand in dem die Loveparade geradezu herbeigesehnt wird dachte ich mir es wäre interessant auch nochmal daran zu erinnern wie auch Politiker von SPD, Grünen, Linken und anderen Parteien sich voll und ganz für die Loveparade in Duisburg eingesetzt haben. Der obige Antrag wurde übrigens einstimmig im Rat der Stadt beschlossen.

Screenshot wz-online

Screenshot wz-online

Die offizielle Verlautbarung des Innenministers vor der Loveparade

Die offizielle Verlautbarung des Innenministers vor der Loveparade

Und bevor wir es vergessen: der politisch Verantwortliche für den missratenen Polizeieinsatz auf der Loveparade war Landesinnenminister Ralf Jäger, zufälligerweise auch Chef der Duisburger SPD.

Auch die WAZ war voll und ganz für die Loveparade

Auch die WAZ war voll und ganz für die Loveparade

Alte WAZ-Meldungen aus der Zeit vor der Loveparade-Katastrophe lesen sich übrigens heute besonders interessant.

Im stillen Gedenken…

24. Juli 2012

Gedenken an die Opfer der Loveparade-Katastrophe

Gedenken an die Opfer der Loveparade-Katastrophe

...verneige ich mich in Gedanken vor den Opfern der Loveparade-Katastrophe

Heute jährt sich die Loveparade-Katastrophe in Duisburg zum zweiten Male. Angesichts der Opfer und der tiefen Trauer, die die Stadt erfasste verbietet sich zumindestens heute jede Schuldzuweisung und politische Abrechnung.

Auf Menschen zugehen

8. Mai 2012

Webseite Michael Rubinstein

Webseite Michael Rubinstein

Heute mittag hatte ich ein erstes Gespräch mit Herrn Rubinstein in der Jüdischen Gemeinde am Innenhafen, und es war ein sehr positives Gespräch!

Zunächstmal verspätete ich mich leider, dann hieß es durch die Sicherheitsschleuse ins Gebäude zu kommen. Die jüdische Gemeinde ist leider gezwungen besondere Sicherheitsregeln zu beachten, auch steht ständig die Polizei vor dem Gebäude. Im Kontrast dazu war das Gespräch mit Herrn Rubinstein durchaus freundlich und angenehm. Dabei verriet er mir auch, dass er gerne in türkische Restaurants geht und das Essen wie die offene gastfreundliche Atmosphäre dort zu schätzen weiß. Da muslimische und jüdische Speiseregeln sich sehr ähnlich sind gibt es auch Mitglieder in seiner Gemeinde, die beim türkischen Metzger oder Cateringservice ihren Bedarf an Essenswaren und Dienstleistungen für Partys wie private Feiern decken. Überhaupt kamen wir darüber ein, dass aus religiöser Sicht sich Judentum und Islam näher sind als mit dem Christentum, das wichtige Regeln des Alten Testaments einfach missachtet.

Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh

Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh

Auch betont Herr Rubinstein, dass er seit langem sehr gute Beziehungen zu Moscheegemeinden pflegt und von dort auch viel Zustimmung für seine Kandidatur erfahren hat. Da ich das bisher so nicht wahrhnehmen konnte habe ich nochmal nachgefragt wer denn seine Unterstützer aus dem Moscheebereich seien worauf er auf die Merkez-Moschee in Marxloh verwies und ihren Vorsitzenden Muhammet Al, der auch schon seine Unterstützung für die OB-Kandidatur von Herrn Rubinstein signalisiert haben soll. Das klingt in der Tat vielversprechend wenn die größte Moscheegemeinde der Stadt ihre Unterstützung anbietet!

Gebetsraum der Marxloher Merkez-Moschee

Gebetsraum der Marxloher Merkez-Moschee

Das Themengebiet „Integration“ betrachtet Herr Rubinstein denn auch folgerichtig als sehr wichtiges Zukunftsthema für die Stadt wo er als neuer Oberbürgermeister besondere Schwerpunkte setzen möchte, schließlich sind an die 30% der Duisburger Bürger mit Migrationshintergrund, wie auch er selbst. Auch musste die Jüdische Gemeinde in den letzten Jahren viele Zuwanderer aus Osteuropa in ihr Gemeindeleben integrieren. Beim Reingehen ins Gebäude hörte ich auch tatsächlich wie sich Gemeindemitglieder auf russisch unterhielten.

Jüdische Gemeinde am Duisburger Innenhafen

Jüdische Gemeinde am Duisburger Innenhafen

Herr Rubinstein hat daher auch großes Verständnis dafür, dass Migranten sich nicht einfach assimilieren lassen wollen und auf ihren kulturellen Wurzeln sowie der besonderen Beziehung zur alten Heimat weiterhin bestehen. Er bot mir im Gespräch dann auch an gerne in die Vereine der Migranten zu kommen um sich vorzustellen und den Dialog mit den Duisburger Bürgern jeder Herkunft zu führen. Ich fragte ihn ob er auch die konservativen und vor allem die türkisch-patriotischen Heimatvereine besuchen wolle was er mit einem „selbstverständlich“ beantwortete. Er findet es ganz normal wenn es neben linken Vereinen auch rechte und konservative wie religiöse Vereinigungen bei den Migranten gibt.

Auch mit denen ist er bereit zu reden und sich der Diskussion zu stellen, schließlich will er der Oberbürgermeister aller Duisburger Bürger sein. Das findet er auch am alten Oberbürgermeister Sauerland gut, bei dessen Abwahl er immerhin mitgeholfen hat, dass sich dieser auch aktiv um die Belange der Duisburger Bürger mit Migrationshintergrund bemüht hat. Da ich als Abwahlgegner und Unterstützer des alten Oberbürgermeisters bekannt bin habe ich natürlich eine etwas andere Sicht als Herr Rubinstein was das Abwahlverfahren gegen Adolf Sauerland angeht. Immerhin waren wir uns aber darin einig, dass es falsch ist alle Verantwortung für das Loveparade-Desaster nur beim ehemaligen Oberbürgermeister zu suchen. Denn es gab viele Entscheidungsträger, die bei der Geschichte involviert waren.

Ebenso hat mir natürlich gefallen, dass Herr Rubinstein klar Position gegen Kürzungen bei der Sprachförderung bezogen hat, bei Kindern und Jugendlich wie auch der Bildung darf nicht gespart werden. Das wird es mit ihm als Oberbürgermeister nicht geben! Zuletzt betonte er, dass es für eine Stadt wie Duisburg selbstverständlich sein müsse in den höchsten Verwaltungsebenen Migranten zu beschäftigen. Die Stadt muss in ihrer Verwaltung auch die Bevölkerungszusammensetzung widerspiegeln, daran muss endlich ernsthaft gearbeitet werden, nur Ankündigungen und schöne Willensbekundungen sind da zuwenig.

Am Ende unseres über eine Stunde geführten Gespräches habe ich Herrn Rubinstein zugesichert sein Angebot sich persönlich in unseren befreundeten Vereinen vorzustellen im Vorstand der DAL diskutieren zu lassen. Ich war heute so positiv von ihm beeindruckt, dass ich meinen Vorstandskollegen auch empfehlen werde ihn ebenso zu unseren Vereinen einzuladen wie die Herren Lensdorf (CDU), Link (SPD) und Kley von der Bürger Union.

Screenshot wz-online

Screenshot wz-newsline.de

Es gibt Nachrichten, die sucht man in den SPD-Propagandamedien des WAZ-Konzerns vergeblich: während schon seit mindestens zwei Tagen verschiedene Medien die Meldungen von dem, vorsichtig ausgedrückt, unpassendem Verhalten des Innenministers und Duisburger SPD-Chefs Ralf Jäger auf der Loveparade veröffentlicht haben, wird bei WAZ/NRZ und Radio Duisburg nichts dazu an die Öffentlichkeit gelassen.

Die gleichen Medien, die in den letzten anderthalb Jahren jedes noch so abstruse Gerücht über die Loveparade verbreiteten auch ohne irgendeinen Beweis zu haben unterschlagen jetzt brandaktuelle Neuigkeiten, die die Hintergründe der Loveparade-Katastrophe vom 24.07.2010 ziemlich ungünstig für den noch amtierenden Landesinnenminister und Duisburger SPD-Chef Jäger aussehen lassen.

Die „Westdeutsche Zeitung“ aus Düsseldorf berichtet dafür sehr ausführlich wie  der Innenminister Jäger die Lage vollkommen falsch einschätzte, und selbst 40 Minuten vor den ersten Toten, als schon die ersten Alarmmeldungen kamen noch vor laufender Kamera von den „top vorbereiteten Einsatzkräften“ der Polizei schwärmte auf die er stolz sei. Zum gleichen Zeitpunkt ging es schon an den Polizeisperren am Karl-Lehr-Tunnel gefährlich zu.

Auf der WZ-Online ist der Artikel http://www.wz-newsline.de/home/politik/nrw/loveparade-unglueck-wie-ahnungslos-war-der-minister-1.970671 nachzulesen!

Liegt es vielleicht an dem innigen Verhältnis zwischen dem Minister Ralf Jäger und dem WAZ-Lokalchefredakteur Schmeer, dass die Duisburger Bürger vom WAZ-Medienkonzern über die neuen für den Minister ziemlich ungünstigen Erkenntnisse im Dunkeln gelassen werden?!

Der junge Parteisoldat

13. März 2012

angepasst, brav und Sozi

angepasst, brav und Sozi

Und wieder haben die Apparatschiks in der SPD gewonnen: ein junger angepasster Parteisoldat, der immer brav die Mehrheitsmeinung in der Partei vertreten hat soll Duisburg wieder zur totalen SPD-Stadt machen!

Sören Link und die Loveparade

Sören Link findet die Loveparade "super geil"

Offensichtlich hat ein Ralf Jäger genau darauf geachtet, dass kein eigenständig denkender Mensch, der sich seiner Kontrolle entziehen könnte an die Stadtspitze kommt. Und die „Hiwis“ von der Abwahlinitiative sind nun vollkommen baff wie ausgebootet. Spätestens jetzt müsste auch der Dümmste in Duisburg begreifen, dass es der SPD immer nur darum ging wieder einen ihrer farblosen wie rückgratlosen Apparatschiks zum obersten Diener von Ralf Jäger im Duisburger Rathaus zu machen. Da passt es auch gut ins Bild, dass die lokalen Parteiblätter des WAZ-Konzerns nicht mehr über die Loveparade und die politische Verantwortung des Landesinnenministers Jäger für den missratenen Polizeieinsatz am Tag der Loveparade-Katastrophe schreiben.

Jetzt müssen sich alle unabhängig denkenden Bürger von Duisburg fragen ob sie einen parteihörigen Oberbürgermeisters von Jägers Gnaden haben wollen. Soll der versprochene „Neuanfang“ am Ende nur wieder die Rückkehr zu alten Zeiten der absoluten SPD-Herrschaft in Duisburg bedeuten???

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