Da wird Kasino gespielt

Es ist unfassbar: nach 5 Jahren ist den Experten unserer Stadtverwaltung aufgefallen, dass es in der Mercatorhalle praktisch keinen Brandschutz gibt!

Gestern wurde wohl endlich das getan was schon vor über 5 Jahren hätte passieren müssen: eine penible Kontrolle aller Brandschutzeinrichtungen in der neuen Mercatorhalle. Es ist irgendwie immer noch unbegreiflich, dass niemand in den letzten 5 Jahren bemerkt haben will, dass es keine Brandschutzwände gab, sondern laut Medienberichten nur billige Rigipsplatten und auf Brandmeldern sogar die ganzen Jahre über noch die Schutzkappe steckte sowie etliche andere unfassbare Mängel.

Schwerste Mängel, die kein Verantwortlicher bemerkte, man vertraute blind dem Sachverständigen und hätte bei einem Brand unzählige Menschenleben riskiert. Die damals zuständigen Verantwortlichen der Verwaltung sollen laut Lokalmedien der ehemalige Stadtdirektor Brandt und der Stadtkämmerer Langner gewesen seien. Auch das Planungsamt, dass doch damals eigentlich dem allseits bekannten Ex-Baudezernenten Dressler unterstand soll bei der Geschichte beteiligt gewesen sein.

Ich bin mal auf die Sitzung des Rechnungsprüfungsausschusses in knapp vier Wochen gespannt, vielleicht werden da mal neue Erkenntnisse zu den Verantwortlichkeiten beim Bau des CityPalais verbreitet. Leider aber natürlich nur in „nicht-öffentlicher“ Sitzung, also am Bürger vorbei. Ich kann jedenfalls nicht glauben, dass fehlende Brandschutzwände jahrelang nicht bemerkt wurden, und denke wie so manch anderer, dass da wohl gewisse Leute beim Bau und vielleicht auch nach Inbetriebnahme der Halle angestrengt weggeschaut haben. Falls das der Fall war wurde über 5 Jahre lang bei jeder Großveranstaltung in der Mercatorhalle geradezu kriminell mit dem Leben von Menschen gespielt. Gehen Korruption und Geldgier so weit, dass „Fachleute“ dieses Risiko eingehen? Hoffentlich werden diese und andere Fragen bald geklärt werden.

Advertisements
Mercatorhalle im bei einem Konzert in 2011

Mercatorhalle bei einem Konzert in 2011

„Avanti Dilettanti“ scheint das Motto mancher Verantwortlicher in unserer Stadt zu sein. Nach über 5 Jahren fällt auf einmal auf, dass die neu gebaute Mercatorhalle im City Palais nicht sicher ist und geschlossen werden muss.

CityPalais

Die Veranstaltungshalle schlechthin in unserer Stadt, in der schon seit über 5 Jahren jede Menge Großveranstaltungen mit vielen tausend Besuchern stattfanden war die ganze Zeit nicht sicher. Früher habe ich ja immer gedacht, dass neue Gebäude, und insbesondere Veranstaltungsorte an denen Menschenmassen regelmäßig auflaufen vor(!) Inbetriebnahme penibel auf Einhaltung aller Sicherheitsstandards kontrolliert werden. Die Halle wurde Anfang 2007 eröffnet, der Stadtdirektor hieß damals noch Brandt und war meines Wissens nach auch für die Überwachung der Bauarbeiten am „City Palais“ zuständig, also auch für die darin befindliche „Mercatorhalle“. Ebenso stellt sich die Frage wer von den „Fachleuten“ bei IMD oder DMG die ordnungsgemäße Abnahme der Halle verpennt hat.

Ich bin ja mal gespannt ob jetzt auch geklärt werden wird wer Mist gebaut hat. Der neue Oberbürgermeister hat die Halle sofort zugemacht, so schwer sollen die Mängel sein. Wäre nicht auch eine andere weniger radikale Zwischenlösung möglich gewesen? Von anderen Veranstaltungsorten weiß ich als Sicherheitsfachkraft, dass bei Brandschutzmängeln auch sogenannte „Brandwachen“ und verschärfte Veranstaltungsregelungen wie Begrenzung der Besucherzahlen für eine Übergangszeit möglich sind um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Wieso ging das hier nicht? Die Geschäfte und Gastronomen im „City Palais“ sowie das Kulturleben in unserer Stadt werden jetzt durch die Radikalmaßnahmen der Stadt ziemlich in Mitleidenschaft gezogen.

Offensichtlich will sich die neue Stadtspitze mit leicht übertriebenen wie auch nicht ungefährlichen Aktionismus besonders hervortun. Bei der Gestaltung der neuen Bahnhofsplatte vorm Hauptbahnhof zeigt sich das gleiche Phänomen: da sollen jetzt irgendwelche Zwischenlösungen realisiert werden, die groß medial verkündet werden aber weder der Politik bekannt gegeben wurden, als Ratsherr habe ich bis heute nichts offizielles vorliegen, noch den Förderbedingungen entsprechen können. Die Gestaltung der Platte ist in einem Wettbewerb vor einiger Zeit festgelegt worden, finanziert mit Landesfördermitteln, wenn ich mich noch richtig erinnere.

Wenn jetzt auf Veranlassung des neuen Oberbürgermeisters was anderes vorm Hauptbahnhof realisiert werden sollte stellt sich nicht nur die Frage wer das bezahlt, schließlich sind wir immer noch eine Nothaushaltskommune, sondern auch ob die Fördermittel des Landes für die Gestaltung nicht in Gefahr geraten und ob es nicht auch entsprechender Beschlüsse der kommunalpolitischen Gremien bedarf. Ich hoffe ich irre mich, aber ich werde den Verdacht nicht los, dass die Verantwortlichen unserer Stadtspitze nicht so richtig wissen was sie tun.

%d Bloggern gefällt das: