Union der Stille

16. Oktober 2016

Vor rund zwei Jahren wollte die CDU bei den Migranten einmal richtig auftrumpfen…

…und gründete mit einigen Vorzeigemigranten einen parteiinternen Arbeitskreis mit dem euphorischen Namen „Union der Vielfalt“. Bis auf den Umstand, dass bestimmte Parteimitglieder gar nicht zur Gründungsversammlung zugelassen wurden weil sie der Parteispitze nicht genehm waren und eine total auf brav gestimmte Cemile Giossouf die Leitung übernahm ist von dieser Union der Vielfalt bisher gar nichts vernommen worden.

Existiert dieser Klub der braven CDU-Migranten eigentlich noch? Man könnte meinen diese „Union der Vielfalt“ ist längst sanft entschlafen. Seit Cemile Giossouf im Bundestag sich als 150%ige Unterstützerin der armenischen Völkermordvorwürfe gegen die Türkei geoutet hat bekommt sie sowieso keine Unterstützung mehr aus der türkischstämmigen Bevölkerung und die CDU hat praktisch alle ihre Bemühungen türkischstämmige Wähler zu gewinnen nutzlos gemacht. Da könnte die „Union der Vielfalt“ auch ruhig aufgelöst werden.

Bei der SPD sieht es im Übrigen auch nicht besser aus. Auch hier ist die Mehrheit der türkischstämmigen Wähler tief enttäuscht. Für beide Parteien gilt es reicht nicht aus irgendwelche türkischen Namen zu präsentieren wenn dahinter nur Opportunisten stecken, die die gleiche alte Politik verkaufen sollen.
Inzwischen überlegen viele politisch Aktiven aus der türkischen Community bei den nächsten Wahlen in 2017 ihre Stimme Parteien wie der „BIG“ von Haluk Yildiz oder der ADD von Remzi Aru zu geben da diese sich als Vertreter der türkischstämmigen Bürger glaubhafter präsentieren können. Denn das ist ziemlich klar geworden: seit der „Armenienresolution“ des Bundestages und der Verurteilung der Türkei durch fast alle Bundestagsabgeordneten ist nicht nur das Verhältnis Deutschlands zur Türkei beschädigt, auch die Mehrheit der türkischstämmigen Bürger in diesem Land ist schwer von den Parteien im Bundestag enttäuscht. Das könnte die Chance für alternative politische Kräfte werden. Denn für türkischstämmige Menschen, die nicht bereit sind sich gegen ihre alte Heimat wenden zu lassen sind SPD und CDU nicht mehr wählbar.

Nuri Şahin kommt wieder!

12. Januar 2013

Nuri Şahin bei einer Autogrammstunde

Nuri Şahin bei einer Autogrammstunde am 05.12.2009

Es gibt auch noch ein paar gute Nachrichten: eine davon ist die, dass Nuri Şahin aus Madrid zurück nach Dortmund in die alte Heimat kommt.

Im Radio hörte ich wie er vom seinen alten BVB schwärmte und von der alten Heimat sprach. Denn in Dortmund ist er zuhause, und die Dortmunder freuen sich schon richtig ihn wieder bei sich zu haben. Natürlich auch weil er ein sehr guter Fußballspieler ist, aber hinter der gegenseitigen Zuneigung steckt auch sowas wie ein Gefühl des Zusammenhalts und ein modernes Heimatverständnis. Folgerichtig heißt es auch „Willkommen zuhause!“ auf der BVB-Homepage mit einem glücklich lächelnden Nuri Şahin zwischen zwei BVB-Vertretern. Insofern ist der Fußball schon seit über 100 Jahren ein sehr wichtiger traditioneller Integrationsfaktor im Ruhrgebiet.

In vielen großen Bundesligavereinen spielen inzwischen die Kinder und Enkel von Migranten recht erfolgreich mit, was wiederum Ansporn für andere Kinder und Jugendliche mit ausländischen Wurzeln ist sich über den Sport in unserer Gesellschaft hochzukämpfen. Das ist die wirklich gute Nachricht für mich.

Jetzt hoffe ich nur noch, dass auch Mesut Özil bald wieder bei einem Bundesligaverein spielt.

Begegnungsstätte in Marxloh

Begegnungsstätte in Marxloh

„…ich bin nur der Oberbürgermeister“. Heute abend war in der Begegnungsstätte an der Marxloher Merkez-Moschee eine Diskussionsveranstaltung mit dem Duisburger Oberbürgermeister Link zu den aktuellen Zuwanderungsströmen nach Duisburg und deren Folgen für das Leben in der Stadt.

Die Herausforderungen durch die massive Armutszuwanderung aus Bulgarien und Rumänien kosten der Stadt viel Geld und machen vielen ehrenamtlichen Initiativen wie auch Schulen eine Menge Arbeit um gerade den Kindern und Jugendlichen der neuen Zuwanderer eine bessere Zukunft in Duisburg zu ermöglichen. Ein anderes Thema war das öffentliche Bild von Marxloh, sprich die Wahrnehmung des Stadtteils in den Medien und bei den Bürgern.

Schulleiter wie auch einfache engagierte Bürger wiesen daraufhin, dass sie mit ihren Kräften bald am Ende seien und die Eingangsklassen einiger Schulen schon voll würden und dringend mehr Personal benötigt würde. Der Oberbürgermeister konnte angesichts solcher und weiterer Forderungen dann nur auf die Finanznot der Stadt hinweisen und appellierte stattdessen an das Heimatgefühl und den Stolz der Marxloher Bürger aller Nationalitäten. Den Begriff „Migrant“ findet er in dem Zusammenhang auch unpassend, wer in Duisburg geboren ist ist auch Duisburger Bürger und kein Migrant. Das gefiel auch den Anwesenden. Nur für die praktischen Probleme hatte er keine überzeugenden Lösungen anzubieten. Immerhin hat die Stadt sich jetzt auch um Fördergelder von der Europäischen Union bemüht um die zahlreichen Maßnahmen zur Eingliederung der bulgarischen wie rumänischen Neuzuwanderer bezahlen zu können.

Ich fand die Antworten des Oberbürgermeisters etwas schwach, aber wichtig war für mich auch die Begegnung mit dem neuen Vorsitzenden der Moscheegemeinde und das Wiedertreffen mit einigen alten Bekannten. Der Austausch bei Tee und Börek nach der Diskussion war für mich der wahre Höhepunkt des „Talk am Turm“, wie die Veranstaltung hieß, die die Moscheegemeinde gemeinsam mit den benachbarten Kirchengemeinden und der Begegnungsstätte organisiert hatte.

Die Bundestagswahl 2013 wirft ihre Schatten voraus: die Kandidaten für die Wahl im Herbst 2013 werden jetzt allerorten nominiert. Bei der Duisburger SPD gab es eine echte Überraschung, erstmals wurde ein Kandidat mit türkischem Migrationshintergrund aufgestellt.

Ob das nun eine Wende zur migrantenfreundlichen Partei bedeutet wird sich zeigen. Vor wenigen Monaten hatte die selbe Duisburger SPD versucht per Ratsbeschluss den türkischsprachigen muttersprachlichen Unterricht in den Schulen in die Nachmittagsstunden zu verbannen, wohlwissend, dass dann kaum ein türkischstämmiges Kind noch daran teilnehmen würde. Überhaupt war gerade die Duisburger SPD in den letzten Jahren und Jahrzehnten in ihrer realen Politik jenseits der schönen Wahlsprüche den Interessen der Migranten nicht aufgeschlossen gegenüber. Bis 2009 wurden sie nicht mal in die Bezirksämter oder den Rat der Stadt geschickt, auch war der Anteil der Migranten in der Stadtverwaltung und den städtischen Gesellschaften in 57 Jahren SPD-Herrschaft in Duisburg immer unter 1 % geblieben. Erst ab 2005 gab es dort Fortschritte, bezeichnenderweise unter einem Oberbürgermeister Adolf Sauerland von der CDU, dem es auch gelang viele Migranten von der SPD loszueisen.

Nun scheint auch die Duisburger SPD begriffen zu haben, dass in dieser Stadt die Stimmen der Bürger mit Migrationshintergrund nicht einfach ignoriert werden sollten wie zu alten Zeiten, mal sehen ob der frischgebackene SPD-Bundestagskandidat Mahmut Özdemir jetzt auch mit inhaltlichen Aussagen glänzen wird und genügend Einfluß auf die Politik seiner Partei haben wird um den Interessen der Migranten auch im politischem Alltag Gehör zu verschaffen. Ich bin da zwar skeptisch, weil ich mich noch gut erinnere wie angepasst und opportunistisch er früher immer die Politik der Parteiführung vertreten hat, aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt.

Als er im Jahr 2000 in der Homberger SPD aktiv wurde habe ich ihn zusammen mit anderen Juso-Aktiven aufgebaut und die ersten Schritte im politischen Leben gelehrt. Hoffentlich findet er nun den Mut mal eine eigene Meinung zu vertreten. Menschen können sich ja auch ändern. In seinem Falle hoffe ich es, denn der Bundestagswahlkreis Duisburg-Nord ist seit Jahrzehnten SPD-Hochburg, und es wäre schade wenn ein rückgratloser Parteisoldat in Berlin die Menschen von Homberg, Ruhrort, Meiderich, Walsum, Marxloh Beeck, Laar, Bruckhausen, Baerl, Fahrn und Röttgersbach vertreten sollte.

Auch außerhalb von Wahlen bemühen wir uns Bürger anzusprechen um deren Interessen und Forderungen im Duisburger Rathaus zu vertreten. Neben vielen Infoveranstaltungen und Mitgliedertreffs hat die DAL nun auch einen eigenen Blog.

Unter www.duisburger-alternative-liste.org sind nicht nur aktuelle Vorhaben und Nachrichten aus dem Rathaus zu finden, es besteht auch für die Bürger die Möglichkeit Kommentare zu hinterlassen und so ganz konkret ihre Meinungen und Wünsche zu äußern. Die Homepage http://www.dal-duisburg.de bleibt ebenfalls noch bestehen.

Es gibt viel zu schreiben, frisch ans Werk! Ich und einige andere Aktive werden jetzt nach der Sommerpause richtig loslegen.

Was kommt auf Duisburg zu?

Was kommt auf Duisburg zu?

Heute abend ab 19:30 Uhr lädt die DAL alle interessierten Bürger zum Gespräch mit den Oberbürgermeisterkandidaten in Duisburg-Hochfeld ein. Bis auf den Kandidaten von „ProNRW“ und einem bekannten asozialen Pöbler wurden alle OB-Kandidaten eingeladen.

Die meisten haben auch zugesagt, und so können die Bürger heute abend auf der Wörthstrasse 3 im Vereinsheim „Ötüken“ mit Bürgermeister Benno Lensdorf, Herrn Michael Rubinstein, Herrn Rudolf Kley, Herrn Harald Lenders, Herrn Sascha Miskov, Herrn Ahmet Siegel sowie mit Herrn Frank Koglin über deren Vorhaben und Lösungsvorschläge für die drängenden Probleme unserer Stadt sprechen und sich so ein Bild von den Kandidaten machen. Das Ganze soll in lockerer Atmosphäre erfolgen. Nach einer kurzen Begrüßung mit Vorstellungsrunde können die Bürger direkt mit den Kandidaten sprechen. Bis zu 30 Gäste, davon viele mit Migrationshintergrund werden erwartet, da kann auch ohne Moderation in geselliger Runde miteinander gesprochen werden.

Leider haben Herr Link und Frau Laakmann an dem Abend keine Zeit und aus „Termingründen“ abgesagt. Frau Fitzek und Herr Wittsiepe haben bis jetzt noch nichts von sich hören lassen. Kann es sein, dass die Kandidaten von Rot-ROT-Grün keinen direkten Kontakt zu den Migranten haben wollen? Mal sehen ob da noch was kommt.

Auf Menschen zugehen

8. Mai 2012

Webseite Michael Rubinstein

Webseite Michael Rubinstein

Heute mittag hatte ich ein erstes Gespräch mit Herrn Rubinstein in der Jüdischen Gemeinde am Innenhafen, und es war ein sehr positives Gespräch!

Zunächstmal verspätete ich mich leider, dann hieß es durch die Sicherheitsschleuse ins Gebäude zu kommen. Die jüdische Gemeinde ist leider gezwungen besondere Sicherheitsregeln zu beachten, auch steht ständig die Polizei vor dem Gebäude. Im Kontrast dazu war das Gespräch mit Herrn Rubinstein durchaus freundlich und angenehm. Dabei verriet er mir auch, dass er gerne in türkische Restaurants geht und das Essen wie die offene gastfreundliche Atmosphäre dort zu schätzen weiß. Da muslimische und jüdische Speiseregeln sich sehr ähnlich sind gibt es auch Mitglieder in seiner Gemeinde, die beim türkischen Metzger oder Cateringservice ihren Bedarf an Essenswaren und Dienstleistungen für Partys wie private Feiern decken. Überhaupt kamen wir darüber ein, dass aus religiöser Sicht sich Judentum und Islam näher sind als mit dem Christentum, das wichtige Regeln des Alten Testaments einfach missachtet.

Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh

Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh

Auch betont Herr Rubinstein, dass er seit langem sehr gute Beziehungen zu Moscheegemeinden pflegt und von dort auch viel Zustimmung für seine Kandidatur erfahren hat. Da ich das bisher so nicht wahrhnehmen konnte habe ich nochmal nachgefragt wer denn seine Unterstützer aus dem Moscheebereich seien worauf er auf die Merkez-Moschee in Marxloh verwies und ihren Vorsitzenden Muhammet Al, der auch schon seine Unterstützung für die OB-Kandidatur von Herrn Rubinstein signalisiert haben soll. Das klingt in der Tat vielversprechend wenn die größte Moscheegemeinde der Stadt ihre Unterstützung anbietet!

Gebetsraum der Marxloher Merkez-Moschee

Gebetsraum der Marxloher Merkez-Moschee

Das Themengebiet „Integration“ betrachtet Herr Rubinstein denn auch folgerichtig als sehr wichtiges Zukunftsthema für die Stadt wo er als neuer Oberbürgermeister besondere Schwerpunkte setzen möchte, schließlich sind an die 30% der Duisburger Bürger mit Migrationshintergrund, wie auch er selbst. Auch musste die Jüdische Gemeinde in den letzten Jahren viele Zuwanderer aus Osteuropa in ihr Gemeindeleben integrieren. Beim Reingehen ins Gebäude hörte ich auch tatsächlich wie sich Gemeindemitglieder auf russisch unterhielten.

Jüdische Gemeinde am Duisburger Innenhafen

Jüdische Gemeinde am Duisburger Innenhafen

Herr Rubinstein hat daher auch großes Verständnis dafür, dass Migranten sich nicht einfach assimilieren lassen wollen und auf ihren kulturellen Wurzeln sowie der besonderen Beziehung zur alten Heimat weiterhin bestehen. Er bot mir im Gespräch dann auch an gerne in die Vereine der Migranten zu kommen um sich vorzustellen und den Dialog mit den Duisburger Bürgern jeder Herkunft zu führen. Ich fragte ihn ob er auch die konservativen und vor allem die türkisch-patriotischen Heimatvereine besuchen wolle was er mit einem „selbstverständlich“ beantwortete. Er findet es ganz normal wenn es neben linken Vereinen auch rechte und konservative wie religiöse Vereinigungen bei den Migranten gibt.

Auch mit denen ist er bereit zu reden und sich der Diskussion zu stellen, schließlich will er der Oberbürgermeister aller Duisburger Bürger sein. Das findet er auch am alten Oberbürgermeister Sauerland gut, bei dessen Abwahl er immerhin mitgeholfen hat, dass sich dieser auch aktiv um die Belange der Duisburger Bürger mit Migrationshintergrund bemüht hat. Da ich als Abwahlgegner und Unterstützer des alten Oberbürgermeisters bekannt bin habe ich natürlich eine etwas andere Sicht als Herr Rubinstein was das Abwahlverfahren gegen Adolf Sauerland angeht. Immerhin waren wir uns aber darin einig, dass es falsch ist alle Verantwortung für das Loveparade-Desaster nur beim ehemaligen Oberbürgermeister zu suchen. Denn es gab viele Entscheidungsträger, die bei der Geschichte involviert waren.

Ebenso hat mir natürlich gefallen, dass Herr Rubinstein klar Position gegen Kürzungen bei der Sprachförderung bezogen hat, bei Kindern und Jugendlich wie auch der Bildung darf nicht gespart werden. Das wird es mit ihm als Oberbürgermeister nicht geben! Zuletzt betonte er, dass es für eine Stadt wie Duisburg selbstverständlich sein müsse in den höchsten Verwaltungsebenen Migranten zu beschäftigen. Die Stadt muss in ihrer Verwaltung auch die Bevölkerungszusammensetzung widerspiegeln, daran muss endlich ernsthaft gearbeitet werden, nur Ankündigungen und schöne Willensbekundungen sind da zuwenig.

Am Ende unseres über eine Stunde geführten Gespräches habe ich Herrn Rubinstein zugesichert sein Angebot sich persönlich in unseren befreundeten Vereinen vorzustellen im Vorstand der DAL diskutieren zu lassen. Ich war heute so positiv von ihm beeindruckt, dass ich meinen Vorstandskollegen auch empfehlen werde ihn ebenso zu unseren Vereinen einzuladen wie die Herren Lensdorf (CDU), Link (SPD) und Kley von der Bürger Union.

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