Kleingeld ist nötig!

Jetzt ist es raus: da die Kapitalpropaganda trotz umfangreicher Hilfe von Staat und Massenmedien nicht genug Dumme findet die ihre Euros für wenig Rendite dem Kapital für Jahrzehnte in Form von „Riester“-Anlagen zur Verfügung stellen muss aus der vielbeschworenen „Eigenverantwortung“ nun ein Zwangsabgabesystem gemacht werden!

Der auf allen Kanälen präsente Professor Sinn plädierte im „Heute-Journal“ ganz unverhohlen für Zwangsabgaben an die Finanzwirtschaft! Die „Riester“-Pflicht soll dafür sorgen, dass wir alle unser Geld in eine Anlageform stecken, die dem Kapital auf Jahrzehnte unser Geld zur Verfügung stellt und nur mäßige Rendite für uns bringt. Dafür können dann unsere Banken und Versicherungen aber wieder frische Milliarden für windige Spekulationen a la US-Immobilienkredite verbraten!

Richtig ärgerlich aber ist die Behauptung des Kapitalprofessors aus München die da besagt, dass wer nicht „riestert“ ein „Trittbrettfahrer“ sei! Im Klartext wir sind dem Kapital auch noch unser letztes Geld schuldig. Denn die „Riester“-Rente wird schon jetzt erheblich mit unserem Steuergeld finanziert. Aber das reicht den Strategen in der Finanzwirtschaft immer noch nicht aus. Sie wollen uns alle zwingen die für uns ungünstigen jahrzehntelangen „Riester“-Verträge abzuschließen! Obwohl selbst anlegen auf Festzins oder Bundesschatzbriefe auf mittlere Sicht sogar mehr Rendite abwirft. Bei gleichzeitiger Verfügung über das eigene Geld! Ganz im Gegensatz zu „Riester“!

Nur zu dumm auch, dass der gleiche Professor (Un)Sinn gerne den Mindestlohn verdammt und sich stets für Hungerlöhne einsetzt. Woher die Hungerlöhner dann auch noch Geld für „Riester“-Verträge haben sollen verschweigt er natürlich!

Dazu auch ein guter Artikel in den „NachDenkSeiten“:

aus http://www.nachdenkseiten.de/?p=3211

9. Mai 2008 um 9:59 Uhr
Professor Sinn für Riester-Pflicht. Wie ist es möglich, dass ein solcher Blödsinn Eingang und Verbreitung in unseren Medien findet?
Verantwortlich: Albrecht Müller | Druckversion | Beitrag versenden | < zurück

Am 8.5. erschien in den „Ruhr Nachrichten“ die Forderung von Professur Sinn nach Verpflichtung zur Riester-Rente. Die sie nicht nutzen seien Trittbrettfahrer. Diese Meldung wurde in mehreren Medien verbreitet, u. a. in ZDF heute, bei ntv, im Focus und in der Welt. Links siehe unten. – Sinns Forderung ist in mehrerer Hinsicht bodenlos. Die Riester-Rente ist eine Privatvorsorge. Diese wurde uns mit dem hehren Anspruch, die Eigenverantwortung wahrzunehmen, verkauft. Jetzt soll Eigenverantwortung zur Pflicht gemacht werden. Absurd. – Auch die Beschimpfung jener, die keinen Riester-Vertrag abgeschlossen haben, als Trittbrettfahrer ist wirklich, verzeihen Sie, bescheuert. Albrecht Müller.

Jene, die meist aus Geldmangel oder aus rationaler Überlegung – zum Beispiel, weil sie nicht einsehen, dass sie der Versicherungswirtschaft das Geld in den Rachen werfen sollen – keine Riester-Verträge abgeschlossen haben, subventionieren zur Zeit mit ihrer Lohnsteuer, Mehrwertsteuer und Mineralölsteuer die Subventionen des Staates/der Steuerzahler für die Privatvorsorge über Riester-Rente und Rürup-Rente….

Kleingeld

Möchten kapitalhörige Zeitungen die Armen gegeneinander aufhetzen?! Wenn ich mir die Schlagzeilen von konservativen Blättern so ansehe kommt mir dieser Verdacht!

Dass sowohl „Hartz IV“-Empfänger wie Kleinrentner kaum genug Geld zum Leben haben wird da einfach verschwiegen. Stattdessen wird der Eindruck erzeugt als ob 647 EURO Rente im Monat zuviel Geld wären. Und die schreibenden Kapitaldiener aus der Zeitungsredaktion der Rheinischen Pest verbreiten die Weisheit, dass die „Mär vom armen Hartz-IV-Empfänger“ nicht wahr ist.

Dass sowohl der Kleinrentner als auch der Hartz IV-Empfänger von Leistungen abhängig ist um zu überleben schert die „Zeitung für christliche(?) Kultur“ nicht und veröffentlicht auch gerne Behauptungen der OECD dass „Hartz IV“ viel zu üppig sei! Natürlich sollen die Arbeitslosen auch für Hungerlöhne arbeiten gehen, denn Mindestlöhne sind gefährlich für die Gewinnerwartungen der Kapitalbesitzer. Und wenn Mindestlöhne schon durch den Druck der öffentlichen Meinung unvermeidlich werden dann nur auf Hungerlohnniveau zwischen 4 und 7 EURO die Stunde, brutto selbstverständlich! Dass der Arbeitnehmer dann wieder Geld vom Staat bekommen muss um zu überleben ist für die schreibenden Kapitaldiener nicht weiter schlimm. Schließlich hat ja auch der Kapitalpräsident Köhler jetzt wieder gegen den Mindestlohn Stellung bezogen und indirekt für mehr Armut geworben.

Eigentlich kann man als einfacher Arbeitnehmer nur noch dazu raten den Konsum möglichst ganz einzustellen oder zumindestens auf das allernotwendigste zu reduzieren! So kann man den ganzen gut bezahlten Experten aus Wirtschaft und Politik mal die Sinnhaftigkeit ihrer Ideologie vor Augen führen und die Waren in den Regalen liegen lassen oder schnell wieder umtauschen („…die Digicam ist nicht gut…“). Denn wenn Gewinne und Umsätze einbrechen wird die Wirtschaft ihren inoffiziellen Mitarbeitern im Bundestag und in der Bundesregierung schon klar machen, dass ein bischen mehr „sozial“ doch besser für die Bilanzen ist!

Und auf die Wirtschaft hören „unsere“ Politiker eh mehr als auf uns Wähler!

P.S.: Das Abo der Rheinischen Pest habe ich natürlich gekündigt. Als Hungerlöhner ist diese Zeitung für mich ein permanenter Schlag ins Gesicht!

SPD-Plakat mit wahrer Botschaft

Da hat die SPD der Republik erfolgreich in Hamburg ihre Sozialshow vorgespielt und so getan als würde sie jetzt wieder sozial…

… und da kommt doch heraus dass die aSozialdemokraten wie gewohnt in der Praxis mit ihren hehren Zielen nichts zu tun haben und trotz Mindestlohnforderung ihren Beschäftigten Hungerlöhne zahlen. So haben die Sicherheitskräfte beim Hamburger Parteitag eine ganze Ecke weniger als 7,50 EURO bekommen! Poppelige 5,98 EURO die Stunde, natürlich brutto, waren es gerade mal! Und da lässt ein Beck als oberster Chef der aSozialdemokraten sich auch noch dazu verleiten zu behaupten, dass habe man nicht gewußt und wäre reingelegt worden. Man habe Tarifbezahlung verlangt! So verkauft man das Volk für dumm: denn die 5,98 EURO waren wahrscheinlich der Tarif. Die Tarife im Wachgewerbe befinden sich nämlich auf Hungerlohnniveau. Deshalb bekommen auch die Wachleute im Bundestag nur 5,25 EURO(!) die Stunde, natürlich auch brutto und Tarif!

Die Partei der aSozialdemokraten!

Aber so sind die SPD-Funktionäre eben, die schönen Forderungen sind nur für den Wahlkampf und nicht für das alltägliche Regierungsgeschäft. Ich frage mich nur noch ob die Putzfrauen bei der SPD-Bundestagsfraktion jetzt mehr Geld kriegen als vor ein paar Monaten! Da war die SPD ja schon mal mit hauseigenen Hungerlöhnen unterhalb von 7,50 EURO aufgefallen!!!

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