Oskar kommt unters Messer!

25. November 2009

Gerade habe ich in den Nachrichten gehört, dass Oskar Lafontaine morgen operiert wird!

Die traurige Nachricht, dass er Prostatakrebs hat hörte ich schon vorgestern. Auch wenn es wohl Heilungschancen geben soll bin ich doch ein wenig erschrocken. Schließlich habe ich Oskar immer als sehr profilierten und mutigen Politiker geschätzt, der auch keine Angst vor Kontroversen hat und ein begnadeter Rhetoriker ist.

In Zeiten wo man bei vielen Politikern nicht mehr weiß wofür sie eigentlich stehen ist der ehemalige SPD-Chef und heutige Spitzenmann der Linken ein echtes Kontrastprogramm, wenn auch nicht selten mit populistischen Zügen. Man mag ihn, oder hasst ihn!

Ich wünsche ihm jedenfalls viel Glück morgen in der OP!

Demo in Bochum

Dem Nokia-Konzern bläst in Deutschland der Wind ins Gesicht. Den Absatzmarkt hier können die Finnen wohl erstmal vergessen. Die Empörung über den milliardenschweren Konzern ist so groß und weitverbreitet, dass kein Politiker es wagt das Vorgehen der Nokia-Manager zu verteidigen. Und es sieht so aus als ob auch die Duisburger Stadtverwaltung ihre Nokia-Diensthandys abschaffen wird.

Vor wenigen Stunden habe ich erfahren, dass alle Listengruppierungen und Parteien den von mir formulierten Antrag der Muslimischen Türken Union unterstützen mit dem Ziel auch von seiten der Stadtverwaltung Nokia-Produkte zu boykottieren! Da ist es ziemlich wahrscheinlich, dass das auch der Beirat für Zuwanderung und Integration der Stadt Duisburg am kommenden Dienstag so beschließen wird.

Auch wenn es nur ein beratendes Gremium ist so glaube ich, dass die Stadt da nicht Nein zu sagen kann. Aber ausgerechnet der Vertreter der Grünen hat sich in einer vorbereitenden Sitzung schützend vor den Nokia-Konzern gestellt und vor „Diskriminierung“ gewarnt und die Leistungen von Nokia gewürdigt! So kapitalhörig sind die Grünen heute schon!

Und in der Fernsehsendung „Illner“ im ZDF lieferten sich gestern abend Lafontaine und Westerwelle ein Duell vom Feinsten. Beide bekamen für ihre total konträren Positionen Applaus. Aber während die Politik plus Kapitalvertreter nur bekannte Positionen austauschte und Binsenweisheiten zum Besten gab („…ohne Rendite kann ein Unternehmen nicht überleben…„, „Gewinne müssen sein…“ etc.) veranschaulichte die Betriebratsvorsitzende von Nokia wie flexibel die Arbeitnehmer bei Nokia sind und so den Rekordgewinn von über 7 Milliarden Euro erwirtschafteten. Zum Dank werden sie in wenigen Monaten rausgeschmissen. Das überzeugte!

Immerhin scheint der Fall Nokia selbst in den Mainstream-Medien nun auch Kapitalismuskritik wieder saisonfähig zu machen. Der Titel der Sendung „Kapital brutal, Jobs egal…“ wäre so vor kurzem sicher nicht möglich gewesen. Jedenfalls nicht beim ZDF! Wenn das nicht nach einem Linksruck aussieht!

Brüder zur Sonne....

Zum gleichen Thema auch nochmal die Pressemitteilung der Bochumer Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen:

24.01.2008
Sevim Dağdelen, MdB: Menschenverachtende Bilanz für Nokia

Sevim Dağdelen, MdB der Linksfraktion aus Bochum erklärt zu den heute
veröffentlichten Bilanzen des Nokia Konzerns:

„Auf der einen Seite präsentiert Nokia Rekordgewinne in schwindelerregender Höhe, auf der
anderen Seite sollen im Werk Bochum die MitarbeiterInnen entlassen
werden. Das ist für mich eine menschenverachtende Bilanz!“

Der Konzern, der weltweit 130.000 Menschen beschäftigt, hat in seinem
Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr einschließlich des vierten Quartals
Rekordgewinne bekannt gegeben. Der Nettogewinn stieg im vierten Quartal um 44
Prozent auf mehr als 1,8 Milliarden Euro. Von Oktober bis Dezember setzte das
Unternehmen nach eigenen Angaben 15,7 Milliarden Euro um und damit 34
Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr 2007 konnte der
Gewinn sogar um 67 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro gesteigert werden, der
Umsatz stieg um 24 Prozent auf 51,1 Milliarden Euro

„Dass vor diesem Hintergrund Konzernchef Olli-Pekka Kallasvuo schon vorher
verlauten ließ, dass Nokia auf der Stilllegung des Handy-Werkes in Bochum
bestehe, ist unfassbar, vor allem für die Betroffenen“, so Sevim Dağdelen weiter.

„Dieses Vorgehen von Nokia zeigt ganz besonders deutlich, dass es im
Kapitalismus in erster Linie nicht um die Menschen geht, sondern um die Profite.
Und die können offensichtlich nicht groß genug sein, wie die vorgelegten Zahlen
von Nokia belegen.
Gemeinsam mit meinem Fraktionskollegen Oskar Lafontaine bin ich der Meinung,
dass nicht zuletzt der Fall Nokia zeigt, dass wir eine andere Wirtschaftsordnung
brauchen, in der die Arbeitnehmer zumindest in existenziellen Fragen ein
Mitentscheidungsrecht haben.“

Nokia-Demo in Bochum

22. Januar 2008

Demo vor Bochumer Nokia-Werk

Das war heute ein richtiges Stelldichein in Bochum, jede Menge Leute aus allen Teilen der Republik, von Gewerkschaften und Parteien. Sogar eine CDU-Fahne konnte ich im Demonstrationszug sehen! Aber die Freunde von der Linken und die IG Metaller beherrschten die Szenerie nicht nur optisch!

Oskar Lafontaine auf der Demo!

Und als Oskar Lafontaine kam waren die Kameraleute nicht mehr zu halten und stolperten übereinander beim Fotografieren und Filmen! So eine Hektik gehört wohl dazu wenn Promis kommen!
Immerhin konnte ich auch noch Fotos machen. Die SPD-Leute marschierten auch verstärkt auf und versuchten vergessen zu machen, dass sie mit ihrer asozialen Politik den Arbeitnehmern tagtäglich in den Rücken fallen!

Nach dem Marsch zum Riemer Markt zur Kundgebung bekam ich sogar alte Bekannte aus der SPD zu Gesicht, die mich sogar freudig begrüßten. Ob die jetzt wohl eine andere Politik vertreten?

Und im Zelt der Linken sah ich dann wieder Oskar eng umringt von Kameraleuten. Er war heute ein begehrter Interviewpartner. Ich konnte sogar hören wie er einer Journalistin auf französisch ein Statement gab!

Oskar im Interview!

Kurz vor Ende der Veranstaltung auf der unter den etlichen Rednern auch ein Staatssekretär der Bundesregierung reden durfte weil Steinbrück wohl in letzter Minute kalte Füße bekam, wurden die „Oskar“-Rufe in der Menschenmenge immer lauter. Doch Oskars Auftritt wurde durch eine abrupte Beendigung der Veranstaltung von den SPD-nahen Gewerkschaftsfunktionären der IG Metall verhindert. Die Angst vor Oskar und seiner Wirkung ist immer noch groß!

Trotzdem und trotz des Gesangs eines Gunter Gabriel traten ich und einige Bekannte aus der Linkspartei dann zufrieden den Heimweg an! Obwohl ich nicht Mitglied der Partei bin bekam ich sogar noch eine rote Weste mit Parteilogo geschenkt! Die wollen mich doch wohl nicht anwerben!

Nie wieder Nokia!

Nokia machts möglich: viele Bürger fragen sich wieso die Wirtschaft immer rücksichtsloser mit den Menschen umgeht und Profite nur für eine kleine Minderheit von Kapitalbesitzern Vorteile bringt!

Und der Widerstand gegen proftgieriges asoziales Verhalten von Konzernen wie Nokia wächst so stark, dass sich selbst die Kapitaldiener aus SPD und CDU gezwungen sehen verbal dieses rücksichtslose Verhalten zu kritisieren das sie sonst politisch fördern.

In Bochum finden nun verstärkt Protestaktionen der Beschäftigten statt und am Dienstag, den 22. Januar ist für 12:00 Uhr eine Großveranstaltung in Bochum geplant auf der auch Oskar Lafontaine sein Kommen zugesagt hat. Um 10:45 Uhr ist gemeinsame Abfahrt am Duisburger Hauptbahnhof, Treffpunkt Ostausgang (wo das Kino liegt!).

Ebenso setzt die IG Metall Sonderbusse ein, die um 11:00 Uhr in Bruckhausen am Thyssen Tor 1 losfahren! Jeder der kann sollte mit nach Bochum fahren denn niemand ist mehr vor dem asozialen Verhalten von Konzernen sicher. Selbst hochprofitablen Werken droht heute die Schließung wenn Subventionen winken!!! Eine Gefahr für alle Arbeitnehmer!!!

Zusätzlich gibt es auch eine Unterschriftenliste im Internet von der Linken, auf die sich jeder eintragen kann der das Verhalten von Nokia ablehnt!

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