Kaputt

Auch am dritten Tag nach den Krawallen ist die Stimmung in Hochheide noch merklich gedrückt. Als ich die Blumenverkäuferin auf ihre zerbrochene Schaufensterscheibe anspreche meint sie nur sie wisse nicht wer das war und sei froh nicht dagewesen zu sein als das passierte!

Zwischen den Geschäften in der Ladenstadt sehe ich immer wieder kleine Gruppen von Bürgern sich miteinander leise unterhalten, und ich glaube es hat was mit den Ereignissen aus der Silvesternacht zu tun.

Es ist eine spürbar gedrückte Stimmung in der Ladenstadt vorhanden. Immerhin sind die Gruppen von Jugendlichen nicht mehr zu sehen, die sonst immer auf dem Markt rumlaufen oder vorm Telefonladen herum hängen. Die deutliche Polizeipräsenz hat hier also was bewirkt. Ständig fahren jetzt Steifen- und Einsatzwagen der Polizei durch die Gegend. Aber die Falschparker vor der Citibank scheint das nicht abzuschrecken!

Es herrscht scheinbar Ruhe! Nur in der Presse und im Onlineportal „derWesten“ kocht jetzt Volkeszorn über die Migranten. Und leider auch mit deutlich rassistischem Unterton in vielen Beiträgen. Auf die Provinzpolitiker wird da allerdings auch berechtigterweise geschimpft. Die melden sich jetzt auch in der parteihörigen Lokalpresse mit mehrtägiger Verspätung zu Wort und versprechen Dinge, die früher nicht möglich waren! Ist doch rührend wie die jetzt vergessen machen wollen wie sie früher die Verhältnisse im Stadtteil verharmlost haben!

Nach jahrelanger Ignoranz kommt nun Aktionismus denn schließlich ist in einem guten Jahr schon Kommunalwahl!

Hochheide

Was war passiert?! Heute lief in Hochheide gleich haufenweise Polizei über den Markt und durch die Ladenstadt. Ständig fuhren Streifenwagen herum!

Wahrscheinlich hat das alte Sprichwort recht das besagt „es muss erst was passieren damit was passiert„! Denn in der Silvesternacht hat es in Hochheide richtig Randale gegeben. Und auf einmal wird klar, dass die jahrelangen Warnungen aus der Bürgerschaft vor dem sozialen Niedergang eines ganzen Stadtteils keineswegs übertriebene Panikmache waren wie manche Provinzpolitiker und ihre Verwaltungsdiener aus dem Homberger Rathaus glauben machen wollten!

Jahrelang mussten die Bürger sich von oberster Stelle immer Sprüche anhören wie „die Kriminalität in Hochheide ist gering„, „es besteht keine Notwendigkeit mehr Polizei nach Hochheide zu schicken“ oder auch nur „alles Panikmache, Hochheide hat keine großen Probleme„, „es gibt keinen Niedergang des Stadtteils“ usw. Dass sich eine kriminelle Szene im Stadtteil gebildet hat wollte die örtliche Provinzpolitik bis zuletzt leugnen. Und mehr Polizei schicken ging bis jetzt auch nicht; war ja auch nicht nötig weil ja alles nur Panikmache war.

Nun sind sie hoffentlich schlauer geworden, die Herren Grindberg (Homberger aSozialdemokraten), Hartl (Homberger CDU), Scherhag (Bezirkamtsleiter), Gunhold (stellvertr. Bezirksamtsleiter) und Cebin (Polizeipräsident Duisburg)! Nun lässt sich die gewachsene Kriminalität und Bedrohung der Bürger durch kriminelle Banden in Hochheide nicht mehr so leicht mit schönen Statistiken leugnen!

Mal sehen wie die Herren sich jetzt herausreden aus ihrer jahrelangen Verharmlosung der Verhältnisse in Hochheide!

Hochheide abwärts!

Und nur mehr Polizei schicken ist auch nur eine vorübergehende Lösung. Da muss die Politik sich schon mal etwas mehr einfallen lassen, und beizeiten mal mehr auf die Bürger hören. Denn diese erschreckende Entwicklung des Stadtteils war schon Jahre voraus zu erkennen! Es gab genug Warnungen!

Es gibt auch im Blog des Bürgervereins Haesen und Gerdt eine interessante Diskussion zu diesem Thema! Sehr lesenswert!

–> Hochheider Ladenstadt wird immer mehr zum Brennpunkt

SPD-Bauwerk in Hochheide

Hochhausbesitzer muss man sein! Während jeder kleiner Häuslebauer sein Eigentum ganz schnell verlieren kann wenn er seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommt, dürfen die Besitzer der beiden leerstehenden Hochhäuser in Hochheide Schulden in gigantischer Höhe anhäufen ohne belangt zu werden!

Rechnungen der Stadtwerke, Sicherungskosten wegen akuter Gefahren am Bau und Grundsteuerschulden werden scheinbar einfach in den Wind geschrieben! Für das Versprechen das Hochhaus an der Hanielstrasse in Hochheide wieder schmuck herzurichten soll die Stadt als Gläubiger wohl trotz knapper Kasse beide Augen zudrücken!

SPD-Bauwerk in Hochheide

Und auch das Hochhaus an der Ottostraße ist wieder im Gespräch! Trotz Schulden des Eigentümers darf der Vertreter desselben visionäre Pläne verkünden. Vom Bezahlen der aufgelaufenen Schulden gegenüber der Allgemeinheit redet da niemand, dafür aber über Abriss und Neubauten. Manchmal wünschte man sich es gebe noch wie im Mittelalter Schuldnertürme!

Da werden für beide Hochhäuser wieder hochfliegende Pläne verkündet, und wer da einen Zusammenhang mit der näherrrückenden Kommunalwahl 2009 sieht muss wohl übertrieben kritisch sein. Aber wenn sich Pleitiers mit großen Plänen in den örtlichen parteinahen Propagandablättern darstellen dürfen ohne auch nur eine kritische Nachfrage zu befürchten sind die Anzeichen einer konzertierten Aktion von Spekulanten und örtlichen Provinzpolitikern nicht zu übersehen!

SPD-Bauwerk in Hochheide

Als normaler Bürger schüttelt man da nur mit dem Kopf! Angeblich sind die Eigentümer seit Jahren nicht bekannt und haftbar zu machen für die immensen Kosten der Sicherung der Gebäude! Und nun gibt die örtliche SPD in ihrer Lokalpresse bekannt mit Vertretern der Eigentümer in Verbindung zu stehen. Und „unsere“ Vertreter im Homberger Rathaus wollen anstatt die Schulden einzutreiben wieder die alten Visionen des SPD-Baulöwen Kun wiederbeleben. Als ob Menschen heute noch in solchen Hochhäusern und in einer so „exclusiven“ Gegend wie Hochheide leben wollten.

Ottostrasse und Hanielstrasse

Aber bei unseren örtlichen Provinzpolitikern wie einem Dr. Hartl darf man sich nicht wundern wenn sie Hochheide mit Monaco verwechseln!

Rückbau? Wann?

Noch steht es, das Homberger Rathaus!

Die Parteischreiber der örtlichen Lokalpresse verkünden es heute schon groß: das Homberger Rathaus wird abgerissen und dem Traum der „Neuen Mitte Homberg“ geopfert!

Da sollen nun laut unseren wirklichkeitsfremden Provinzpolitikern bald imaginäre Käuferströme nach Homberg gelockt werden die dann für einen „Aufschwung“ des gebeutelten Homberger Zentrums sorgen sollen. Dass der Stadtteil unter wachsender Armut leidet und auch schon mehr als genug Supermärkte und Discounter hat stört die fantastischen Träume der Herren Hartl (CDU Homberg) und Grindberg (SPD Homberg) nicht! Und die vielen leeren Ladenlokale im Stadtteil sehen unsere Oberen aus dem Rathaus schon lange nicht mehr!

Doch am Ende könnte es ein böses Erwachen geben: wenn der erhoffte sagenhafte „Aufschwung“ ausbleibt könnte nicht nur die schon jetzt schwer gebeutelte Augustastrasse den Todesstoß versetzt bekommen, wir könnten in Homberg das Rathaus und die Bezirksverwaltung mit ihren ganzen Ämtern verlieren wenn Duisburg unseren örtlichen Provinzpolitikern klarmachen wird, dass nicht genug Geld da ist um teure Mieten für die dann anzumietenden Räumlichkeiten auszugeben.

Unsere Stadt steht ja nicht umsonst unter besonderer Beobachtung der Kommunalaufsicht in Düsseldorf. Wenn die Mieten für Ratssaal und Ämter in Homberg zu hoch werden, wird die Stadt gar keine Erlaubnis bekommen um solche Kosten zu bezahlen. Dann haben wir in Homberg kein Rathaus mehr!

Und dann werden die Bürger sich fragen wie blöd gewisse Leute nur sein können!

Gerade habe ich bei AOL auf der Webseite einen interessanten Artikel zum anonymen Surfen im Netz gefunden. Wichtig in Zeiten des Ausspähens und Spionierens von seiten des Staates, Kriminellen und unseriösen Serviceanbietern, die alle die Aktivitäten von uns Surfern kontrollieren wollen!

Auf der AOL-Nachrichtenseite finden sich dazu einfache praktikable Tipps wie man mit modifizierten Firefox-Browser und dem „Tor“-Programm ohne Spuren zu hinterlassen im Netz sicher unterwegs sein kann. Auch findet sich auf dem duisburgblog nochmal eine detailierte Erläuterung dazu. Die Software „TorPark“ lässt sich auf der Webseite vom Verein „FoeBuD e.V.“ kostenlos herunterladen!

Für die Stadtteilblogger ideal um manchen zensurbegierigen Provinzpolitikern aus dem Homberger Rathaus und ihren Helfern ein Schnippchen zu schlagen!

Prinzip Hoffnung

Auch wenn scheinbar alles den Bach runtergeht darf man sich sich nicht aufgeben! Egal ob die Verhältnisse im Stadtteil schlimmer werden oder drohende Arbeitslosigkeit vor der Türe steht, es geht immer irgendwie weiter…

…Heute lese ich in der Zeitung, dass sich der Vorstand der Streetwork-Community einen neuen Vorstand gegeben hat obwohl es vorher so aussah als ob alles vorbei sei. Zwar wollten mich die neuen Vorständler gleich wegen meiner berufsbedingten häufigen Abwesenheit bei Vereinsaktivitäten gleich aus dem Verein als Mitglied streichen, aber ich bin nicht so nachtragend obwohl es mich doch irritiert.

Dafür sehe ich jetzt auch öfters Polizei und Ordnungsamt in Hochheide nach dem rechten sehen was auch nur positiv sein kann. Und die Müllberge werden auch schneller entfernt wie früher. Also leichte Besserungstendenzen. Jetzt hoffe ich nur noch dass die geplanten Bebauungen der letzten großen Grünflächen im Bezirk, Sportplatz Haesen und Hanielpark, gestoppt werden und der weitere Abwärtstrend lässt sich vielleicht doch noch einmal wenigstens stoppen!

Im Angesicht der vorrückenden Kommunalwahl 2009 werden unsere Provinzpolitiker im Homberger Rathaus eventuell noch vernünftig.

Der Hanielpark

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