Wieviele tausend Staaten braucht die Welt noch zusätzlich?

Diese Frage drängt sich mir auf wenn ich an die die zahlreichen Abspaltungen und neuen Staaten der letzten 25 Jahre denke und die ständigen gleichen Reden vom „Selbstbestimmungsrecht der Völker“. Noch besteht die „Weltgemeinschaft“ aus weniger wie 200 Nationalstaaten.
Aber das wird sich vielleicht schon dramatisch ändern wenn die Entwicklung so weiterläuft wie bisher.
Die Schotten wollen es bald wieder versuchen, in Spanien nun die Katalanen, im Irak die Kurden, irgendwann folgen vielleicht auch Basken und Korsen.

Südsudan und Kososvo haben es vorgemacht: obwohl beide Gebiete keine Nationalgeschichte und keine staatliche Tradition besitzen sind sie mit internationaler Hilfe zu Staaten erklärt worden ohne bis heute überlebensfähig zu sein. Der Südsudan ist im Bürgerkrieg versunken und der Kosovo hängt am Tropf der EU-Hilfsgelder.

Katalonien ist dagegen reich, will aber nicht mehr solidarisch sein und verlangt einen eigenen Staat. Im Irak will der kurdische Provinzfürst Barzani sich das Öl im Nordirak unter den Nagel reissen und behauptet einfach dreist das Gebiet würde den Kurden gehören. Dabei leben dort nachweislich zahlreiche andere Volksgruppen schon länger. Spätestens nach dem blutigen Jugoslawienkrieg vor 20 Jahren müssten doch alle politisch Verantwortlichen wissen wohin Separatismus führen kann. Aber nein, es wird munter weiter die Phrase vom „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ gedroschen ohne über die dramatischen Folgen wie zum Beispiel Krieg und Vertreibung nachzudenken. Je nachdem wie der Begriff „Volk“ definiert wird würde diese Geisteshaltung irgendwann auch zu Atomisierung der gesamten Staatenwelt führen. Es gibt an die 5000 Völker auf diesem Planeten, die mit Fug und Recht behaupten können eine eigene Sprache und Kultur zu besitzen. Fast jeder Nationalstaat könnte in mehrere Teile aufgespalten werden.

Selbst wir in Deutschland könnten betroffen sein: Bayern, Sachsen, Schwaben, Franken, Friesen und so weiter können eigene Sprache und Kultur nachweisen. Haben sie deshalb einen Anspruch auf einen eigenen Staat? Sollen Nationalstaaten nicht auch verschiedene Volksgruppen unter einem Dach vereinen? Um wieder zu Spanien zu kommen: dort leben verschiedene Volksgruppen gleichberechtigt in einem Staat mit autonomen Regionen wo auch die regionale Sprache den Rang einer Amtssprache hat. Unterdrückung oder Diskriminierung können da also kaum als Begründung für eine Abspaltung herhalten. Wir sollten uns als Deutsche wie Europäer auch im eigenen Interesse gegen jede Art von Separatismus und Kleinstaaterei wenden. 

P.S.: Bevor hier irgendwelche Vermutungen aufkommen stelle ich klar, dass ich kein Spanier bin sowie auch keinerlei Beziehungen zu Spanien habe. Ich lehne Separatismus aus prinzipiellen Gründen ab.

Homberg und Baerl fühlen sich schon seit langem von Duisburg nicht gut behandelt. Zudem sind die alten Bindungen nach Moers und dem niederrheinischem Hinterland immer noch sehr ausgeprägt.

Der Antrag der Wählergemeinschaft „Deine Stimme“ hat diese Gemengelage genutzt um auch schon im Vorfeld öffentlich die Möglichkeit einer „Loslösung“ Homberg und Baerls von Duisburg per Antrag prüfen zu lassen.

Modernes Wohnen nach Art der SPD Homberg

Ich finde das ziemlich populistisch weil es in Wirklichkeit keines der Probleme in den linksrheinischen Stadtteilen löst. Als alteingesessener Hochheider und gebürtiger Moerser bin ich der Überzeugung, dass alle unsere Probleme auch da wären wenn wir zu Moers oder dem Kreis Wesel gehören würden. Und alleine könnten wir erst recht nicht die gewaltigen wie kostenträchtigen Probleme in Hochheide lösen. Ganz alleine könnte Homberg nicht die „Weißen Riesen“ sanieren. So unzufrieden wir auch als Homberger und Hochheider mit Duisburg sein dürfen, es würde uns nicht helfen sich von der Großstadt zu lösen und die eigene Unabhängigkeit auszurufen. Keines der realen Probleme würde sich dadurch auflösen.

Hochheide

Hochheides Wahrzeichen: ein SPD-Bauwerk

Nebenbei bemerkt weiß ich als alter Rheinpreussensiedler noch, dass es die Homberger SPD mit ihrem Klüngel war, die zu Zeiten der alten Stadt Homberg den Bau der Weißen Riesen in Hochheide vor über vierzig Jahren beschloss und am liebsten die ganze Zechensiedlung dem Wahn des SPD-Baulöwen Kun geopfert hätte. Unsere Bezirkspolitiker vor Ort müssen also nicht unbedingt kompetenter sein als ihre Genossen im Duisburger Rathaus.

Krieg mit Russland???!!!

27. August 2008

Mit der NATO in den Krieg?

Seit Russland im Kaukasus die Unabhängigkeit von zwei abtrünnigen Provinzen Georgiens anerkannt hat wird der Ton der NATO-Staaten immer schärfer, und der US-Agressor Bush droht mit „Konsequenzen“!

Und unsere 150% Bush-Vasallin Merkel stimmt da natürlich auch mit ein und lässt sich auch auf eine Konfrontation mit Russland ein! Sind unsere Oberen wirklich so verrückt wegen zweier Provinzen Georgiens das Risiko eines möglichen Krieges einzugehen?!

Ich finde diese Aufregung jedenfalls nicht nur sehr übertrieben sondern auch ziemlich verlogen: wenn es wirklich darum geht Grenzen eines souveränen Staates zu schützen dürften unsere Oberen ja auch nich den Kosovo als unabhängigen Staat anerkennen. Der Kosovo ist seit Jahrhunderten serbische Provinz gewesen. Trotz aller Warnungen von anderen europäischen Staaten haben sich da auch die USA, Frankreich und natürlich auch unsere „Super-Merkel“ zur einer Anerkennung der abtrünnigen Provinz hinreißen lassen. Und nun pumpen wir da jede Menge Geld hinein und müssen diesem „Staat“ Experten schicken weil der Kosovo überhaupt nicht alleine überlebensfähig ist!

Da wurde auch klar das internationale Völkerrecht gebrochen, es sei denn wir erkennen jetzt jede Provinz auf dieser Welt als unabhängigen Staat an wenn die Mehrheit der Bevölkerung das will. Dann wären auch Abchasien und Süd-Ossetien unabhängige Staaten und Russland würde vollkommen gerechtfertigt handeln wenn man das Verhalten einiger westlicher Staaten im Fall Kosovo als Maßstab nimmt!

Übrigens wird die einseitige Berichterstattung und das unehrliche Verhalten der westlichen Länder gegenüber Russland auch von Michail Gorbatschow deutlich kritisiert! Dazu gibt es auf den NachDenkSeiten einen sehr interessanten Artikel:
Mikhail Gorbachev kritisiert in der New York Times das Handeln der westlichen Länder im Bezug auf Georgien und Süd-Ossetien

%d Bloggern gefällt das: