Rauchzeichen

25. Mai 2012

Noch rauchen die Schlote

Noch rauchen die Schlote

Duisburg lebt immer noch von der Industrie und ist auch immer noch auf die Industrie angewiesen.

Rauchzeichen über der Stadt

Rauchzeichen über der Stadt

Ich werde hier in nächster Zeit einige Fotos von meinen nächtlichen Streiftouren veröffentlichen. Fabriken, Schlote und die intensive harte Beleuchtung in vielen Großbetrieben haben gerade nachts eine besondere visuelle Wirkung.

Farbe und Dunkelheit...

Heute kam nun der zu erwartende Bescheid vom Thyssen Werkschutz und damit der Einstieg in die Armut: das Werksverbot bleibt bestehen und offensichtlich wird meiner Aussage nicht geglaubt während die Falschaussagen der Kollegen vor zweieinhalb Jahren abgenommen werden. Jetzt verliere ich zum zweiten Mal deswegen meine Arbeit weil ich für einen gefährlichen Schläger gehalten werde. Da spielt es keine Rolle, dass ich derjenige war der den Vorfall beim Werkschutz meldete und mit einem Messer angegriffen wurde. Und meine Firma tut nichts für mich und hat auch keine Arbeit für mich!

Doch der wahre Schock kam dann heraus als ich meinen Chef fragte wie denn meine Bezahlung diesen Monat aussieht wenn ich nicht zu Einsätzen gerufen werde: ganze 60 Arbeitsstunden für den Monat November kriege ich nur ausgezahlt. In dem Moment wäre ich am liebsten Amok gelaufen. Eine unbändige Wut machte sich bei mir bemerkbar. Jetzt soll ich allen Ernstes mit einem Monatslohn von vielleicht gerade mal 400 EURO überleben. Und im Dezember sieht es auch nicht besser aus!

Und dann kriege ich auch noch den tollen Tipp mich beim Arbeitsamt oder der ARGE zu melden um „Überbrückungsgeld“ zu beantragen. „Geben Sie mir sofort die Kündigung!“ war meine Antwort . „Aber im Februar brauchen wir Sie schon wieder, dann wird bei der BP genug Arbeit da sein.“ kam es zurück. Bis dahin soll ich allen Ernstes wohl von 400 EURO im Monat leben!

Es ist unglaublich was Arbeitgeber sich heutzutage erlauben. Die Menschen sehenden Auges in die Armut abrutschen zu lassen ist doch wohl das Niederträchtigste was man sich denken kann. Jetzt muss ich um Geld betteln gehen nur weil die große Weltfirma ThyssenKrupp mir nicht die Erlaubnis gibt auf dem Werksgelände zu arbeiten und mein Arbeitgeber mich nicht rechtzeitig kündigt und überhaupt nicht informiert was für negative Folgen das für mein Einkommen hat.

Ich kann das immer noch nicht fassen und suche mir jetzt sofort einen neuen Job und verklage meinen Arbeitgeber. Lebe ich hier wirklich in Deutschland? Oder ist das hier schon eine kapitalistische Bananenrepublik ohne soziale Rechte?!

Meine Kopfschmerzen werden jetzt immer heftiger und ich erwische mich selbst bei sehr dunklen Gedanken…

Das Wochenende genießen!

18. November 2007

Der Hanielpark

Eine ruhige Woche ohne Arbeit und mit viel Ungewissheit geht zu Ende!

Ich warte immer noch auf eine endgültige Entscheidung des Thyssen Werkschutzes wie es weitergeht, ob mein Werksverbot nun aufgehoben wird oder den Lügengeschichten der „werten“ Kollegen geglaubt wird in denen ich als gefährlicher Schläger dargestellt wurde. Immerhin wurde die Möglichkeit angedeutet es könnte aufgehoben werden. Viel Hoffnung habe ich zwar nicht, aber was soll es. Ich habe ein Langzeitgedächtnis und werde auch in vielen Jahren auf politischer Ebene noch Möglichkeiten finden den Thyssen-Vorhaben Schwierigkeiten zu bereiten. Und das werde ich auch tun wenn mir Unrecht angetan wird.

Aber zunächst genieße ich die zusätzliche Freizeit mit Spaziergängen mit meinen Sohn und liegengebliebener Hausarbeit. Und am Freitag konnte ich mir auch die Zeit nehmen einen bissigen Möchtegern-Journalisten aus Rheinhausen anzuzeigen, der meinte mich als „islamischen Extremisten“ beschimpfen zu müssen und auf unterstem Niveau anzupöbeln!

Mal sehen ob es was nützt. Ich hoffe nur auf die Zukunft und sehe mir dann heute abend schonmal vorsichtshalber die Stellenangebote näher an!

Das ist echt deprimierend und macht mich wütend: letzte Woche habe ich noch bei der Thyssen-Werksfeuerwehr in Beeckerwerth den Lehrgang als Brandsicherungsposten als Bester bestanden und nun erfahre ich, dass ich nicht auf das Werksgelände darf…

…weil ein altes Werkbetretungsverbot aus dem Mai 2005 noch besteht und nicht aufgehoben wird was praktisch meine Arbeitslosigkeit zu Folge haben wird! Es macht mich vor allem wütend, dass dieses Werkbetretungsverbot durch Falschaussagen von früheren (türkischen) Kollegen zustande gekommen ist!

Bei einem Streit im Mai 2005 ist ein Vorgesetzter durchgedreht und mit dem Messer auf mich losgegegangen mit der festen Absicht mich zu erstechen. Er drohte mir lautstark mich umzubringen und konnte nur durch das Eingreifen von drei Kollegen mit Müh und Not daran gehindert werden. Mit großem Glück kam ich mit nur leichten Verletzungen davon.

Verletzung durch Fausthieb!

Ich meldete den Vorfall sofort dem Werkschutz bei Thyssen und wurde auch von den Pförtnern wegen meiner blutenden Verletzung sofort ins Krankenhaus zur Behandlung geschickt. Der Personaldisponent mit dem Messer wurde auch sofort vom Gelände geholt und ging unverletzt nach Hause! Doch dummerweise ist der gefährliche Vorgesetzte auch mit dem Regionalleiter der Firma verwandt und alle Kollegen sagten Tage später beim Werkschutz gegen mich aus und behaupteten ich hätte mich mit dem Vorgesetzten geprügelt. Besonders bitter dabei war der Vorwurf ich hätte rassistische Beschimpfungen von mir gegeben. Obwohl ich selbst türkischer Herkunft bin soll ich andere Türken rassistisch beschimpft haben, was für eine elende Lüge!

Ich stand alleine da und war auf einmal der Schuldige. Keiner von den Kollegen wollte es sich wohl mit dem großen Chef der Firma verderben und die Wahrheit sagen. Und obwohl ich den Vorfall gemeldet und auch Strafanzeige bei der Polizei gestellt habe bin ich jetzt für den Thyssen Werkschutz wohl immer noch der Hauptschuldige und darf nie wieder auf dem Thyssen Werksgelände arbeiten! Und das kostet mich jetzt zum zweiten mal den Arbeitsplatz. Dass der Kollege mit dem Messer schon vorbestraft ist wegen Körperverletzung spielt da auch keine Rolle. Weil er (falsche) Zeugen auf seiner Seite hat zählt meine Aussage nicht viel!

Das ist so bitter und macht mich dermaßen wütend, dass ich mir schwöre von nun an alle Thyssen-Vorhaben auf politischer Ebene zu bekämpfen. Ich vergesse niemals! Und mit meiner Stimme werde ich jetzt gegen das Grüngürtel-Projekt des Thyssen Krupp-Konzernes im Duisburger Norden stimmen!!!

Das ist wohl der einzige Weg, der mir bleibt um mich bei Thyssen für die schreiende Ungerechtigkeit zu revanchieren!

Kleiner Zusatz:

Wie ich von einem türkischen Bekannten erfahren habe soll das Werksverbot des Messerstechers schon wieder aufgehoben worden sein! Das noch als kleine „Krönung“….

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