Webseite der EG DU
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Gestern abend nahm ich zum ersten Mal an der Sitzung des Sanierungsbeirates für den Grüngürtel in Bruckhausen teil, und das erste was mir auffiel war eine sehr geladene Atmosphäre zwischen den betroffenen Bürgern, Hausbesitzern und den Funktionsträgern aus Stadtverwaltung, EG DU und Politik!

Da nahm ich nun als Mitglied des Beirates für Zuwanderung und Integration an der Sitzung im Kulturbunker Bruckhausen teil und durfte erleben wie sofort die ersten Auseinandersetzungen um das letzte Protokoll begannen. Die Vorsitzende des Sanierungsbeirates bescheinigte der EG DU eine „katastrophale“ Protokollführung was dann die SPD-Mandatsträger auf den Plan rief, die sich schützend vor die EG DU stellten und empfahlen doch im kleinen Kreis Protokollprobleme zu lösen.

Die Stimmung im Bunker war schon geladen da monierte ein SPD-Ratsherr auch noch die Filmaufnahmen eines anwesenden lokalen Filmteams. Das war dann die zweite kontroverse Diskussion!

Diese Diskussionen raubten gut 50 Minuten der Sitzung und vertrieben die ehrenamtlichen Filmkünstler aus dem Saal!

Auch danach gingen die Kontroversen munter weiter: denn das eigentlich heikle Thema waren natürlich die Gutachten zur Wertfeststellung der Häuser, die dem „Grüngürtel“ im Duisburger Norden weichen müssen. Deren Besitzer befinden sich nicht selten in existenzieller Not, da sie ihr Eigentum weder nutzen noch verkaufen können. Wer zieht denn schon in ein Gebiet, das bald geräumt wird! Und so werden die Hausbesitzer durch langwierige Entscheidungswege mürbe gemacht ihr Eigentum auch weit unter Wert zu verkaufen. Denn nur die Stadt bestimmt den Preis letzten Endes!

Auf der gestrigen Sitzung bekam ich auch einen wahren Einblick in dem Kampf zwischen Hausbesitzern, die natürlich möglichst viel Geld für ihre Immobilien haben wollen, und der Stadt, der vorgeworfen wird das Verfahren lange schleppend laufen zu lassen um den Kaufpreis zu drücken. Dazu sollen dann auch Gutachter, die zuvor noch auf der Empfehlungsliste der Stadt gestanden haben auf einmal abgelehnt worden sein wenn ihre Schätzungen den Verantwortlichen des Bauamtes missfielen! Angeblich waren die Gutachten laut anwesendem Amtsvertreter fehlerhaft. Trotzdem wurden sie aber bezahlt!

Da erst ein Drittel der notwendigen Gutachten bis jetzt erstellt wurden soll die Stadt sogar mit den 30 Millionen EURO für das Grüngürtel-Projekt ordentlich Zinsen verdienen wie ein Vertreter der Betroffenen meinte. Es war ein großes Mißtrauen gegenüber Stadt und EG DU mit Händen greifbar.

Ich muss ja zugeben, dass ich der Idee mit dem „Grüngürtel“ im Duisburger Norden positiv gegenüberstand, aber offensichtlich haben die Verantwortlichen aus den Ämtern und der EG DU es vor allem geschafft große Teile der Bevölkerung gegen sich aufzubringen und dadurch auch das Projekt in Mißkredit gebracht.

Inzwischen denke ich auch das diese „Grüngürtel“-Idee nur den Interessen von ThyssenKrupp und der EG DU mit ihren vielen SPD-Funktionären dient. Die Interessen der Einwohner und der Hausbesitzer spielen da keine große Rolle. Ich hoffe natürlich, dass die engagierten Bürger im Sanierungsbeirat es schaffen werden den Bürokraten und Mandatsträgern möglichst viele Zugeständnisse abzuringen. Das wird sicher ein harter Kampf. Aber er ist berechtigt und er sorgt auch dafür, dass das „Grüngürtel“-Projekt im Sinne der Bürger verwirklicht wird!

Hoffentlich!

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Krupp

Ist irgendwie schon merkwürdig: bei ThyssenKrupp Stahl darf ich nicht arbeiten, aber alte Krupp-Gebäude soll ich über die Feiertage bewachen!

Krupp

Und das ist schon eine Zumutung ganz alleine 12 Stunden lang durch ein großes leeres Gebäude zu spazieren und dutzende Türen zu überprüfen und auf eventuelle Eindringlinge zu achten. Und das nach Kollegenauskunft für sage und schreibe 7,30 EURO die Stunde, brutto versteht sich!

Krupp

Da freut man sich sogar über fehlgeleitete Handwerker, die glaubten heute im Gebäude arbeiten zu müssen. War aber Fehlanzeige.
Auch wenn die Architektur des Hauses in ihrer nüchternen Sachlichkeit auch ihren Reiz hat, so freue ich mich morgen wieder Werkschutz in einem Industriebetrieb machen zu dürfen. Und die Ironie dabei ist auch noch, dass es sich um ein Unternehmen des ThyssenKrupp-Konzerns handelt!

Da soll aber die Bezahlung stimmen und mit den Feiertagszuschlägen wird der Dezemberlohn wenigstens nicht ganz so kümmerlich!

Krupp

Arbeiten am Heiligabend!

25. Dezember 2007

Altes Krupp-Gebäude

Was tut man nicht alles für Geld: am Heiligabend wenn sonst jeder zuhause mit seiner Familie beisammen ist sitze ich 12 Stunden lang in einem alten Krupp-Gebäude in Duisburg-Rheinhausen seelenallein herum und passe auf. Wenigstens ist es ein interessantes Gebäude!

Bei meinen Rundgängen habe ich nicht nur eine gute Aussicht auf das alte Krupp-Verwaltungsgebäude sondern finde auch noch alte Hinweise auf die Vergangenheit des einstigen Krupp-Ausbildungszentrum. Als Werkschützer hat man da ein geübtes Auge für.

Und das alte Verwaltungsgebäude von Krupp steht wohl kurz vorm Abriss und soll auch asbestverseucht sein wie ich von Kollegen erfahren habe. Da wird man richtig wehmütig wenn man bedenkt wie viel Menschen hier einst ihr Auskommen fanden und Rheinhausen von hier aus geprägt wurde! Alles zerfallene Vergangenheit, und heute arbeiten Hungerlöhner wie ich auf dem alten Gelände des ehemaligen legendären Stahlwerks!

Altes Krupp-Gebäude

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