Baustelle Duisburg

12. September 2016

Hier wird noch geplant

Baustelle Rathaus —für größere Bildauflösung draufklicken

Nach zwei Wochen Urlaubsende und dem Beginn der beruflichen wie politischen Arbeit hat mich die Duisburger Realität wieder eingeholt.

Baustelle Duisburg

Die große Baustelle am Rathaus — für größere Bildauflösung draufklicken

Die ersten Arbeitstage und politischen Sitzungen liegen schon hinter mir, und die offensichtlichen Gründe für die Duisburger Lage lassen sich leicht aus den städtischen Vorlagen für die diversen Fachausschüsse herauslesen.

Provisorium seit 1970

Die marode“Stahlhochstraße“ am Marientor — für größere Bildauflösung draufklicken

Da liest man von sanierungsbedürftigen Brücken, deren maroder Zustand schon seit 20 Jahren bekannt ist und die eigentlich in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts als „Provisorium“ geplant waren. Nun muss schnell repariert werden weil noch mehr Verkehr ansteht dank Logport und diverser anderer Straßenprobleme. Die vielen Autos und schweren LKW rollen über immer mehr kaputte Straßen in Duisburg. Obwohl bekannt ist, dass „kein verkehrssicherer Bauwerkszustand mehr vorliegt“ (Zitat aus der städtischen Beschlussvorlage 16-0780) wurde hingenommen, dass immer mehr Schwerlastverkehr bis heute über die Stahlhochstraße neben dem Theater am Marientor fährt. Immerhin soll sie jetzt saniert werden wozu „kurzfristig“ eine Sperrung für den Schwerlastverkehr einzurichten ist. Nur zu dumm, dass der Zeitpunkt dafür ziemlich ungünstig ist wenn bald auch die Umbaumaßnahmen ein paar Meter weiter auf der Mercatorstraße beginnen. Dann wird es eine sehr nervige Angelegenheit werden mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren.

So sehr ich den alten Baudezernenten Dressler auch nicht leiden mochte, heute wünsche ich mir sein alter Plan von 1995, die Verkehrsführung am Marientor ohne Hochstraße abzuwickeln wäre damals umgesetzt worden. Denn damals war schon bekannt wie marode das Bauwerk ist. So sind nun über 20 Jahre verplempert worden; neue Ideen sind in Duisburg nicht gerne gesehen, lieber wird so lange weitergemacht bis wirklich nichts mehr geht. Der „Förderhorizont“ für die Maßnahmen wird übrigens ab 2019(!) benannt.

Am Rathaus selbst wird auch geraume Zeit zu beobachten sein wie „schnell“ neue Projekte verwirklicht werden. Das Loch an der Steinschen Gasse bekommt direkt gegenüber vom Rathaus ein Pendant, sozusagen eine weitere ewige Baustelle. Die alte Berufsschule ist abgerissen, die Planungen für das neue Mercatorquartier an gleicher Stelle können noch viele Jahre dauern, ein Investor muss noch gefunden werden. Mitten im Herzen der Stadt ist am Rathaus eine weitere Brachfläche entstanden. Der Vorschlag meiner Fraktion wenigstens eine Zwischennutzung zu prüfen wurde mit den Stimmen von SPD, Linken und Grünen einfach abgelehnt.

Politik in Duisburg macht keinen Spaß wenn man sieht wie ignorant die linke Mehrheit im Rathaus mit Ideen und Anregungen umgeht wenn sie von der „falschen“ Seite kommen.

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Man sollte aufpassen was man sich wünscht, es könnte wahr werden“ sagt der Volksmund! Nun weiß ich was es bedeutet im Schneckentempo auf einer Schnellstraße fahren zu müssen weil hoher Schnee darauf liegt!

Meteorologisch haben wir nun also wirklich Winter, und ein Mitblogger hat mich auch schon darauf hingewiesen, dass nach der Ablehnung des rot-rot-grünen Haushaltssicherungskonzeptes der Stadt durch die grüne Regierungspräsidentin auch politisch der Winter in Duisburg einziehen dürfte. Zumindestens wird jetzt in Politik und Verwaltung nicht nur wegen der frostigen Temperaturen das Zähneklappern lauter werden!

Denn wie auch schon zu schwarz-gelben Zeiten in Düsseldorf soll die Stadt laut Rheinischer Post harte Einschnitte im Kultur- und Jugendbereich vornehmen. Eiskalt sozusagen!

An die Versprechungen aus dem Landtagswahlkampf von SPD und Grünen mag man da schon gar nicht mehr denken, das Klima auf kommunalpolitischer Ebene hat zwischen den Lagern eh schon Frostniveau erreicht. Da kann man nur hoffen, dass wenigstens genug Streusalz bei den städtischen Wirtschaftsbetrieben besorgt wurde.

Und zur nächsten Ratssitzung nehme ich frei nach Sarrazin mindestens zwei Pullover mit!

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