Zeltstadt Walsum

Eine Unterkunft für Flüchtlinge

Bis kurz vor Schluss hatten wir heute im Integrationsrat eine sachliche und seriöse Diskussion zum akuten Thema Flüchtlingsunterbringung

Auch in Duisburg müssen wir mit vielen zusätzlichen Flüchtlingen rechnen, die menschenwürdig untergebracht werden sollen. Da besteht auch grundsätzliche Einigkeit über alle politischen Grenzen hinweg.
Aber die Umsetzung dieser Aufgabe ist jetzt natürlich noch viel schwerer geworden. Zudem tut die Stadtverwaltung sich auch schwer mit dem ehrenamtlichen Engagement vieler Bürger. Die Hilfsbreitschaft ist so überwältigend, dass der Oberbürgermeister heute versprochen hat hier innerhalb der Verwaltung für bessere Kommunikation wie Koordination zu sorgen. Denn Szenen wie am letzten Freitag in Walsum wo viele hilfsbereite Bürger abgewiesen wurden weil man nicht wusste wohin mit den vielen Kleiderspenden wollen doch alle in Zukunft möglichst vermeiden.

Mit der Einigkeit war es dann am Ende aber vorbei, ebenso mit der sachlichen Atmosphäre als ein linker Ratsherr meinte mich mit Rechtsradikalen vergleichen zu müssen weil ich darauf hinwies, dass rund 40 % der Flüchtlinge vom Balkan stammen und schlichtweg keine politisch Verfolgten sind und daher auch möglichst kurzfristig wieder zurückgeschickt werden sollten da inzwischen alle erkannt haben, dass wir unsere knappen Unterkünfte für wirklich Verfolgte benötigen. Menschen, die aus materiellen Gründen kommen können wir nicht auch noch in größerer Zahl versorgen. Diese Meinung soll aus mir jetzt einen Rechtsradikalen machen? Komisch nur, dass ein Gregor Gysi von der Linkenfraktion im Bundestag genau das gleiche vor kurzem festgestellt hat. Ebenso diverse andere Bundespolitiker anderer demokratischer Parteien.

Den Vogel schoss aber ein SPD-Ratsmitglied ab mit der Feststellung mein Vorschlag als Integrationsrat den direkten Kontakt zu den Flüchtlingen zu suchen und eine Unterkunft zu besuchen sei „eine unnötige Sightseeingtour“. Was für eine dämliche Polemik angesichts der großen Herausforderungen, die wir als politisch Verantwortliche bewältigen müssen.

Zum Glück scheint der Genosse aber auch innerhalb seiner Partei mit der Meinung alleine zu stehen. Es sollte doch eine Selbstverständlichkeit sein, dass auch der Integrationsrat sich selbst ein Bild von der Lage in den Flüchtlingsunterkünften macht und mit den Menschen ins Gespräch kommt. Denn an vernünftiger Kommunikation mangelt es leider noch in unserer Stadt.

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Freitagabend im Rathaus

11. Dezember 2010

Freitagabend ist ja eigentlich schon fast Wochenende, da denken wohl selbst hartgesottene Kommunalpolitiker nicht unbedingt an Termine im Rathaus! Aber gestern abend war das anders…

…denn während es draußen nasskalt war wurde drinnen im warmen „Mercatorzimmer“ im Duisburger Rathaus die Ehrung langgedienter Ratsherren, Ausschussmitglieder, Bezirksvertreter und anderer ehrenamtlicher Politiker vor Ort durchgeführt. Der Oberbürgermeister verteilte die Ehrennadeln, Ehrentitel und entsprechende Urkunden in lockerer Atmosphäre und hielt herzlich-launige Reden.

Da auch von unserer Fraktion der Kollege Hagenbuck für 25 Jahre politische Ämter in Rat und Bezirksvertretung ausgezeichnet wurde war ich natürlich mit anderen Fraktionskollegen auch da und durfte zum ersten Male das Veteranentreffen der Duisburger Kommunalpolitik live erleben! Von den Geehrten kannte ich auch Alois Fischer, der ja schließlich einiges für die Rheinpreussensiedlung geleistet hat und 30 Jahre im Rat der Stadt war sowie schon zu Zeiten der freien Stadt Homberg (das waren noch Zeiten) im Homberger Rathaus mitgemischt hat.

Bei der Ehrung von Willy Bernarding (früher SPD) aus Walsum sprach dann ein Walsumer zum anderen als der OB die Ehrennadel ansteckte und die Urkunde überreichte wobei er betonte, dass seine Partei (die CDU) erst nach dem Wechsel von Bernarding in den Duisburger Stadtrat in Walsum punkten konnte.

Alle kannten sich aus jahrelanger politischer Tätigkeit, und das macht wohl auch die Politik vor Ort aus wenn trotz parteipolitischer Unterschiede die handelnden Menschen miteinander auskommen können und auch nach kontroversen Debatten zusammen einen Trinken gehen.

Trotz, oder vielleicht auch wegen der fehlenden SPD war das ein netter Abend unter Freunden an dem sich in gelöster Atmosphäre miteinander unterhalten ließ. Immerhin war ich erfreut zu hören, dass es auch früher schon Querdenker und Störenfriede gab, die sich nicht den vorgegebenen Parteilinien beugten.

Bei der nächsten Ehrung werde ich auch vorbeischauen!

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