„Weihnachtsnummer….“

23. Dezember 2010

Wie geschmacklos kann die heutige Journaille sein?! Ausgerechnet zu Weihnachten mit dem Christuskind als Hauptmotiv eine Titelstory zum Thema „Sex“, oder auch „Sonderausgabe zum Fest der Liebe“ genannt!

Diese Gesellschaft, die sonst bei anderer Gelegenheit ihr Unbehagen wenn nicht gar Angst gegenüber anderen Glaubensformen zum Ausdruck bringt und dann auch gerne schon mal darauf verweist sie hätte „abendländisch-christliche Wurzeln“ hat jeden Respekt vor eben diesen Wurzeln längst verloren während sie gleichzeitig glaubt Muslime wollten ihr diese Wurzeln nehmen! Dabei käme kein gläubiger Muslim auf die Idee sich respektlos gegenüber Jesus von Nazareth oder seiner Mutter Maria zu äußern. Und ihn als Aufhänger für Sexgeschichten und Behauptungen wie „jeder ist selbst für seinen Orgasmus verantwortlich“ zu benutzen können wohl nur glaubensferne Redakteure ohne Achtung vor den religiösen Gefühlen anderer Menschen verantworten.

Vielleicht sollte ein gewisser Sarrazin sich hier mal Gedanken machen wer wohl in Wirklichkeit die gesellschaftlichen Fundamente unterhöhlt anstatt gegen Menschen anderen Glaubens zu hetzen, die ihre Religion mit größerem Respekt behandeln als manche „Christen“.

Ich fände es nebenbei bemerkt auch nicht richtig sich respektlos oder gar verächtlich gegenüber Buddhisten oder Shintoisten zu verhalten. Aber das gehört wohl zur Moderne und sich fortschrittlich fühlenden Journalisten, dass man eben jeden Respekt vor Glaubensgemeinschaften verliert wenn es den Verkaufszahlen oder der Quote dient, nur sollte man dann anderen keinen Vorwurf machen wenn von der „christlichen“ Identität in Europa nicht viel übrigbleibt!

Jeden Morgen bekomme ich auf der Arbeit einen ganzen Stapel neuer Zeitungen auf meinem Schreibtisch. Und über manche Schlagzeile wundere ich mich auch!

3 Schlagzeilen mit schlechtem Inhalt fielen mir sofort auf. Wobei mich die mit dem OB-Kandidaten der Duisburger Linken am meisten verwunderte: die Forderung nach einem Boykott israelischer Waren um eine bessere und friedlichere Politik im Nahen Osten zu bewirken schien mir fast surreal.

Man kann ja drüber streiten, ob solche Boykotte irgendeinen Sinn machen aber dass man auch gerade als Linker mit solchen Forderungen ziemlich in „die Sch..ße packen“ kann wird der Kollege Dierkes jetzt auch gemerkt haben.

So wie die Medien darauf abfahren und die WAZ als SPD-Propagandaorgan nun die Gelegenheit nutzt die linke Konkurrenz publizistisch abzufertigen ist doch erstaunlich. Mehrere Berichte mit Kommentar in der überregionalen Ausgabe zeigen schon die Wichtigkeit. Selbst die BLÖD-Zeitung freut sich über die Gelegenheit die Linke nun in die Antisemiten-Ecke zu stellen. Ich halte die Boykottaufforderung des Kollegen Dierkes auch für verfehlt, aber diese mediale Kampagne gegen die Duisburger Linke und ihren OB-Kandidaten wirkt auch übertrieben inszeniert.

Die zwei anderen Schlagzeilen werden da schnell übersehen obwohl sie eigentlich wichtiger und realer sind. Denn wenn Arbeitnehmer wegen 1,30 EURO fristlos gefeuert werden während asoziale Spekulanten Milliardenschäden ungestraft und mit lukrativen Boni obendrauf anrichten dürfen zeigt das die Verkommenheit des Kapitals. Aber der kleine Arbeitnehmer zählt eben nicht viel.

Nur die dritte schlechte Schlagzeile beschämte mich: ein türkischer Ehemann, dessen Macho-Ehre es wohl nicht zuließ, dass seine Frau sich von ihm getrennt hatte und der deswegen die gemeinsame Tochter entführte. Dass selbst heute im 21. Jahrhundert manche Männer nicht in der Lage sind vernünftiger mit Familienproblemen umzugehen ist wohl nur durch falsch verstandenes Ehrgefühl und großem Mangel an Bildung zu erklären. Ich hoffe, dass dieser Macho in der Türkei gefasst und empfindlich bestraft wird!

Ob ich mir morgen noch die Zeitungen näher ansehe überlege ich mir jetzt erstmal!

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