Einheitswährung

Copyright: Europäische Zentralbank

Eigentlich mag ich ja den Euro! Kein Umtausch mehr beim Einkaufen in Venlo, einfacher Preisvergleich zwischen den meisten europäischen Ländern und das gute Gefühl eine Währung in der Tasche zu haben, die es locker mit dem Dollar aufnimmt und internationales Renommee besitzt!

Seit gestern aber eine ominöse „Wirtschaftsregierung“ in Brüssel erwähnt wurde und die Nachrichtenagenturen verkünden, dass es bald sowas wie eine zentrale Kontrolle aller nationalen Haushalte der 17 Staaten in denen der EURO gilt geben soll lässt meine Begeisterung für die europäische Währung ziemlich nach. Irgendwelche Eurokraten in Brüssel, die keine demokratische Legitimation haben sollen unabhängige Länder kontrollieren und deren Parlamenten vorschreiben wieviel Geld sie ausgeben dürfen. Zudem sollen auch noch alle 17 nationalen Verfassungen auf diesen verschärften EURO-Kurs getrimmt werden. Nationale Souveränität ist dann in der EU allenfalls noch Theorie!

Da passt es dann auch, dass es möglicherweise künftig keine staatlichen Anlagepapiere der einzelnen Staaten geben soll sondern alle nur noch EURO-Anleihen, sogenannte „Eurobonds“, rausgeben dürfen. Dann zahlen wir dauerhaft die Schuldenmacherei anderer Staaten und müssen uns auch noch einer wie auch immer zusammengesetzten „Wirtschaftsregierung“ in Brüssel unterwerfen. Dann kann man auch gleich einen europäischen Zentralstaat ausrufen und die unabhängigen Nationalstaaten begraben.

Jetzt verstehe ich wieso Großbritannien oder die meisten skandinavischen Länder vom EURO nichts wissen wollen. Die können ihre Währungspolitik immer noch selbst entscheiden und müssen nicht für die Schulden anderer blechen. Bis auf Großbritannien geht es den EURO-Verweigerern wirtschaftlich sogar ganz gut während die reichen EURO-Länder, also wir und die Niederländer sowie Frankreich von den Schulden Griechenlands, Spaniens und anderen runtergezogen werden. Da hat uns unsere politische Klasse in Berlin und Brüssel in einem ziemlichen Schlamassel reingeritten, der nicht nur teuer wird sondern auch noch unsere Unabhängigkeit kosten könnte.

D-Mark

Eine Erinnerung aus besseren Zeiten!

Bei solchen Aussichten fällt es mir nicht schwer mir wieder die D-Mark zurück zu wünschen!

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Ganz wie es der Zeitgeist nun verlangt fährt jetzt auch mein Sohn einen Wagen mit Elektroantrieb!

Auch wenn der kleine Wagen nur Schritttempo fährt ist Benny total begeistert davon und zum Schwarm der Mädchen seiner Altersklasse avanciert.

Jetzt wo er bald sechs wird kann er so schon mal fahren lernen und lernt dabei gleich auch den Fahrzeugantrieb der Zukunft kennen. Denn wenn er groß wird dürften auch die „richtigen“ Autos alle einen Elektroantrieb haben. Hoffentlich sind die dann auch etwas schneller. Mal sehen wie weit die Technik dann sein wird!

Keine Stimme für Dressler!

7. Dezember 2010

Dass Jürgen Dressler, seines Zeichens auch „Stadtbaurat“ oder Beigeordneter für Stadtentwicklung, nicht unbedingt zu den beliebtesten Menschen in Duisburg gehört, dürfte nicht überraschen. Aber, dass niemand im Rat der Stadt seine Hand für eine Vertragsverlängerung heben mochte war dann wohl doch ziemlich eindeutig!

Nun gut, ich und andere wünschen ihm eine schöne Zeit als Pensionär und unserer Stadt hoffentlich bald wieder einen guten Stadtentwicklungsdezernenten, der nicht nur Sprüche klopft.

Ansonsten war die gestrige Ratssitzung über lange Strecken ziemlich kompliziert und viele Ratskollegen auch undiszipliniert. Beim Thema „Rhein-Ruhr-Halle“ und dem Bau der Vierfach-Sporthalle, die als deren Ersatz kommen soll herrschte auch zeitweise Konfusion und Emotion vor. Der Duisburger Norden bekommt seine Ersatzhalle, was immer man auch darunter verstehen mag, und die Bezirksregierung wird auch das Geld dafür freigeben, aber eben nur wenn die Rhein-Ruhr-Halle auch am 31.03.2011 geschlossen wird. So sagt es die Stadtspitze, das wollen aber viele Ratsmitglieder gerade von der SPD nicht glauben und verlangen den schriftlichen Nachweis, dass die Bezirksregierung auch wirklich einen Weiterbetrieb der alten sanierungsbedürftigen Halle nicht gestattet wenn es Geld für eine neue geben soll! Immerhin ist das Factory Outlet Center an gleicher Stelle auch beschlossen.

Jetzt warten wir alle auf das Schriftstück der Bezirksregierung und haben mehrheitlich der Schließung der Rhein-Ruhr-Halle wieder zugestimmt. Mit Ach und Krach sozusagen!

Aber noch nervtötender als den Krach fand ich die vielen einschläfernden Fensterreden einiger Ratsmitglieder, die sich ellenlang zum Kauf der STEAG-Anteile selbstdarstellten und dringend mal zum Rhetorik-Seminar gehen sollten! Aber Schauspielerei gehört eben auch zum politischen Geschäft. Der Beschluss über den Kauf der Anteile fiel in nicht-öffentlicher Sitzung, deswegen darf ich jetzt das Ergebniss nicht verraten. Aber die Medien berichten ja schon darüber!

Die Ratssitzung dauerte dann auch wegen der vielen Reden bis zirka 21:45 Uhr und alle Teilnehmer durften dann auf dem Parkplatz in klirrender Kälte ihre Autoscheiben freikratzen und auf glatten Straßen ihren Heimweg antreten!

Gestern durfte ich notgedrungen als Vertreter an einer Sitzung des Schulausschusses im Duisburger Ratssaal teilnehmen.

So habe ich zwar das „interfraktionelle Gespräch“ zur geplanten Altreifenverwertung im Homberger Rathaus verpasst, aber da wäre ich sowieso rausgeworfen worden weil ein kleiner arroganter Sonnenkönig meint er könne alleine bestimmen welche gewählten Volksvertreter in der Bezirksvertretung mitmachen dürfen. Der Bezirk ist nun mal mit einer hölzernen Figur wie Paschmann ziemlich bestraft!

Aber auch im Duisburger Rathaus ist die Fähigkeit zur sachlichen Zusammenarbeit eher unterentwickelt: im Schulausschuss gifteten sich CDU, SPD und Linke heftigst an und traktierten sich und die wenigen Zuhörer mit Begriffen wie „Kommunisten“ und „Nazis„.

Nach der Sitzung hat mir dann der CDU-Sprecher auch noch mitgeteilt, dass nun öfters die „Kommunisten“ und die SPD, die ja mit den „Linksradikalen“ gemeinsame Sache macht verbal attackiert werden sollen! In der nächsten Ratssitzung wird das dann wohl so weitergehen: wenn die CDU auf die SPD schimpft, die sich „im Würgegriff der Kommunisten“ befindet werden die Linken im Gegenzug der CDU unterstellen was mit „Nazis“ zu tun zu haben.

Allerdings fragt sich wohl keiner der politischen Gladiatoren ob das den Bürger die Bohne interessiert wenn die ideologischen Schlachten im Rathaus geschlagen werden während es mit der Stadt finanziell bergab geht und wahrscheinlich bald zuwenig Schulbücher für die Kinder und Jugendlichen unserer Stadt zur Verfügung stehen werden!

Virtuelle Welt

4. April 2010

Gestern sah ich im Fernsehen den Film „Matrix“, und das war sowas wie ein Déjà-vu-Erlebniss. Nicht nur, dass ich den Film schon vor 10 Jahren sah und damals ziemlich begeistert von der Idee und visionären Kraft dieses düsteren Streifens war…

…auch finde ich die Fragen nach der Wahrnehmung der Realität und der totalen Abhängigkeit der Menschen von dem was ihnen als Realität vorgespiegelt wird auch gerade heute sehr aktuell!

Wie zur Bestätigung der Visionen von „Matrix“ gerieten für mich auch einige der Werbespots zwischen den kommerziellen Filmpausen: da wirbt eine Firma mit Namen „Friendscout 24“ mit der Partnersuche per Rechner und behauptet so würde man heute Freunde finden. Im Werbeclip küsst dann auch noch eine Frau passenderweise den Computer bevor sie in die schöne neue Welt der virtuellen Freunde eintritt.

Ähnliches findet sich auch bei „Parship“ und „Partner.de“ wobei ich den Spruch „nur einmal zahlen bis Sie glücklich sind“ besonders entlarvend fand. Wer bestimmt da wohl wann man „glücklich“ ist, und was kostet das „Glück“???

Offensichtlich sind wir heute, oder zumindestens viele von uns, davon abhängig was ihnen irgendwelche Computerprogramme als richtigen Lebenspartner oder als „Glück“ vorgeben. Bei manchen TV-Sendern lassen sich Jugendliche dann auch per Einblendung ins laufende Programm prozentual ausrechnen ob ihre derzeitigen Freunde/Liebhaber zu ihnen passen, oder sie ihnen den Laufpass geben sollten!

George Orwell und Aldous Huxley wären sicher entsetzt wenn sie sähen, dass ihre Befürchtungen von der Fremdbestimmung und Manipulation des Menschen so wahr geworden sind!

100.000

13. Februar 2010

Gestern abend hatte dieser Blog seinen 100 000. Leser! Ich freue mich über den guten Zuspruch und hoffe auch weiterhin auf viele Leser und anregende Diskussionen!!!

Alle Welt gedachte gestern des Mauerfalls vor 20 Jahren in Berlin! Aber da war auch noch was anderes am 09. November: 1938 brannten in diesem Lande Synagogen und wurden Menschen ermordet weil sie jüdischen Glaubens waren.

Im Duisburger Rathaus gab es gestern abend aus diesem Anlass eine Gedenkveranstaltung, die auch sehr gut besucht war! Der Ratssaal war proppevoll, und selbst die Zuschauertribünen waren voll. Ein städtischer Mitarbeiter meinte ganz überrascht, dass das nicht erwartet worden war da doch heute alle den zwanzigsten Jahrestages des Mauerfalls feiern würden!

Wenn man mal von dem üblichen Gedenkritualen mit Reden und Vorlesungen von Schülern absieht war die Veranstaltung im Duisburger Rathaus sehr gelungen weil ein Publizist mit Namen Günther G. Ginzel in seiner Rede sehr interessante und nachdenkenswerte Aspekte zur Sprache brachte. Nicht nur, dass er vor einer erstarrten und zu ritualisierten Gedenkkultur warnte, er fragte auch warum das Gedenken an den Widerstand gegen die Naziherrschaft zu sehr den militärischen Widerstand um Stauffenberg und andere hohe Militärs der Wehrmacht glorifiziert und die wenigen einfachen Widerstandskämpfer wie einen Georg Elser völlig vernachlässigt. Als die Wehrmachtsoffiziere des 20. Juli 1944 ihren Anschlag auf Hitler wagten waren seine Familienmitglieder schon ermordet wie der jüdische Publizist Ginzel feststellte! Die Wehrmachtsoffiziere hätten für Hitler ein Weltreich erobert wenn es gut gegangen wäre! Erst als sich die Niederlage abzeichnete trauten sie sich zum Widerstand!

Deswegen appelierte er auch eindringlich an alle aktiv zu werden gegen Verfolgung und Diskriminierung! Er erinnerte ebenso daran, dass auch die Vertreter jüdischer Gemeinden sich in Köln für den Bau der Moschee stark gemacht haben weil sie auch die Rechte der Muslime auf einen würdigen Ort für ihre Glaubensausübung respektieren.

Ich muss sagen, dass mir die Rede von Herrn Ginzel imponierte weil er sich auch den üblichen Frontstellungen verweigerte  und zu einem Bekenntnis zu humanistischen Werten und einem respektvollen Zusammenleben unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen aufrief! In Zeiten der medialen Kultur- und Religionskriege waren das guttuende und zugleich aufklärerische Worte!

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