Gestern durfte ich notgedrungen als Vertreter an einer Sitzung des Schulausschusses im Duisburger Ratssaal teilnehmen.

So habe ich zwar das „interfraktionelle Gespräch“ zur geplanten Altreifenverwertung im Homberger Rathaus verpasst, aber da wäre ich sowieso rausgeworfen worden weil ein kleiner arroganter Sonnenkönig meint er könne alleine bestimmen welche gewählten Volksvertreter in der Bezirksvertretung mitmachen dürfen. Der Bezirk ist nun mal mit einer hölzernen Figur wie Paschmann ziemlich bestraft!

Aber auch im Duisburger Rathaus ist die Fähigkeit zur sachlichen Zusammenarbeit eher unterentwickelt: im Schulausschuss gifteten sich CDU, SPD und Linke heftigst an und traktierten sich und die wenigen Zuhörer mit Begriffen wie „Kommunisten“ und „Nazis„.

Nach der Sitzung hat mir dann der CDU-Sprecher auch noch mitgeteilt, dass nun öfters die „Kommunisten“ und die SPD, die ja mit den „Linksradikalen“ gemeinsame Sache macht verbal attackiert werden sollen! In der nächsten Ratssitzung wird das dann wohl so weitergehen: wenn die CDU auf die SPD schimpft, die sich „im Würgegriff der Kommunisten“ befindet werden die Linken im Gegenzug der CDU unterstellen was mit „Nazis“ zu tun zu haben.

Allerdings fragt sich wohl keiner der politischen Gladiatoren ob das den Bürger die Bohne interessiert wenn die ideologischen Schlachten im Rathaus geschlagen werden während es mit der Stadt finanziell bergab geht und wahrscheinlich bald zuwenig Schulbücher für die Kinder und Jugendlichen unserer Stadt zur Verfügung stehen werden!

Virtuelle Welt

4. April 2010

Gestern sah ich im Fernsehen den Film „Matrix“, und das war sowas wie ein Déjà-vu-Erlebniss. Nicht nur, dass ich den Film schon vor 10 Jahren sah und damals ziemlich begeistert von der Idee und visionären Kraft dieses düsteren Streifens war…

…auch finde ich die Fragen nach der Wahrnehmung der Realität und der totalen Abhängigkeit der Menschen von dem was ihnen als Realität vorgespiegelt wird auch gerade heute sehr aktuell!

Wie zur Bestätigung der Visionen von „Matrix“ gerieten für mich auch einige der Werbespots zwischen den kommerziellen Filmpausen: da wirbt eine Firma mit Namen „Friendscout 24“ mit der Partnersuche per Rechner und behauptet so würde man heute Freunde finden. Im Werbeclip küsst dann auch noch eine Frau passenderweise den Computer bevor sie in die schöne neue Welt der virtuellen Freunde eintritt.

Ähnliches findet sich auch bei „Parship“ und „Partner.de“ wobei ich den Spruch „nur einmal zahlen bis Sie glücklich sind“ besonders entlarvend fand. Wer bestimmt da wohl wann man „glücklich“ ist, und was kostet das „Glück“???

Offensichtlich sind wir heute, oder zumindestens viele von uns, davon abhängig was ihnen irgendwelche Computerprogramme als richtigen Lebenspartner oder als „Glück“ vorgeben. Bei manchen TV-Sendern lassen sich Jugendliche dann auch per Einblendung ins laufende Programm prozentual ausrechnen ob ihre derzeitigen Freunde/Liebhaber zu ihnen passen, oder sie ihnen den Laufpass geben sollten!

George Orwell und Aldous Huxley wären sicher entsetzt wenn sie sähen, dass ihre Befürchtungen von der Fremdbestimmung und Manipulation des Menschen so wahr geworden sind!

100.000

13. Februar 2010

Gestern abend hatte dieser Blog seinen 100 000. Leser! Ich freue mich über den guten Zuspruch und hoffe auch weiterhin auf viele Leser und anregende Diskussionen!!!

Alle Welt gedachte gestern des Mauerfalls vor 20 Jahren in Berlin! Aber da war auch noch was anderes am 09. November: 1938 brannten in diesem Lande Synagogen und wurden Menschen ermordet weil sie jüdischen Glaubens waren.

Im Duisburger Rathaus gab es gestern abend aus diesem Anlass eine Gedenkveranstaltung, die auch sehr gut besucht war! Der Ratssaal war proppevoll, und selbst die Zuschauertribünen waren voll. Ein städtischer Mitarbeiter meinte ganz überrascht, dass das nicht erwartet worden war da doch heute alle den zwanzigsten Jahrestages des Mauerfalls feiern würden!

Wenn man mal von dem üblichen Gedenkritualen mit Reden und Vorlesungen von Schülern absieht war die Veranstaltung im Duisburger Rathaus sehr gelungen weil ein Publizist mit Namen Günther G. Ginzel in seiner Rede sehr interessante und nachdenkenswerte Aspekte zur Sprache brachte. Nicht nur, dass er vor einer erstarrten und zu ritualisierten Gedenkkultur warnte, er fragte auch warum das Gedenken an den Widerstand gegen die Naziherrschaft zu sehr den militärischen Widerstand um Stauffenberg und andere hohe Militärs der Wehrmacht glorifiziert und die wenigen einfachen Widerstandskämpfer wie einen Georg Elser völlig vernachlässigt. Als die Wehrmachtsoffiziere des 20. Juli 1944 ihren Anschlag auf Hitler wagten waren seine Familienmitglieder schon ermordet wie der jüdische Publizist Ginzel feststellte! Die Wehrmachtsoffiziere hätten für Hitler ein Weltreich erobert wenn es gut gegangen wäre! Erst als sich die Niederlage abzeichnete trauten sie sich zum Widerstand!

Deswegen appelierte er auch eindringlich an alle aktiv zu werden gegen Verfolgung und Diskriminierung! Er erinnerte ebenso daran, dass auch die Vertreter jüdischer Gemeinden sich in Köln für den Bau der Moschee stark gemacht haben weil sie auch die Rechte der Muslime auf einen würdigen Ort für ihre Glaubensausübung respektieren.

Ich muss sagen, dass mir die Rede von Herrn Ginzel imponierte weil er sich auch den üblichen Frontstellungen verweigerte  und zu einem Bekenntnis zu humanistischen Werten und einem respektvollen Zusammenleben unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen aufrief! In Zeiten der medialen Kultur- und Religionskriege waren das guttuende und zugleich aufklärerische Worte!

Benny ist auf dem Weg!

16. April 2009

Seit einer Woche rast Benny mit seinem kleinen Fahrrad durch die Gegend. Es sind zwar noch Stützräder dran, aber die braucht er bald wohl nicht mehr!

In drei Monaten wird er vier Jahre alt und ist höchst agil, klettert aus Fenstern und spricht jetzt zwei Sprachen. Also müsste er alle Chancen haben um im seinen zukünftigen Leben Erfolg zu haben. Jeder Tag mit Benny ist das genaue Gegenteil von Ruhe und Gemütlichkeit. Aber ich möchte meinen Sohn keinen Tag missen, ich würde mir nur wünschen er würde nicht so einen Stress machen wenn es Zeit wird schlafen zu gehen.

Mal sehen wie er in zwei Jahren mit seiner nur schwer zu kontrollierenden Dynamik in unserem Schulsystem zurechtkommen wird. Beim „Delfin“-Test im Kindergarten hat er sich schlicht geweigert auf die Fragen zu antworten. Überhaupt zeigt er Fremden gegenüber eine große Scheu und wird sehr einsilbig. Das wird in der Schule vielleicht zum Nachteil für ihn. Denn längere Zeit ruhig sitzen zu bleiben und Fragen zu beantworten liegt ihm gar nicht.

Die Kindergärtnerin meinte allerdings, dass viele Kinder mit diesem „Delfin“-Sprachstandstest nicht zurechtkommen. Ist auch irgendwie blödsinnig Kinder, die nicht mal 4 Jahre alt sind einem Test mit Fragekatalog zu unterziehen. Deshalb bin ich bei allem Vaterstolz ein wenig skeptisch ob mein Sohn wirklich alle Chancen in dieser Gesellschaft haben wird und seine Talente auch im Bildungssystem erkannt und gefördert werden.

Ich und meine Frau überlegen schon ob wir ihn nicht besser auf entfernt gelegene Schulen schicken sollen, die weit entfernt vom Hochheider Dunstkreis liegen und einen guten Bildungsschnitt aufweisen. Aber dann sage ich mir auch, dass meine Ängste wohl übertrieben sind und Benny seinen Weg zum Glück finden wird. Hoffentlich!


Den freien Sonntag habe ich trotz frischer Temperaturen zum Spaziergang am Rhein mit meinem Sohn genutzt!

Da kann man gut entspannen und auch schon mal die Sorgen des Alltags ein wenig vergessen. Ebenso die dümmliche Provinzpolitik im Homberger Rathaus, die trotz aller warnenden Hinweise dabei ist die letzten freien Flächen vor Ort zuzubauen und das Rathaus zu verramschen.

Immerhin, den Rhein können sie nicht zubauen (wenn auch leider das Rheinufer)!

Ich hoffe nur, dass die Bürger im Bezirk den Betonköpfen der örtlichen SPD und der Homberger CDU einen ordentlichen Tritt in den Allerwertesten für ihre große Koalition am Bismarckplatz geben. Damit mein Benny auch noch in zwanzig Jahren am Rheinufer und auf unbebauten freien Grünflächen spazierengehen kann.

Übers Wochenende ist mein kleiner Benny plötzlich erkrankt. Fieber, Durchfall und Erbrechen sowie heftige Bauchschmerzen haben ihn und damit auch mich und meine Frau gequält!

Heute war ich mit ihm bei der Kinderärztin. Sie hat ihn untersucht und mit gesagt was er essen sollte. Natürlich hat sie ihm auch Medikamente verschrieben. Als ich nachfragte ob sie auch schleimlösende Mittel verschreiben könnte meinte sie nur, dass sie das jetzt nicht dürfte da ihr Budget für dieses Quartal schon überschritten sei. Die Krankenkassen würden nicht mehr genehmigen. Völlig unabhängig davon wieviel kranke Kinder zu ihr kämen würde sie nicht mehr Geld zur Verfügung gestellt bekommen. Sie hätte schon jetzt Probleme wegen ihrer vielen Patienten.

Als ich ungläubig staunte erklärte sie mir, dass trotz Grippewelle mit entsprechend hohen Krankenzahlen, dass Budget für Medikamente nicht erhöht worden sei. Einem Mädchen, dass unter einer Allergie leidet hatte sie auch kurz zuvor noch geraten sich ihr Medikament erstmal selbst zu kaufen und im April wiederzukommen wenn das neue Quartal anfängt.

Dass eine Ärztin kranken Kindern notwendige Medikamente nicht verschreiben darf weil Krankenkassen sich weigern mehr zu zahlen selbst wenn es mehr Bedarf gibt zeigt schon wie tief unser Gesundheitssystem gesunken ist. Da wird eben auch an kranken Kindern gespart während gleichzeitig die Beiträge drastisch erhöht werden!

Was soll man von solch einem Gesundheitssystem noch halten? Welche Apparatschiks treffen die Entscheidung Kindern notwendige Medikamente vorzuenthalten indem sie Ärzte unter Druck setzen?

Ein kalter Sonntag

1. Februar 2009

Da hat man mal frei und die Sonne scheint sogar, und es ist trotzdem richtig eiskalt!

Doch trotz Eiseskälte bin ich mit meinem kleinen Benny an die frische Luft gegangen und habe die Gelegenheit genutzt bei meiner Mutter auf dem Friedhof vorbeizuschauen und am Essenberger See die Schwäne auf dem vereisten See zu beobachten. Andere Spaziergänger haben Brot an die Wasservögel verfüttert während Benny trotz Kälte gar nicht genug vom Spaziergang bekam und sich sogar den Schwänen näherte. Während bei Sachtleben einige Meter weiter jede Menge weißer Rauch oder vielleicht auch Wasserdampf laut in die Luft geblasen wurde.

Benny hat jedenfalls den Sonntag an der kalten Luft genossen. Allerdings hat ihn die Kälte wohl auch erschöpft, denn nun schläft er ganz fest. Und während unsere asozialen Kapitaldiener von der Bundesregierung in Berlin riesige Milliardensummen verpulvern um den Spekulanten ihr Versagen zu versüßen überlege ich jetzt wie ich mein Minus auf dem Konto abbaue.

Im Radio läuft gerade bei „Funkhaus Europa“ die deutsch-türkische Sendung „Çɩlgɩn“ in der heute diskutiert wurde ob türkischstämmige Kinder systematisch im Bildungswesen benachteiligt werden. Viele Zuhörer, und sogar der Moderator vertreten diese Ansicht. Hoffentlich ist es nicht so, denn sonst hat auch Benny keine wirklichen Chancen wenn er groß wird. Ich werde aufpassen, dass er nicht von diesem System an den Rand geschoben wird!


Auf ein Neues!

31. Dezember 2008

Es wurde in Hochheide schon gestern an vielen Ecken geböllert aber natürlich ist heute Sylvester!

Daher auch von mir einen guten Rutsch ins Neue Jahr, das hoffentlich für uns alle trotz Wirtschaftskrise nicht zu schlimm wird und wenigstens privates Glück bringen möge!!!

Als alteingesessener Hochheider tut es einem ja in der Seele weh wenn man sieht wie tief der Stadtteil gesunken ist! Doch hilft es auch nicht nur die negativen Entwicklungen zu beobachten!

Also was muss getan werden? Immerhin gibt es ja jetzt ein Stadtteilbüro und Politik und Verwaltung wollen sich jetzt mehr kümmern und die lage nicht mehr schönreden wie in der Vergangenheit.

Nur was fällt uns Bürgern ein was getan werden sollte? Ich möchte mal wissen ob nicht ein paar von meinen 150 Lesern täglich hier auch mal Ideen äußern möchten. Also frei heraus, was soll geschehen?

Da ja bald Kommunalwahl ist können wir hier den Parteien und Wählergemeinschaften ein paar Forderungen öffentlich verkünden, die sie auch nicht so einfach ignorieren können. Vielleicht meldet sich der eine oder andere Kommentator zu Wort, der sonst immer schreibt das Stadtteilblogging seie gescheitert oder der Bürgerverein seie sowieso blöd!

Das Rathaus liest hier mit, also lasst Ideen fließen!

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