Eine Deponie in der Lohmannsheide

27. Juni 2012

Noch ist es ein idyllisches Gebiet

Noch ist es ein idyllisches Gebiet

Heute war die gemeinsame Sondersitzung vom Umweltausschuss, Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr und der Bezirksvertretung Homberg/Ruhrort/Baerl um sich mit den Planungen der RAG Immobilien GmbH in Baerl zu beschäftigen.

Die RAG (früher Ruhrkohle AG) möchte dort für die nächsten 15 Jahre eine „DK 1 Deponie“ betreiben um Bauschutt und „mäßig belastete Abfallstoffe“ zu entsorgen. Aber was ist das konkret? Das fragen sich viele Bürger in Baerl, die misstrauisch werden wenn sie das Wort „Deponie“ hören. Inwieweit kann man den Versicherungen der RAG glauben, dass nur ungefährliche Abfälle wie Bauschutt in dem Bereich deponiert werden sollen? Die merkwürdige Informationspolitik des Homberger Bezirksbürgermeister Paschmann mit seinen „interfraktionellen Runden“ zu denen kurzfristig nur bestimmte Leute eingeladen wurden hat nicht gerade zur Beruhigung der Lage beigetragen wie auch die Geheimniskrämerei der RAG Montan Immobilien GmbH, die bis heute viele wichtige Fragen wie die Herkunft der für die Deponie bestimmten Abfälle nicht preisgeben möchte. Der Hinweis auf die Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben mochte angesichts der Skandale um andere Deponien wo auch gefährliche Abfälle illegal abgelagert wurden nicht so recht überzeugen.

Homberger SPD-Vorsitzender begrüßt Deponie in Lohmannsheide

Auch der schleimige SPD-Jungpolitiker aus Hochheide, der seit einiger Zeit Probleme mit seinem benachbarten Hundeverein hat, und dem viele schon eine große Karierre voraussagen, konnte mit seinem Gesülze niemanden überzeugen als er anbiedernd meinte die Verwaltung und die RAG würden natürlich vollkommen korrekt arbeiten und er deswegen die Deponie auch ausdrücklich begrüßen würde. Sowas wie kritischen Geist hat dieser Jungpolitiker eben noch nie gekannt.

Nach der Sommerpause muss die Politik nun entscheiden ob sie bis zu 15 Jahre lang etliche LKW-Ladungen an Deponie-Abfällen durch die beschauliche Gegend hinterm Üttelsheimer See fahren lassen möchte um dann irgendwann ein landschaftlich schön aufbereitetes Wohn- und Gewerbegebiet zu erhalten. Aber wenn die Deponie doch nicht so sauber ist wie versprochen wird ein wertvolles Stück Landschaft für lange Zeit verschandelt werden.

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6 Antworten to “Eine Deponie in der Lohmannsheide”

  1. van den Berg Says:

    Bald bleiben uns gestressten Großstadtbürgern keine Rückzugsmöglichkeiten mehr. Mal eben nach Feieraben kurz ins Grüne, Essig! Mal eben ne Runde im Waldsee schwimmen, nada.
    Was passiert denn nun eigentlich mit dem Homberger Rheinvorland? Wann mach Hülskens das denn endlich platt? Hoffentlich nie, denn da kann kan auch ganz toll spazieren gehen.

  2. Udo Müller Says:

    Hallo zusammen,

    alle wollen bauen , ein schönes Haus haben , Einkaufzentren und Erholungsgebiete.
    Wo der der Boden von der Ausschachtung hin soll macht sich keine Gedanken .
    Wo der Sand und Kies her kommt macht sich auch keiner Gedanken .

    Wenn es keine bodendeponien gibt und keine Kieswerk
    Kann auch keiner mehr bauen.

    • rai30 Says:

      Grundsätzlich geht es hier auch nicht gegen Deponien. Die Frage ist nur ob selbst in der Nähe von unbelasteter Natur und hochwertigen Wohngebieten Deponien erweitert werden müssen. Es gibt doch mehr als genug alte Industriebrachflächen wo Bauschutt deponiert werden kann.

  3. silver account Says:

    Gegenüber den Deponieabschnitten 2-4 ist der Deponieabschnitt 1 rechnerisch um ein Tausendfaches weniger gesichert und die Altdeponien Filk 1 und 2 noch weniger. Auf diesen drei Abschnitten lagern 700.000 m³ Sondermüll, d.h. mehr als die Hälfte des bisher abgelagerten Mülls. Wie die Langzeitsicherheit erreicht werden kann, ist eine offene Frage.

  4. Marvin L. Says:

    Meines Wissens nach wird der Kies, der in Homberg abgebaggert werden soll, in den Niederlanden verbaut werden. Da bin ich doch der Meinung, sie sollen ihre eigene Landschaft verunstalten. Gleiches Thema: der Strom, der in Walsum produziert werden soll, wird in Österreich benötigt. Ja, werte Ösis, dann baut Euch doch ein eigenes rußendes Kraftwerk. Muss denn NRW der Mülleimer (Im übertragenén Sinn) für den Rest der Republik und auch Europas sein?

    Die RAG soll doch bitteschön zeitnah,ihre schon bestehende Halde Rheinpreußen umwelttechnisch absichern, so wie es das Gesetz sowieso schon vorschreibt. Und neuen „Dreck“ brauchen wir erst recht nicht. Ich verweise an dieser Stelle auch auf die Deponie Eyller Berg in Neukirchen, wo wider Recht und Gesetz abgekippt wurde. Nein danke, das Maß ist schon lange voll. Zur Abwechslung können auch mal andere Regionen versaut werden!

  5. silver account Says:

    • 100 km² ökologisch wertvolle Flächen vor allem an Stiftungen und Vereine des Naturschutzes veräußert, 45 km² sollen im Rahmen des Nationalen Naturerbes auf die Länder übertragen werden.


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