“Fachvortrag der Firma Altro Mondo Immobilienmanagement” — Teil 2: nicht-öffentliches Bla Bla

17. Januar 2014

Hochheide in grün

Ein grüner Riese für Hochheide

Ich konnte gerade noch die „Skylounge“ aus dem kleinen Prospekt der Firma „Altro Mondo“ zitieren als ich vom Bezirksbürgermeister Paschmann harsch unterbrochen wurde. „Das ist nicht-öffentlich und darf in einer öffentlichen Sitzung nicht zitiert werden“ meinte er nur….

Dabei bekamen die politischen Vertreter des Bezirks kaum Informationen, jedenfalls nicht die, die nicht der SPD angehören. Die SPD flirtete geradezu mit dem Abgesandten des Investors und schien auch von ihrem bald runderneuerten Hochhaus in Hochheide richtig angetan zu sein. Die Homberger SPD kann eben nicht von ihren Hochhäusern in Hochheide lassen. Jede Kritik und jeder Kritiker werden sofort heftig von SPD-Genossen auch mit rabiaten Mitteln angegriffen.

Da wurde Kritkern unterstellt sie seien befangen und dürften nicht an der Beratung zum Themenkomplex „Sanierungsgebiet Hochheide“ und die Hochhausssiedlung teilnehmen weil sie Häuser in Hochheide besitzen oder verwalten. Auf meine Nachfrage hin ab wann Hausbesitzer in Hochheide nicht mehr befangen sind, oder ob alle Häuslebesitzer in Hochheide als gewählte Mandatsträger von politischen Entscheidungen zu den Weißen Riesen ausgeschlossen sind konnte der anwesende Vertreter des städtischen Rechtsamtes nicht wirklich antworten.

In der nicht-öffentlichen Sitzung am Anfang kritisierte der Sprecher der CDU-Fraktion deutlich das Gehabe des Bezirksbürgermeisters und seiner Genossen. Der Abgesandte des Investors konnte auch keine der brennenden Fragen beantworten. Was er an Allgemeinplätzen und schönen Versprechungen von sich gab darf ich jetzt leider nicht zitieren da es ja eine nicht-öffentliche Sitzung war. Warum verstehe ich aber nicht. Denn wirklich erhellend war das nicht zu erfahren welche Farbe die Außenfassade erhalten soll und wie der Eingangsbereich aussehen wird.

Hochheide

Hochheides Wahrzeichen: ein SPD-Bauwerk

In der dann anschließenden öffentlichen Sitzung ließ er dann die Katze aus dem Sack und teilte im Auftrag des Investors mit, dass dieser nur mit der Verwaltung kommunizieren würde und kein Interesse an einem Dialog mit den gewählten politischen Vertretern vor Ort hat. Nur mit der SPD scheint sich der Investor gut zu verstehen. Mit den SPD-Genossen sprach der Hochhausplaner auffällig lange und intensiv in der Sitzungspause, und als von Margarete Fink von „DeineStimme“ das Gebahren des Investors als unseriös bezeichnete wurde sie heftig von einem SPD-Bezirksvertreter bezichtigt sie würde den Hochhausplaner „beleidigen“ und „Enteignungen“ propagieren. Da sprangen ihr aber sowohl ich als auch Kollegen von der CDU bei und schlossen uns der Einschätzung an, dass der Investor „Altro-Mondo“ nicht seriös erscheint. Ein CDU-Kollege fühlte sich sogar „verar…t“.

Papier

Papier in Hochheide bei den Weißen Riesen

Außer den Hochhausfreunden von der Homberger SPD glaubt niemand daran, dass es junge Familien und Senioren gibt, die heiß darauf sind in ein riesiges Hochhaus mit 20 Stockwerken in ein Wohnumfeld zu ziehen das man getrost schon als sozialen Brennpunkt bezeichnen darf. Am Ende wird es dem „Grünen Riesen“ wahrscheinlich genauso ergehen wie dem „Roten Riesen“ ein paar Meter weiter. Nur wer wird dann in die 350 neuen Wohnungen auf der Friedrich-Ebert-Straße ziehen? Im Moment suchen gerade viele Menschen aus Südosteuropa eine neue Bleibe.

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3 Antworten to ““Fachvortrag der Firma Altro Mondo Immobilienmanagement” — Teil 2: nicht-öffentliches Bla Bla”

  1. Rolandbusche Says:

    Hast du gut beschrieben,Rainer.Danke dafür

  2. Distane Says:

    Damit sitzen alle die an Homberg und Hochheide hängen (und zwar mit dem Herzen) wohl vollständig in der Falle ==>

    Ich habe gerade einmal Wiki zur Hilfe gezogen und da steht tatsächlich:
    „In vielen Gremien, die sich aus gewählten Personen zusammensetzen, darf ein Mitglied an Beratungen und Abstimmungen zu einem Thema nicht teilnehmen, wenn es dabei „befangen“ ist, das heißt die persönlichen Interessen des Mitglieds mit den Interessen der von ihm in dem Gremium zu vertretenden Allgemeinheit (der Wähler) kollidieren könnten. Nimmt ein befangenes Mitglied teil, kann das zur Ungültigkeit der Abstimmung führen. Ein Beispiel sind Befangenheitsregeln für Gemeinderäte in Gemeindeordnungen (z.B. § 18 GemO für Baden-Württemberg).“

    Tja, damit dürfte jeder, der Wohnraum in Hochheide besitzt, „befangen“ sein und somit gibt dies den SPD-Wirtschaftsvasallen auch noch (zumindest augenscheinlich) recht.

    Ich würde mir sehr, sehr wünschen, das wenigstens EIN EINZIGES Mal(!), in der WAZ so berichtet werden würde, wie in diesem Blog, ganz zu schweigen von den vielen guten Kommentaren, die ich hier immer wieder wiederfinde- aber dies wird wohl auf ewig Wunschdenken bleiben.

    Vor diesem Hintergrund finde ich es persönlich mehr als traurig, dass das hier Geschriebene nur so wenige Menschen, Hochheider und Homberger erreicht.

    Ggf sollte man vielleicht für Ihren Blog, Herr Grün, etwas mehr Werbung betreiben; in meinem Freundes- und Bekanntenkreis (alles Hochheider, alles durch die Bank weg an Hochheide und den dortigen Problemen interessiert und involviert) kennt leider NIEMAND Ihren Blog. Zumindest kannte ihn keiner, bis ich sie darauf aufmerksam gemacht habe. Das ist sehr schade. Gerade für die vielen, vielen unzufriedenen, kapitulierenden Menschen in unserem kleinen Städtchen, die aufgegeben haben, weil sie denken, dass sie eh nichts verändern können.

    Wie wäre es denn bspw, wenn man über eine Flyer-Aktion auf Ihren Blog aufmerksam macht- das ist nicht besonders teuer, hat gezielte Reichweite und kann sich jede Pizzeria leisten.

    Ich bin jetzt finanziell auch nicht gerade auf Rosen gebettet- aber 50,- wäre mir das schon wert.

    Ist nur so eine Idee.

    Insofern das für Sie eine Perspektive darstellt, schreiben Sie mich gerne an.

    Esbee

    • rai30 Says:

      Ich danke für das Angebot und die mündliche Werbung für diesen Blog.
      Die 50 EURO werde ich auch noch selbst aufbringen können. Sie können mich gerne unter 0173-93 46 836 kontaktieren und selbstverständlich auch Artikel schreiben wenn Sie das interessiert. Vor Jahren habe ich übrigens mal eine Flyeraktion für die Blogs des Homberger Bürgernetzwerkes (HBN) gemacht. Aber um das Medienmonopol des WAZ-Konzerns vor Ort aufzubrechen müssen mehr Menschen auch bereit sein aktiv mitzumachen. Ich würde mich sehr freuen wenn ich Mitschreiber fände oder auch nur Bürger, die mir Informationen aus dem Stadtteil zukommen lassen. Ich selbst setze hier regelmäßig Infos aus dem Duisburger Rathaus ein um die politischen Entscheidungen mit ihren Hintergründen aufzuzeigen. Meiner Ansicht nach werden im Duisburger Rathaus viele Fehlentscheidungen getroffen, die uns alle teuer zu stehen kommen. Es wird von der lokalen Presse aber vieles unterschlagen.


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