Geld, das keiner will?!

27. Oktober 2008

Da muss ich auch an Wochenenden arbeiten um mit meiner wenigen Kohle auch meine Familie über die Runden zu bringen, und darf dann solche Schlagzeilen in einer Sonntagszeitung des Kapitals lesen!

500 Milliarden Euro, die angeblich keiner will, und für die sich ein Ackermann sogar schämen würde. 500.000.000.000, eine Zahl mit 11 Nullen. Das Kapital bekommt alles in diesem Land, selbst wenn es das nicht will.

Dass unsere unfähigen Kapitaldiener von der Bundesregierung nicht auf die Idee kommen den einfachen Leuten das viele Geld zu geben ist wohl nur logisch nach den diversen Steuererhöhungen für Normalsterbliche und der anstehenden drastischen Erhöhung der Krankenkassenbeiträge.

Dabei würden doch gerade Leute mit wenig Einkommen sofort das Geld für Konsum und Dienstleistungen ausgeben. 500 Milliarden Euro für die Bevölkerung wären sicher ein Mega-Konjunkturprogramm, das in Supermärkten, Autowerkstätten, Bäckereien, Friseurläden und vielen anderen Betrieben Wunder wirken würde.

Doch mit Vernunft hat die Bundespolitik eben nichts zu tun. Die Spekulanten in den Bankpalästen und die Gutverdiener sind diejenigen denen diese asoziale Bundesregierung sich verpflichtet fühlt!

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5 Antworten to “Geld, das keiner will?!”

  1. asc Says:

    Der Staat hätte bei Zeiten darauf hinwirken müssen, dass die Firmen ihre Mitarbeiter anständig bezahlen. Stattdessen werden Beschäftigungsverhältnisse geduldet und gefördert, in denen sich Menschen trotz Vollzeit noch nicht einmal das zum Leben Notwendige leisten können.
    Ein Konjunkturprogramm würde diese Missstände lediglich verdecken. Und danach geht es dann munter weiter mit der Ausbeutung.

    TV-Tipp, heute Abend, ARD, 21.00 Uhr
    „Leiharbeit Undercover“
    http://www.ard-digital.de/programmvorschau/100122684231/27102008-2100-DasErste/Leiharbeit-undercover

  2. Nobby Says:

    Warum das Geld so ungern angenommen wird?

    Würde ich -ohne absolute Not- auf Millionen verzichten, wenn ich Bankchef wäre und die Bundesregierung (richtigerweise!!!) meine Bezüge bei der Bürgschaftsannahme auf „nur“ 500000.-€ deckelt?

  3. Beobi Says:

    Ich bitte alle User um Entschuldigung, dass ich heute Mittag einer Ente aufgesessen bin. Quelle:
    http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/1618259_Freiheitlich.html

    Hier das Original-Gedicht von Kurt Tucholsky, das er als Theobald Tiger 1930 in der „Weltbühne“ veröffentlichte:

    Die freie Wirtschaft

    Ihr sollt die verfluchten Tarife abbauen.
    Ihr sollt auf euern Direktor vertrauen.
    Ihr sollt die Schlichtungsausschüsse verlassen.
    Ihr sollt alles Weitere dem Chef überlassen.
    Kein Betriebsrat quatsche uns mehr herein,
    wir wollen freie Wirtschaftler sein!
    Fort die Gruppen sei unser Panier!
    Na, ihr nicht.
    Aber wir.

    Ihr braucht keine Heime für eure Lungen,
    keine Renten und keine Versicherungen.
    Ihr solltet euch allesamt was schämen,
    von dem armen Staat noch Geld zu nehmen!
    Ihr sollt nicht mehr zusammenstehn —
    wollt ihr wohl auseinandergehn!
    Keine Kartelle in unserm Revier!
    Ihr nicht.
    Aber wir.

    Wir bilden bis in die weiteste Ferne
    Trusts, Kartelle, Verbände, Konzerne.
    Wir stehen neben den Hochofenflammen
    In Interessengemeinschaften fest zusammen.
    Wir diktieren die Preise und die Verträge —

    Was ihr macht, ist Marxismus.
    Nieder damit!
    Wir erobern die Macht, Schritt für Schritt.
    Niemand stört uns. In guter Ruh
    sehn Regierungssozialisten zu.
    Wir wollen euch einzeln. An die Gewehre!
    Das ist die neuste Wirtschaftslehre.
    Die Forderung ist noch nicht verkündet,
    die ein deutscher Professor uns nicht begründet.
    In Betrieben wirken für unsere Idee
    die Offiziere der alten Armee,
    die Stahlhelmleute, Hitlergarden …

    Ihr, in Kellern und Mansarden,
    merkt ihr nicht, was mit euch gespielt wird?
    mit wessen Schweiß der Gewinn erzielt wird?
    Komme, was da kommen mag.
    Es kommt der Tag,
    da ruft der Arbeitspionier:
    „Ihr nicht.
    Aber Wir. Wir. Wir.“

    Mein Blog: http://homberger-signal-die-linke.blog.de/

  4. rai30 Says:

    @ Beobi

    Das falsche Tucholsky-Zitat habe ich gerade entfernt!

    Aber nebenbei bemerkt, der alte „Theobald Tiger“ hatte schon 1930 recht. Da muss bis heute nichts dran verändert werden.

  5. Beobi Says:

    @ Rai

    Danke. Ja, der gute Tucholsky, immer wieder lesenswert und leider immer noch brann(d)t aktuell.

    Besonders gut gefällt mir in der vorletzten Strophe der Hinweis auf die „Regierungssozialisten“. 🙂

    Mein Blog: http://homberger-signal-die-linke.blog.de/


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