Endlich wieder genug Arbeit!

15. Februar 2008

Dunkelheit und Nebel

Es geschehen noch Wunder! Nachdem ich drei Monate lang kaum zur Arbeit gerufen wurde und mit kümmerlichen Lohn meine Familie über die Runden bringen musste habe ich nun richtig viel zu tun und zu verdienen!

Seit wenigen Tagen darf ich nun ständig auf Nachtschicht ein großes Industriegelände bewachen und auf millionenschweres Gerät und Material aufpassen. Auch wenn ich meistens nur die Kaninchen aufscheuche und vergessene Containertüren zu mache ist der Job interessant. Immerhin gibt es auch mehr Zulagen für Nacht- und Wochenendschichten.

Da hat mir der Betriebsrat der Firma ja doch geholfen. Es gibt eben doch noch gute Arbeitnehmervertreter und vielleicht gehe ich jetzt ja doch zu „ver.di“!

Und der kleine Krawall mit dem Chef hat sicher auch was genutzt. Wie sagt doch ein altes türkisches Sprichwort: „Nur dem schreienden Baby wird die Brust gegeben!

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5 Antworten to “Endlich wieder genug Arbeit!”

  1. Beobi Says:

    Hallo Rai,

    stell‘ Dir vor, wenn der ganze Laden und die ganze Branche zu 100% organsiert wäre, welche Macht Ihr dann mit der Gewerkschaft hättet.

    Die Druckindustrie war bis in die 80er Jahre hinein zu 100% organisiert, das zeigte sich auch in den Lohnabschlüssen. Ich habe ’82 noch eine mit Natodraht eingezäunte Rheinische Pest gesehen. Da konnte man noch von Kampfgeist und Klassenbewußtsein sprechen.

    „Heutzutage wird der Klassenkampf von oben geführt“- Zitat aus dem ARD-Tagesthemen-Kommentar zum Zumwinkelskandal vom 14.2.08.

  2. Tenrix Says:

    Es gibt genug Arbeit, nur die muss bezahlt werden.

    Allein durch bezahlte Arbeit kann die Rentenkasse der Demographie gefüllt werden; je besser bezahlt – um so voller die Kassen der Gemeinschaft: für Jugend und Alter, Schule und Rente.

    Nokia mag das Ruhrgebiet verlassen. Nur irgendwann wann wird Nokia und seine Aktienhalter feststellt: „Geld kann man nicht essen!“

    Für die Infrastruktur von Homberg, Duisburg, Deutschland und die Welt brauchen wir Menschen und bezahlten Broterwerb für deren Leben.

    Das Madenwerk muss Abspecken. Hartz IV für Brandt und Grindberg!

  3. mupfl Says:

    >Ich habe ‘82 noch eine mit Natodraht eingezäunte Rheinische Pest gesehen.

    Erstens: Es heißt Rheinsche Post. Der Titel hängt übrigens, ideengeschichtlich historisch mit einer Postille zusammen, die der – unionistische – Kollege Kalle mal beschrieben hat.

    Nachher war die Welt verändert und wir erhielten ziemlich viel blaue Bände dazu.

    Zweitens:

    >Ich habe ‘82 noch eine mit Natodraht eingezäunte Rheinische Pest gesehen.

    Ich auch. Auch – etwa – das Lokalstudio des WDR in DO war damals mit diesem Draht eingesäumt. Und vor dem Bundestag in BN hatteste drei Schleusen, um überhaupt in der Kantine da n Kaffee trinken zu können.

    Hatte aber nur mit der damals grassierenden Sicherheitshysterie zu tun.

    Seltsamerweise hatten sie diesen Draht in Kalkar nicht, nur einen kompakten Zaun vor dem schnellen Brüter.

    Jetzt ein Kindergarten – insoweit haben wir vermutlich in der Sache gewonnen. (:

    Daß Drucker immer bestens organisiert sind – das ist Folklore. Drucker sind nämlich schlau, die können nämlich genau lesen.

    Übrigens hat Kollege Hermann Kant in seinem Erzählband ‚Ein bißchen Südsee‘ genau diesen Topos abgeritten:

    Darin schreibt Hermann ich-narrativ als Journalist von einem Drucker seiner Zeitschrift, der es stimmig immer besser als der Autor weiß, erst Satzfehler, Schreiberfehler korrigieren, dann die große Politik – und dann den Autor, in der Rolle des glühenden Sozialisten verbessern.

    http://www.amazon.de/Ein-bißchen-Südsee-Hermann-Kant/dp/3746611911
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Kant

    Cooles Lehrstück über Sozialismus, hat mich damals im Deutschunterricht neben ‚Die Aula‘ beeindruckt – jedenfalls sofern man immer noch daran glaubt.

    Damals, als Kid, hab‘ ich das nicht ganz verstanden: Ich war halt zu oft in Kalkar. (:

  4. Prospero Says:

    Schön, dass du Arbeit hast. Ich hoffe, das bleibt jetzt eine Weile auch so. 😉
    Ad Astra

  5. rai30 Says:

    Wie die Zeit doch vergeht: ich habe immer noch genug Arbeit!


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